Anzeige
Anzeige
16. Oktober 2015, 08:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Ein Herz für Heuschrecken?

In immer mehr Städten gilt ein Genehmigungsvorbehalt für die Aufteilung von Mehrfamilienhäusern in Eigentumswohnungen, sofern diese Häuser in sogenannten Milieuschutzgebieten liegen. Die Argumente, die Politiker dafür angeben, sind abwegig.

Gastbeitrag von Jacopo Mingazzini, Vorstand der Accentro Real Estate AG

Mingazzini- in Ein Herz für Heuschrecken?

“Mehrfamilienhäuser dürfen nur dann in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, wenn der Eigentümer sich verpflichtet, innerhalb von sieben Jahren nur an Mieter zu verkaufen, die vorher schon in der betroffenen Wohnung gewohnt haben.”

In Städten wie Hamburg oder München dürfen Mehrfamilienhäuser schon seit Längerem nur unter bestimmten Bedingungen in Eigentumswohnungen aufgeteilt werden. Auch der Berliner Senat hat in diesem Jahr eine Verordnung beschlossen, nach der die Begründung von Wohn- oder Teileigentum in Berliner Erhaltungsgebieten unter Genehmigungsvorbehalt gestellt wird.

Strenge Regeln

Eine Umwandlung soll nur noch dann erlaubt sein, wenn der Eigentümer sich verpflichtet, innerhalb von sieben Jahren nur an Mieter zu verkaufen, die vorher schon in der betroffenen Wohnung gewohnt haben. Der Berliner Senat rechnet damit, wie es hieß, dass zu den bestehenden Erhaltungsgebieten mit mehr als 100.000 Wohnungen weitere hinzukämen.

Zur Begründung für das Verbot wurde angeführt, Mieter sollten dadurch geschützt werden. Aber wovor? Angeblich, so hieß es von den Befürwortern, sei erwiesen, dass die neuen Eigentümer nach der Aufteilung die Miete stärker erhöhen würden als die vorherigen Besitzer. Zudem bestünde ein hohes Risiko, dass die neuen Eigentümer wegen Eigenbedarf kündigen.

Heuschrecken im Wohnungsmarkt

Beide Argumente sind offensichtlich abwegig. Vor einer Privatisierung gehören die Bestände häufig professionellen Vermietern. Nicht selten sind die Wohnungsgesellschaften börsennotiert und deren Anteilseigner sind in 95 Prozent der Fälle ausländische Investoren. Von Politikern werden diese gerne als “Heuschrecken” diffamiert. Nun scheint die Politik jedoch ihr Herz genau für diese Heuschrecken entdeckt zu haben. Diese sind als Vermieter offenbar bei der Politik beliebter als der kleine Laienvermieter, der sich eine Wohnung zur Altersvorsorge kauft.

Denn es wird ja unterstellt, dass es für den Mieter besser sei, ein professioneller Immobilieninvestor sei Eigentümer als der Kleinanleger, dem die Wohnung nach erfolgter Aufteilung gehört. Dass Kleinanleger angeblich die Mieten stärker erhöhten als die Profis, ist offenkundig abwegig. Bestätigt wurde dies durch eine von Empirica im Auftrag des Verbandes “Haus & Grund” durchgeführte Befragung von Kleinvermietern.

Seite zwei: Keine Mieterhöhungen

Anzeige
Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Börsen-Ausblick 2018 – Altersvorsorge – Immobilienmarkt Deutschland – Finanzvertrieb-Trends

Ab dem 14. Dezember im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Ergo kappt Verzinsung 2018 nur teilweise

Die Lebensversicherungskunden der Ergo müssen sich 2018 nur teilweise auf sinkende Überschüsse einstellen. Die laufende Verzinsung bleibt bei den Töchtern Victoria Leben mit 2,05 Prozent und bei Ergo Direkt mit 2,75 Prozent stabil. Für die Kunden der Ergo Leben sinkt sie hingegen um 0,2 Prozentpunkte auf 2,05 Prozent.

mehr ...

Immobilien

Zinspolitik: So wirken sich die Entscheidungen von Fed und EZB aus

Am Mittwoch beschloss die amerikanische Notenbank Federal Reserve eine weitere Erhöhung des Leitzinses um 0,25 Prozent. Die Europäische Zentralbank entschied am Donnerstag, den Leitzins in der Eurozone nicht anzuheben. Der Finanzdienstleister Dr. Klein kommentiert, wie sich diese Entscheidungen auswirken.

mehr ...

Investmentfonds

“EZB stimmt Investoren auf ruhiges Jahresende ein”

Will man die Sitzungen der US-amerikanischen- (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB) diese Woche zusammenfassen, reicht ein Wort: “un­spek­ta­ku­lär”. Das trifft auch auf die Ergebnisse zu, die die Märkte so bereits erwartet haben. Cash. hat Reaktionen auf die Entscheidung der EZB zusammengefasst:

mehr ...

Berater

Finanzen 2018: Deutsche wieder optimistischer

Die Bundesbürger sind mit Blick auf ihre eigenen finanzielle Situation in den nächsten zwölf Monaten optimistischer als im vorigen Jahr. Das geht aus einer Studie im Auftrag der Postbank hervor. Die Zuversicht ist demnach jedoch nicht in allen Teilen der Gesellschaft gleich stark ausgeprägt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance zapft US-Autofahrer an

Der Asset Manager Deutsche Finance Group aus München investiert über einen institutionellen Zielfonds in den Aufbau eines Tankstellenportfolios in den USA.

mehr ...

Recht

Versicherungsanlageprodukte: Vermittlung nach Umsetzung der IDD

Die Umsetzung der europäischen Vertriebsrichtline IDD in deutsches Recht bringt auch neue Anforderungen an die Vermittlung von Versicherungsanlageprodukten mit sich. Konkrete Informationspflichten und Wohlverhaltensregeln ergeben sich aus der “Delegierten Verordnung” der EU.

mehr ...