6. Juni 2016, 07:56
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Berlin: Mietbelastung nähert sich Münchner Niveau

Die Belastung der Einkommen durch Mieten ist in Berlin inzwischen fast so hoch wie in München. Das geht aus einer Untersuchung des Hamburger Weltwirtschaftsinstitutes (HWWI) zusammen mit Berenberg hervor.

Hauspreis Shutterstock Gro 147592910-Kopie in Berlin: Mietbelastung nähert sich Münchner Niveau

Münchner und Berliner müssen den größten Anteil Ihres Einkommens für Mietzahlungen einplanen.

Das HWWI und die Privatbank Berenberg haben den Wohnungsmarkt für Mieter und Eigentümer in den 20 größten Städten Deutschlands untersucht. In Berlin seien die Nettokaltmieten im Betrachtungszeitraum 2004 bis 2014 mit 57 Prozent bei mittlerem Wohnwert und 67 Prozent bei gutem Wohnwert am stärksten gestiegen.

Mit Quadratmeterpreisen von 7,45 Euro (mittlerer Wohnwert) bis 8,75 Euro (guter Wohnwert) sei Berlin zwar vergleichsweise günstig – allerdings seien auch die Haushaltseinkommen gering. Gemessen am verfügbaren Einkommen liege der Berliner mit knapp 21 Prozent Mietanteil (mittlerer Wohnwert) fast auf Münchner Niveau.

Münchner geben über ein Fünftel ihres Einkommens für Mieten aus

Die Münchner geben laut Studie mit einem Mietanteil von 22 Prozent des verfügbaren Einkommens (mittlerer Wohnwert) den größten Einkommensanteil für das Wohnen aus. Mit durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von zwölf Euro (mittlerer Wohnwert) bis 14,10 Euro (guter Wohnwert) für eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 70 Quadratmetern liege München beim Mietpreis an der Spitze.

Am günstigsten könnten Mieter in Duisburg leben. Dort beanspruche die Miete lediglich 13,9 Prozent des Einkommens, gefolgt von Bielefeld (15,1 Prozent), Bochum (15,2 Prozent) und Wuppertal (15,3 Prozent).

Mietmarkt als Anlagechance

“In Deutschlands 20 größten Städten leben gut drei Viertel der Haushalte zur Miete. Während im Ausland der Anteil der Immobilienbesitzer deutlich höher ist, birgt der Trend zur Miete in Deutschland viele Möglichkeiten für Kapitalanleger”, sagt Ken Zipse, Leiter Real Estate Office bei Berenberg.

Die durchschnittlichen Nettokaltmieten pro Quadratmeter hätten 2014 bei mittlerem Wohnwert zwischen 4,80 Euro (Duisburg) und 12 Euro (München) geschwankt. Bei Wohnungen mit gutem Wohnwert habe die Spanne zwischen 6,10 Euro (Bochum) und 14,10 Euro (München) gelegen.

In Toplagen mit Topausstattung würden in München aktuell Mieten bis 21,30 Euro gezahlt. Auch in Berlin würden derzeit in Spitzenlagen Mieten bis zu 16 Euro gefordert.

Dresden: Mietanstieg über 47 Prozent

Die Mieten seien im Betrachtungszeitraum in fast allen der 20 untersuchten Städte gestiegen. Die höchsten Anstiege hätten Dresden mit 47,7 Prozent, Stuttgart (45,8 Prozent), und Hannover sowie Essen (jeweils 40 Prozent) verzeichnet. In Duisburg und Bochum seien die Mieten hingegen um 9,4 Prozent beziehungsweise 1,6 Prozent gesunken.

Steigende Mietbelastung in Großstädten

“Bereits in der Durchschnittsbetrachtung ist die Mietbelastung für die Haushalte in vielen Großstädten hoch. 70 Prozent der Haushalte verfügen jedoch über ein Einkommen, das unter dem Durchschnitt liegt. Für diese Haushalte gestaltet sich die Lage auf dem Mietwohnungsmarkt deutlich schwieriger”, sagt Studienautorin Dörte Nitt-Drießelmann, Volkswirtin beim HWWI.

„Bund, Länder und Gemeinden reagieren zwar bereits auf den wachsenden Nachfragedruck durch eine Ausweitung ihrer Wohnungsbauförderungsprogramme, es ist jedoch fraglich, ob diese Bemühungen ausreichen“, so Nitt-Drießmann weiter. (kl)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. “Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast”.
    20% des Einkommens in München für die Miete? Wer’s glaubt, wird selig! 50% sind eher realistisch.

    Kommentar von Petra — 13. Juli 2017 @ 16:00

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Risikolebensversicherung: Raucher zahlen ordentlich drauf

Wer einen Baukredit abzahlt oder Alleinverdiener der Familie ist, für den kann eine Risikolebensversicherung sinnvoll sein. Die Versicherung zahlt im Todesfall eine festgelegte Summe an die Hinterbliebenen. Finanztip hat die Preise für 30 Musterkunden für verschiedene Laufzeiten, Berufe und Hobbys abgefragt. Für eine Versicherungssumme von 200.000 Euro über 20 Jahre lagen die Beiträge meist zwischen 100 bis 400 Euro im Jahr – in einigen Fällen verlangten Anbieter aber mehr als 1.000 Euro. 

mehr ...

Immobilien

„Die traditionelle Innenstadt wird niemals sterben“

Die Hamburger Innenstadt benötigt dringend eine Reurbanisierung, da die Innenstadt an Attraktivität zum Wohnen verloren habe. Vier Schlüssel dienen zum Erfolg der Maßnahmen: Mehr Wohnen, Hotel, Gastronomie und Entertainment. Ein Kommentar von Richard Winter, Niederlassungsleiter von JLL Hamburg.

mehr ...

Investmentfonds

„Das Unternehmen ist das entscheidende Investment“

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China scheint beinahe täglich größere Kreise zu ziehen und Anleger immer stärker zu verunsichern. Cash. sprach mit Thomas Lehr, Kapitalmarktstratege beim Vermögensverwalter Flossbach von Storch, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und welcher Ausgang des Konflikts realistisch ist.

mehr ...

Berater

Pflegekosten: Nur jeder Zweite wäre bereit, Einkommen und Rücklagen zur Finanzierung einzusetzen

Zwei Drittel aller Deutschen unterschätzen den Anteil, den man für professionelle Pflege aus eigener Tasche bezahlen muss, so eine repräsentative Umfrage. Knapp jeder Zweite meint, dass die gesetzliche Pflegeversicherung alle Kosten trägt – ein fataler Irrtum.

mehr ...

Sachwertanlagen

Speziell für Stiftungen und institutionelle Anleger: Vollregulierter Zweitmarktfonds mit günstigem Risikoprofil

Die Bremer Kapitalverwaltungsgesellschaft HTB Fondshaus bringt nach einer Reihe von Publikums-AIF erstmals einen Spezial-AIF für Stiftungen und institutionelle Anleger heraus. Neben sogenannten semiprofessionellen Anlegern können sich auch institutionelle Investoren ab einer Summe von 200.000 Euro am Spezial-AIF beteiligen.

mehr ...

Recht

Gesetzlicher Unfallschutz greift auch bei Probearbeit

Der Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gilt auch an Probearbeitstagen. Das geht aus einem Urteil des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel von Dienstag hervor.

mehr ...