Anzeige
30. November 2015, 13:19
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Wohnen wehrt sich mit Zukauf gegen Übernahme

Der Übernahmepoker zwischen Deutschlands größtem Immobilienkonzern Vonovia und der Deutschen Wohnen AG nimmt eine neue Wendung. Die Deutsche Wohnen kauft für rund 1,2 Milliarden Euro einen großen Immobilienbestand hinzu und will damit offensichtlich die Übernahme durch Vonovia (früher Deutsche Annington) abwehren.

Vonovia

Der Zukauf von 13.600 Wohnungen dürfte die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia deutlich verteuern.

Nach einer Vereinbarung vom Freitag erwerbe man vom Augsburger Konkurrenten Patrizia rund 13.600 Wohnungen, teilte Deutsche Wohnen in Berlin mit. Frühere Käufe eingerechnet wechselten damit 15.200 Wohnungen im zweiten Halbjahr von Patrizia an Deutsche Wohnen. Rund 5.600 der Wohnungen sind in Berlin, 3.800 alleine in Kiel.

Vonovia hält an Übernahmeplänen fest

Der milliardenschwere Zukauf dürfte die geplante Übernahme der Deutsche Wohnen deutlich verteuern. Der Deal wurde kurz vor der Entscheidung der Vonovia-Aktionäre über ihr Angebot an die Deutsche Wohnen bekannt.

Am Montag sollen die Anteilseigner von Vonovia in einer außerordentlichen Hauptversammlung in Düsseldorf einer Kapitalerhöhung zustimmen. Diese ist notwendig, um die bislang auf rund 14 Milliarden Euro taxierte Übernahme zu finanzieren.

Die Versammlung finde trotz der neuen Wendung wie geplant statt, sagte ein Vonovia-Sprecherin am Samstag. Man werde die Lage neu bewerten. Stimmen die Aktionäre zu, will das Unternehmen nach bisherigen Plänen den Eignern der Deutschen Wohnen Anfang Dezember ein Übernahmeangebot vorlegen. Vonovia hat derzeit rund 376.000 Wohnungen, bei Deutsche Wohnen waren es Ende September 147.000.

Deutsche Wohnen finanziert Ankauf aus eigenen Mitteln

Die Deutsche Wohnen stemmt den Zukauf je zur Hälfte aus Bankkrediten und eigenen Mitteln. Das Management wehrt sich bereits länger gegen die Mitte Oktober angekündigte Offerte von Vonovia. Das Angebot entspreche nicht dem Wert von Deutsche Wohnen und die in Aussicht gestellten Sparziele seien nicht realistisch, schrieb Deutsche-Wohnen-Vorstandschef Michael Zahn in einem Brief an die Aktionäre.

Vonovia hatte sich erst im vergangenen Jahr den Konkurrenten Gagfah für rund vier Milliarden Euro einverleibt und auch danach noch weiter zugekauft. Deutsche Wohnen wiederum hatte 2013 den Wettbewerber GSW für 1,7 Milliarden Euro übernommen und im September den LEG-Kauf angekündigt – diese Pläne im Oktober aber wieder abgesagt.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

“Silver Surfer” erobern das WorldWideWeb

Die Digitalisierung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist eines der Ergebnisse der Studie “D21-Digital-Index 2018 / 2019”, die die Initiative D21 heute gemeinsam mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie präsentiert.

mehr ...

Immobilien

Dr. Klein: Boom im Osten, Rekorde im Norden

Ob nun Hamburg, Hannover, Berlin oder Dresden – im Norden und Osten der Bundesrepublik steigen die Immobilienpreise in allen Metropolregionen an. Trotzdem gibt es deutliche Preisunterschiede.

mehr ...

Investmentfonds

Kryptowährungen: Schwankende Coins an Gold binden

Seit jeher suchen Menschen Stabilität. Bei Währungen, der Basis unseres Wirtschafts- und sozialen Lebens ist dies nicht anders. Das hart verdiente und ersparte Geld soll nicht durch Inflation oder andere Unwägbarkeiten entwertet werden.

Gastbeitrag von Harald Seiz, Karatbars International GmbH

mehr ...

Berater

Kartellwächter: Mastercard muss Millionenstrafe zahlen

Der Kreditkartenanbieter Mastercard muss wegen Verstößen gegen EU-Kartellvorschriften 570 Millionen Euro bezahlen. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Auf den US-Konzern könnten zudem Schadenersatzklagen zukommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ernst Russ AG verliert beide Vorstände auf einen Schlag

Sowohl der Vorstandssprecher Jens Mahnke als auch Vorstandsmitglied Ingo Kuhlmann werden im Juni beziehungsweise Ende März aus der Ernst Russ AG (ehemals HCI Capital) ausscheiden. Ein bisheriges Aufsichtratsmitglied springt ein.

mehr ...

Recht

Pflegeunterhalt: Wenn Kinder für ihre Eltern haften

Die Deutschen werden immer älter. Damit wächst auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Die Kosten hierfür sind hoch. Vielfach benötigen Eltern in diesem Fall die finanzielle Hilfe ihrer Kinder. Für diesen Fall gibt es genaue Regeln, wie eine Übersicht des Arag-Rechtsschutzes zeigt.

 

mehr ...