Interhyp rät zu Besonnenheit trotz Nullzins

Die Ankündigung der Europäischen Zentralbank, weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen durchzusetzen, wird die Kreditzinsen vermutlich niedrig halten. Interhyp, Vermittler privater Baufinanzierungen, rät Immobilienkäufer jedoch zur Besonnenheit.

Kreditnehmer sollten sich von der EZB-Entscheidung nicht zur Aufnahme zu hoher Kreditsummen verleiten lassen.

Die Rhetorik und Zinspolitik der Europäischen Zentralbank haben laut Interhyp dazu geführt, dass die Konditionen für zehnjährige Darlehen fast wieder ihr Allzeittief vom April 2015 erreicht haben. Die EZB hat angekündigt, zusätzlich zur Nullzinsentscheidung den Einlagesatz herunterzusetzen sowie das bestehende Anleiheprogramm auszuweiten.

Günstige Konditionen nutzen

Kreditnehmer sollten zwar die günstigen Konditionen nutzen, ihre Finanzierung aber umsichtig planen und gut kalkulieren. „Wir empfehlen Immobilienkäufern mehr denn je, das Niedrigzinsumfeld nicht allein für hohe Kreditsummen zu nutzen. Vielmehr sollten sie die Konditionsersparnis in hohe Tilgungsraten investieren“, sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender der Interhyp AG.

Hohe Anfangstilgung und lange Zinsbindung

Bei niedrigen Zinsen dauerte es mit gleicher anfänglicher Tilgung länger als bei hohen Zinsen, ein Darlehen zurückzuzahlen. Bei niedrigen Zinsen sinke der Zinsanteil an der monatlichen Kreditrate nicht so schnell, daher könne der Tilgungsanteil auch nicht so schnell steigen. „Hohe Anfangstilgungen sind in Kombination mit langen Zinsbindungen und einem hohen Eigenkapitaleinsatz gute Voraussetzungen, um im Zinstief vorausschauend zu finanzieren und dem Risiko zukünftiger Zinserhöhungen zu begegnen“, so Goris.

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Achtung Baugeld-Verteuerung

Die aktuellen Entscheidungen der EZB würden zeigen, dass die Währungshüter gewillt seien, die Konjunktur und Inflation in Europa zu stimulieren. Sollten sich die Konjunkturdaten europaweit aufhellen, werde auch Baugeld mittel- und langfristig etwas teurer werden.

Die Zinspolitik der amerikanischen Notenbank, die eine erste Leitzinserhöhung vorgenommen und weitere in Aussicht gestellt habe, könne langfristig ebenfalls dafür sorgen, dass sich Baugeld wieder verteuert. Das gelte vor allem dann, wenn die Renditen für zehnjährige Bundesanleihen wieder anziehen. Diese seien wegen der erwarteten EZB-Zinsschritte und der schlechten europäischen Konjunkturaussichten gefallen. Mittel- und langfristig steigende Hypothekenzinsen erwarte auch die Mehrheit der für das monatliche Bauzins-Trendbarometer von Interhyp befragten Experten von zehn deutschen Kreditinstituten. (kl)

Foto: Shutterstock

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