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14. Mai 2013, 08:00
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„Die Branche muss sich reformieren“

Marc Stilke, CEO der Immobilien Scout GmbH diskutierte mit Björn Dahler, Geschäftsführer von Dahler & Company und Axel Kloth, Vorstand des IVD Nord über die Zukunft des Berufsbilds Immobilienmakler.

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Marc Stilke, Immobilien Scout GmbH: “Der Immobilienboom hat viele Glücksritter angezogen.”

Die Diskussionsrunde thematisierte insbesondere die Frage, ob Online-Portale eine Konkurrenz für den etablierten Immobilienmakler darstellen.

„Wir werden die Makler nicht verdrängen. Viel mehr bieten wir ihnen eine zusätzliche Dienstleistung. Immobilienscout24 unterstützt neben der Vermarktung auch die Imagebildung und die Akquise neuer Aufträge in der digitalen Welt. Mit unserem Bewertungstool, das von einem bis fünf Sternen reicht, erhöhen wir die Transparenz für den Verbraucher und entlarven die schwarzen Schafe“, betonte Marc Stilke, CEO der Immobilien Scout GmbH. Das sorge für Augenhöhe zwischen Makler und Verbraucher.

„Dabei sind viele Makler oft schon besser als ihr Ruf: Im Durchschnitt haben die deutschen Makler eine Bewertung von 3,4 von 5 Sternen und die Weiterempfehlungsquote liegt bei 58 Prozent“, so Stilke.

Branche muss sich Herausforderungen stellen

Björn Dahler, Gründer und Geschäftsführer des Hamburger Maklerhauses Dahler & Company, sieht dies ähnlich: „Onlineportale sind heute das, was früher die Printmedien waren – nur besser, anschaulicher und interaktiver. Die sichtbaren Bewertungen begrüße ich, gute Makler brauchen keine Angst davor haben.“ Die Branche könne sich den Bewertungen im Netz ohnehin nicht entziehen und sollte sich den Herausforderungen stellen.

Auch Axel Kloth, Vorstand des Maklerverbands IVD Nord, betrachtet die Rolle der Online-Portale aufgrund der Markttransparenz überwiegend positiv. „Aber ich sehe es problematisch, dass über Online-Portale Dienstleistungen angeboten werden, wie zum Beispiel die Immobilienbewertung, denn eine Ferndiagnose auf Basis durchschnittlicher Angebotspreise kann schnell zu einem falschen Preis führen. Interessenten werden so in die Irre geführt und die Immobilie bleibt länger auf dem Markt.“

Makler-Qualifikation fundamental

Einig waren sich die Gesprächsteilnehmer, dass mehr getan werden sollte, um die Qualifikation von Immobilienmaklern sicherzustellen. „Der Immobilienboom hat viele Glücksritter angezogen. Seit 2007 hat sich die Zahl der Makler in Deutschland stark vergrößert und ist von 27.000 auf 35.000 gestiegen“, berichtete Stilke. Es seien viele neue und weniger professionelle Makler dazu gekommen.

„Die Branche leidet unter der Tatsache, dass es keine Zulassungsbeschränkungen gibt“, unterstrich Dahler. „Es gibt viele Menschen, die glauben, man kann hier schnelles Geld machen. Dabei ist das in der Breite absolut nicht der Fall. Der Kunde merkt hingegen sehr schnell, wenn ein Makler nicht über fundierte Kenntnisse verfügt und lediglich zu Massenbesichtigungen bittet – und wird dementsprechend sauer.“

“Leichter Makler zu werden, als einen Gemüsestand zu eröffnen”

„Nach der Rechtslage ist es für einen Makler ausreichend, Immobilien nachzuweisen. Dafür steht ihm die Courtage zu. Das ist natürlich viel zu wenig. Es ist leichter Makler zu werden, als einen Gemüsestand zu eröffnen,“ erläuterte Kloth. „Somit sind wir dafür, dass Makler eine Sach- und Fachkunde nachweisen müssen. Wir plädieren dafür, dass diejenigen, die einen Gewerbeschein für ihre Maklertätigkeit beantragen, eine Ausbildung vorweisen müssen.“

„Ich spreche mich dafür aus, dass die Courtage hälftig bezahlt wird, so wie es in einigen Bundesländern bereits der Fall ist. Der Makler sollte sich als Mediator verstehen und somit zwischen den beiden Parteien vermitteln. Es wäre aus meiner Sicht ein richtiger Schritt, dass sich der IVD dafür einsetzt und nicht der Staat“, betonte Dahler.

Auch Dahler unterstrich, dass ein Fachkundenachweis im Sinne des Berufsstandes ist. „So verbessert sich das Image, und Makler werden in Folge dessen eher in Anspruch genommen. In Österreich zum Beispiel ist es nötig, eine Prüfung abzulegen“, erläuterte er. „Der Makler sollte über jede Menge Know-how verfügen und beraten – etwa in Energiethemen. Das ist nämlich zum Beispiel ein Bereich, in dem viele Verbraucher schwimmen. Wer das kann, braucht sich auch keine Sorgen machen durch das Web verdrängt zu werden.“ (te)

Foto: Immobilienscout24

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