Studie: Politik fördert Spaltung auf dem Wohnungsmarkt

Mit Mietpreisbremse und Neubauförderung unterstützt die Politik eine Spaltung auf dem deutschen Wohnungsmarkt – zu diesem Fazit kommt der GdW Bundesverband in einer aktuellen Studie. Die Regelung benachteilige weniger wachstumsstarke Regionen.

Wenn der Mietanstieg in den Metropolregionen gedeckelt wird, ergeben sich für weniger wachstumsstarke Regionen Nachteile im Wettbewerb um Mieter, warnt der GdW Bundesverband.

Der Fokus von Mietpreisbremse und Neubauförderung liege viel zu stark auf den beliebten Großstädten, ergab die Untersuchung im Auftrag des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW).

Andere Regionen würden in Zukunft noch stärker schrumpfen, weil sie sich nicht mehr mit günstigen Wohnungen von den Großstädten abheben könnten.

Die Mietpreisbremse nehme den „ausblutenden Regionen“ ihr wichtigstes Argument: die niedrigeren Lebenshaltungskosten. Die Politik in Bund und Ländern müsse jedoch auch in diesen Gegenden lebendige Zentren erhalten. Um junge Menschen dort zu binden, seien Fördermittel nötig.

160.000 Wohnungen für Flüchtlinge

Für die in diesem Jahr ankommenden Flüchtlinge braucht Deutschland nach Berechnungen der Wohnungswirtschaft bis zu 160 000 zusätzliche Wohnungen. Es sei damit zu rechnen, dass bis zu 400 000 Menschen auf Dauer in Deutschland blieben, sagte Verbandspräsident Axel Gedaschko am Dienstag in Berlin.

Damit steige das Wohnungsdefizit im Land auf mindestens 800 000 Wohnungen. „Es ist kein Hexenwerk, diese Unterbringung sicherzustellen“, sagte Gedaschko – allerdings müssten die Wohnungsunternehmen dazu vom Bund unterstützt werden. „Wir brauchen eine Neubau-Offensive.“

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Die Wohnungswirtschaft fordert Zuschüsse statt Zinsverbilligungen für den Neubau und die Instandsetzung von Gebäuden. In Gebieten mit Mietpreisbremse müssten die Steuer-Abschreibungssätze steigen. Bei gefördertem Wohnraum solle auf die Grunderwerbssteuer verzichtet werden.

Quelle: dpa-AFX

Foto: Shutterstock

 

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