B-Städte: Von wegen strahlende Gewinner

Neubau wird unattraktiv

Voraussichtlich wird die Mietpreisbremse – wie von Mieterverbänden und großen Teilen der Politik beabsichtigt – dazu beitragen, dass beispielsweise in Hamburg oder München teilweise einige Euro weniger Miete gezahlt werden müssen.

Gleichzeitig wird jedoch der Bau neuer Wohnungen in solch regulierten Gebieten für Investoren unattraktiver. Weniger neue Wohnungen bedeuten ein weniger stark wachsendes Angebot als ohne Mietpreisbremse.

Investoren, die bereits Bestände in den Metropolen haben, können sich also freuen: Bleiben die Angebote aus beziehungsweise wird die Angebotsseite der hohen Nachfrage weniger gerecht, steigen die Miet- und Kaufpreise für die bestehenden Wohnungen und bleiben länger hoch.

Für die Besitzer von Mietshäusern kann sich die Einführung einer Mietpreisbremse so als Vorteil herausstellen. Die Politik hätte das Gegenteil von dem erreicht, was sie im Kern geplant hatte: die Mieter zu entlasten.

Noch vor einigen Monaten wurden die Städte und Lagen der zweiten Reihe – überspitzt formuliert – als kommende Investment-Hochburgen gepriesen.

Ich sehe sie nicht als strahlende Gewinner der Mietenregulierung. Als Auslöser für einen Boom der B-Städte taugen die begrenzten Wiedervermietungsmieten in Gebieten mit deutlichem Nachfrageüberhang einfach noch nicht.

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Metropolen im Fokus

Berlin, Hamburg und Co. haben für Investoren, die dort bereits aktiv sind, nicht an Attraktivität eingebüßt.

Im Gegenteil: Durch die absehbar stagnierende beziehungsweise eventuell zurückgehende Neubaudynamik entstehen weniger Konkurrenzangebote, die Preise werden steigen – und so auch die Mieten.

Ihre Strategie werden die Investoren erst ändern, wenn sie diese Effekte in vollem Umfang mitgenommen haben.

Autor Helmut Kurz ist Fondsmanager bei der Bankhaus Ellwanger & Geiger KG

Foto: Ellwanger & Geiger

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