31. Oktober 2013, 09:58
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Wohnungsmarkt NRW: Zwischen Boom und Wertverfall

In keinem anderen Bundesland öffnete sich die Schere zwischen steigenden und sinkenden Immobilienpreisen in den vergangenen fünf Jahren weiter als im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen. So liegen Welten zwischen Düsseldorf und Herne – obwohl die Städte nur 50 Kilometer voneinander entfernt sind. Das zeigt das Kaufpreisbarometer von immowelt.de.

Aachen in Wohnungsmarkt NRW: Zwischen Boom und Wertverfall

In der Studentenstadt Aachen legten die Preise für Eigentumswohnungen um 30 Prozent zu.

Seit dem ersten Halbjahr 2008 stiegen in der Landeshauptstadt die Quadratmeterpreise für Eigentumswohnungen um 36 Prozent. 2.533 Euro werden dort inzwischen gezahlt. Zeitgleich rauschten in Herne die Preise um 26 Prozent nach unten – mehr Wertverfall gab es in keiner anderen deutschen Stadt.

Preisschere wird weiter auseinandergehen

In der einst wichtigen Bergbau-Kommune, in der heute jeder Siebte arbeitslos ist, kostet der Quadratmeter im ersten Halbjahr 2013 nur noch 756 Euro. Günstiger ist es nur noch in Gelsenkirchen, wo die Preise um 23 Prozent auf 710 Euro fielen. „Die Schere bei den Kaufpreisen in NRW könnte künftig noch weiter auseinandergehen“, prognostiziert Immowelt-Vorstand Carsten Schlabritz.

Herausforderung Strukturwandel

In zwei Drittel der 36 Großstädte im Ballungsraum ist Wohnungseigentum weniger wert als 2008: in Neuss lediglich ein Prozent, in Dortmund und Leverkusen 5 Prozent und in Essen acht Prozent. Im zweistelligen Prozentbereich ging es unter anderem für Hagen, Solingen und Mönchengladbach (-10 Prozent), Bochum und Bottrop (-13 Prozent) und Krefeld, Duisburg und Gelsenkirchen (-23 Prozent) nach unten.

Immobilien-Wertsteigerungen in Aachen und Paderborn

Der Strukturwandel ist in beliebten Studentenstädten wie Aachen nicht spürbar. Um 30 Prozent stiegen die Preise für das begehrte Gut Eigentumswohnung in der renommierten Universitätsstadt. 1.928 Euro kostet inzwischen der Quadratmeter. Paderborn (+28 Prozent), Heimatstadt des Computerpioniers Heinz Nixdorf, profitiert von einer der höchsten IT-Dichten in Deutschland.

Und in Münster, vielfach als Schreibtisch Westfalens bezeichnet, weil ein Großteil der Arbeitsplätze in Uni-, Bildungs- und Verwaltungseinrichtungen angesiedelt ist, gab es ein Plus von 23 Prozent. Auch in Bonn (+21 Prozent), Bielefeld (+18 Prozent) und Köln (+17 Prozent) stiegen die Quadratmeterpreise.

Für das Kaufbarometer wurden die Preise in den 37 größten Städten Nordrhein-Westfalens untersucht. Datenbasis für die Berechnung der Durchschnittspreise waren 52.200 auf immowelt.de inserierte Angebote. Verglichen wurde jeweils das erste Halbjahr 2008 mit dem 1. Halbjahr 2013. Die Kaufpreise sind Angebots-, keine Abschlusspreise. (mh)

Foto: Shutterstock

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