Dauerbrenner unter den Kapitalanlagen

Preise im Aufwärtstrend

Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland steigen. Doch ist die Preisentwicklung – wenn auch der persönliche Eindruck teils ein anderer sein mag – nicht exzessiv, sondern die logische Folge von sozioökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. Die Preise für Eigentumswohnungen sind zwar gerade in den Ballungszentren stark gestiegen – in den vergangenen 20 Jahren jedoch insgesamt lediglich um 25 Prozent.

In anderen Ländern wie Spanien oder Portugal kletterten die Preise im selben Zeitraum dagegen zwischen 100 und 150 Prozent nach oben. Selbst in attraktiven Großstädten wie München, in denen die Preise um bis zu 60 Prozent stiegen, scheint der Preisanstieg im Vergleich dazu moderat. Gleichzeitig war das kräftige Preiswachstum in der jüngsten Vergangenheit von Nachholeffekten getrieben. Denn seit dem Wiedervereinigungsboom Mitte der 1990er-Jahre lag das Wachstum unterhalb der Inflationsrate. Erst seit 2008 kann die Inflation mit Immobilien ausgeglichen werden. Von irrationalen, übertriebenen Preissteigerungen kann insgesamt nicht die Rede sein.

Keine Immobilienblase in Deutschland

Damit einhergehend ist auch die immer wieder aufkommende Sorge um eine Immobilienblase in Deutschland nicht gerechtfertigt. Zwar nehmen immer mehr Immobilienkäufer aufgrund der extrem niedrigen Zinsen Kredite in Anspruch, doch werden Kredite nicht leichtfertig vergeben, wie es im Vorfeld vergangener Immobilienkrisen etwa in Schweden, Irland oder Spanien der Fall war. So haben Banken hierzulande ihr Vergabeverfahren keineswegs gelockert, sondern stellen nach wie vor hohe Ansprüche an potenzielle Kreditnehmer. Eine Bonitätsprüfung ist unter anderem bei der Feststellung der Kreditwürdigkeit obligatorisch.

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Auch kann in Deutschland nicht von einem Bau-Boom die Rede sein, der ebenfalls für eine lockere Kreditvergabe sprechen würde. In vielen Städten wird der Neubau von Wohnungen zwar forciert, doch bleibt er hinter der Nachfrage nach Wohnraum zurück. Auch dies spricht gegen die Theorie, dass sich eine Immobilienblase aufbläht. Somit spricht auch dieses Argument dafür, weiterhin auf Wohnimmobilien als Kapitalanlage zu setzen.

Autor Günter Loder ist Head of Sales Germany bei der Patrizia Deutschland GmbH.

Foto: Shutterstock.com

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