ZIA: Mieten wachsen 2015 im Schnitt nicht weiter

„Das Jahr 2014 dürfte das Ende des Mietpreisanstiegs markiert haben. Allerdings ist der Wohnimmobilienmarkt von erheblichen regionalen Unterschieden geprägt. Praktisch der gesamte Mietpreisanstieg lässt sich auf eine Umverteilung der Bevölkerung innerhalb Deutschlands zurückführen, von der eine kleine Zahl von Schwarmstädten profitiert“, stellt Professor Dr. Harald Simons vom Forschungsinstitut Empirica fest, der speziell die Wohnungsmärkte analysiert hat.

Bessere Rahmenbedingungen für den Neubau

Michael Kiefer, Chefanalyst und Leiter Immobilienbewertung bei Immobilienscout24 ergänzt: „Die Nachfrage nach zentralen Lagen ist ungebrochen hoch. Um weiteren Preissteigerungen entgegenzuwirken, ist die Politik auf regionaler Ebene gefragt. Es müssen attraktive Rahmenbedingungen für mehr Neubau in den Städten geschaffen werden. Nur so können Verhältnisse wie in Paris oder London vermieden werden, wo sich inzwischen auch die gut verdienende Mittelschicht das Wohnen in der Innenstadt kaum noch leisten kann.“

Kaufpreise stiegen schneller als Mieten – aber aktuell keine Immobilienblase

Die Kaufpreise sind nach Aussage des Frühjahrsgutachtens stärker gestiegen als die Mieten: 2014 habe sich im Vergleich zum Vorjahr der Anstieg in Westdeutschland von 5,1 Prozent auf 5,5 Prozent leicht beschleunigt.

Zurückzuführen sei dies auf einen Nachholeffekt. Die Kaufpreise hätten wieder das Niveau von 2004 erreicht. In Ostdeutschland stiegen die Kaufpreise nur um 1,4 Prozent. „Wir rechnen nicht mit weiteren Preissprüngen. Angesichts steigender Baufertigstellungen wären diese auch nicht gerechtfertigt“, sagt Simons.

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Die Entwicklung der Mieten und Kaufpreise für Wohnimmobilien bewegte sich der Analyse zufolge in den letzten Jahren im Rahmen normaler Marktzyklen.

„Der Wohnungsbau profitiert von den günstigen Finanzierungsbedingungen für Baukredite und der Flucht der Investoren in vermeintlich sichere Anlagen. Betrachtet man die Relation von Preisen und Mieten, oder Preisen und Haushaltseinkommen, zeigen sich kaum Überhitzungstendenzen. Für einzelne Teilmärkte sind Preisübertreibungen jedoch nicht auszuschließen“, sagt Feld.

Kein bedenklicher Anstieg des Kreditvolumens

Anhaltspunkte für eine kreditfinanzierte Immobilienblase seien jedoch kaum zu erkennen. Die Immobilienkredite seien zwar etwas ausgeweitet worden, im zeitlichen und internationalen Vergleich jedoch nur in moderatem Ausmaß. „Es gibt keine Immobilienblase in Deutschland. Und wir sollten sie auch nicht herbeireden“, warnt ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner. (bk)

Foto: Shutterstock

 

 

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