DTB: Häuslebauer reagieren auf Zinsschwankungen

Anleger reagieren auf die schwankenden Zinsen und versuchen sich die Zinskonditionen für mehrere Jahre zu sichern. Der Anteil an Forward-Darlehen nimmt zu, die Länge der Zinsfestschreibung ebenfalls – das geht aus dem Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung hervor.haus-vertrag-750-shutt_111149084

Im Oktober und November wurden die Darlehensnehmer von leicht schwankenden Zinsen beeinflusst – und teilweise auch verunsichert. Ein Grund sei der Ausgang der US-Wahl. Insgesamt waren kurz danach bei Baukrediten mit zehnjähriger Zinsbindung Steigerungen von 0,2 Prozentpunkten zu verzeichnen. Das geht aus dem Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) hervor.

Darauf reagieren laut Dr. Klein besonders Kunden, deren Anschlussfinanzierung ansteht. Sie würden sich das aktuell niedrige Zinsniveau sichern wollen und deshalb im November vermehrt Forward-Darlehen abschließen. Ihr Anteil steige um mehr als zwei Prozentpunkte auf 14,62 Prozent.

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Aufgrund der marginalen Zinssteigerung erhöhe sich auch die Standardrate (ermittelt auf Basis einer exemplarischen Finanzierung von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf sowie einer zehnjährigen Sollzinsbindung) um neun Euro auf 428 Euro. Sie liege damit immer noch mehr als 50 Euro unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Tilgung sinkt

Als eine weitere Folge der relativ bewegten Zinsen könnte die Reduzierung des anfänglichen Tilgungssatzes gewertet werden. Wählten Darlehensnehmer nach Angaben des DTB im Oktober einen durchschnittlichen Satz von 2,96 Prozent, beträgt er im November 2,94 Prozent.

Durch eine geringere Tilgung sinke auch die monatliche Belastung für Darlehensnehmer. Sie würden dadurch allerdings eine längere Rückzahlungszeit in Kauf nehmen. Eine leichte Veränderung zeige sich bei der Sollzinsbindung: Hier geht es laut DTB wieder etwas aufwärts. Kreditnehmer sichern sich die derzeitigen Zinskonditionen einen Monat länger (13 Jahre und zehn Monate).

Eigenkapitalanteil steigt

Im Durchschnitt nehmen Kunden im November eine Darlehenssumme von 197.000 Euro auf. Dieser Betrag entspreche exakt dem Oktoberwert. Der Beleihungsauslauf befinde sich fast genau auf dem Vorjahresniveau: Das Verhältnis zwischen Darlehenssumme und dem Beleihungswert sinke im Vergleich zu Oktober um etwa einen Prozentpunkt auf 77,80 Prozent. Insofern würden Kreditnehmer wieder etwas mehr Eigenkapital einsetzen, um beispielsweise einen günstigeren Sollzins zu erhalten.

Der Klassiker unter den Darlehensformen ist laut Dr. Klein im November etwas weniger stark nachgefragt: 73,67 Prozent der Kunden entscheiden sich für Darlehen mit gleichbleibender Rate. Diesem sinkenden Wert steht eine steigende Nachfrage nach Forward-Finanzierungen gegenüber: 14,62 Prozent im Vergleich zu 12,94 Prozent im Vormonat.

Auch der Anteil an KfW-Darlehen sei leicht erhöht: 7,92 Prozent (11/2015: 9,40 Prozent) der Darlehensnehmer nehmen diese Art der Förderung in Anspruch. Variable Darlehen würden kontinuierlich zurückgehen, ihr Anteil sinke auf 0,81 Prozent. (kl)

Foto: Shutterstock

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