Anzeige
24. Oktober 2012, 16:04
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Objektschwemme durch offene Immobilienfonds in Abwicklung

Derzeit befinden sich zahlreiche deutsche offene Immobilienfonds in der Abwicklung. Nach Angaben des Immobiliendienstleisters DTZ spülen ihre notwendigen Objektverkäufe Gewerbeimmobilien im Wert von 20 Milliarden Euro auf den Markt.

offene ImmobilienfondsDTZ warnt in der Folge vor möglichen sinkenden Kapitalwerten in einigen europäischen Märkten, insbesondere in Südeuropa und den Benelux-Staaten. Seitdem offene Immobilienfonds (OIFs) in 2010 wieder auf dem Markt aktiv wurden, haben sie der DTZ-Studie zufolge in Europa Immobilien im Wert von 5,7 Milliarden verkauft. Mit 3,9 Milliarden Euro entfalle der Großteil auf den Bürosektor, der Schwerpunkt lag auf den deutschen, französischen und britischen Märkten.

Den Angaben zufolge machen die Portfolios der in Abwicklung befindlichen Fonds weltweit 20 Milliarden Euro aus. Das größte Volumen haben der CS Euroreal (5,3 Milliarden Euro), der SEB Immo Invest (4,8 Milliarden Euro) und der Kanam Grundinvest Fonds (3,5 Milliarden Euro).

„Die entscheidende Frage ist, ob die lokalen Märkte diese absehbaren Verkäufe ohne negative Auswirkungen auf die Preisentwicklung absorbieren können. Wir schätzen, dass in Europa bis April 2017 Verkäufe in Höhe von 18,4 Milliarden Euro anstehen“, sagt Magali Marton, verantwortlich für das europäische Research bei DTZ und Autorin der Studie. „Der Wert dieser Verkäufe wird acht Prozent des jährlichen europäischen Investitionsvolumens ausmachen, in der Summe der Core-Märkte (Deutschland, Großbritannien und Frankreich) fünf Prozent.“ In Südeuropa und den Benelux-Staaten falle der Anteil dieser Verkäufe mit zwölf bis 29 Prozent signifikant höher aus. „Hier wird es schwierig werden, die anvisierten Preise zu erzielen“, so Marton.

Die Studie legt für die Berechnung das durchschnittliche Transaktionsvolumen zugrunde, das zwischen 2010 und 2012 investiert wurde. Der Net Asset Value (NAV) der offenen Fonds ist dabei nach Angaben von DTZ regional äußerst ungleichmäßig verteilt. Die Quoten reichten bei diesem Vergleich von vier Prozent in den skandinavischen Ländern bis hin zu 29 Prozent in den Benelux-Staaten. Von den drei Core-Märkten weise Deutschland mit 13 Prozent die höchste Belastung auf.

Hoher Anteil der OIFs am Immobilienbestand in Osteuropa und Benelux-Staaten

Berücksichtige man bei der Analyse der Zwangsverkäufe dagegen den Anteil der offenen deutschen Fonds am Wert des gegenwärtig in Gewerbeimmobilien investierten Vermögens, ergebe sich auf lange Sicht betrachtet ein optimistischeres Bild für die  europäischen Märkte. Aus dieser Perspektive schneidet Südeuropa laut DTZ dank der Größe des Immobilienbestands besser ab, während der Anteil der offenen Immobilienfonds in den osteuropäischen und in den Benelux-Staaten am höchsten liegt (ein bis 1,6 Prozent). Der europäische Durchschnitt liege bei 0,7 Prozent.

Kombiniere man die beiden Ansätze, zeigt sich laut DTZ, wo die Preise signifikant beeinflusst werden könnten. Dies treffe neben den Benelux- und den osteuropäischen Staaten auch auf Deutschland zu – wenn auch mit geringerem Ausmaß.

„Es ist schwierig zu beurteilen, wie sich die Marktteilnehmer angesichts der Verkäufe verhalten werden. Im aktuellen Marktumfeld gehen Investoren äußerst selektiv vor und fokussieren sich ganz klar auf höchste Qualität sowie die liquidesten Assets in den Core-Märkten. Wir erwarten diesen Ansatz auch bei den sich bietenden Opportunitäten durch die offenen deutschen Immobilienfonds“, kommentiert Marton. (bk)

Foto: Shutterstock

 

 

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Risiko-LV: Kunden gewinnen, Abschlussquoten steigern

Risiko-Lebensversicherungen machen laut Branchenzahlen mehr als ein Fünftel des Neugeschäftes der deutschen Lebensversicherer aus. Was Anbieter tun können um sich im Wettbewerb erfolgreich aufzustellen, hat das Marktforschungsinstitut Heute und Morgen untersucht.

mehr ...

Immobilien

Ab auf die Insel: Privatinsel in Irland steht zum Verkauf

Wer schon immer von einer eigenen Insel geträumt hat, könnte sich diesen Traum in Irland erfüllen – das nötige Kapital vorausgesetzt. Die Privatinsel “Horse Island” steht zum Verkauf, mitsamt einem gerämigen Anwesen. Sogar ein Hubschrauberlandeplatz steht zur Verfügung.

mehr ...

Investmentfonds

Was Bella Italia noch retten kann

Italien ist praktisch pleite und braucht eine europäische Lösung. Eine italienische und damit finale Euro-Krise ist aller Voraussicht nach nicht das, was Brüssel will. Die Halver-Kolumne 

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...