Einzelhandelsimmobilien: Volumen der Objektkäufe geht zurück

Totz starker Nachfrage ist das Transaktionsvolumen für Einzelhandelsimmobilien innerhalb der ersten neun Monate des laufenden Jahres stark zurückgegangen, so Colliers International. Vor allem inländische Käufer würden den Markt bestimmen.

Shopping Center sind bei den Investoren gefragt, jedoch ist das Angebot derzeit eher gering.

Von Januar bis Ende September 2016 wurden nach Angaben von Colliers International auf dem deutschen Einzelhandelsinvestmentmarkt Objekte im Wert von insgesamt rund 6,3 Milliarden Euro gehandelt.

Der Anteil am Gesamtvolumen aller in diesem Zeitraum in Gewerbeimmobilien getätigten Investments betrage 20 Prozent.

Damit bleibe das Ergebnis weit hinter dem Wert des Vorjahres zurück, als das Transaktionsvolumen mit 13 Milliarden Euro gut doppelt so hoch ausfiel und der Marktanteil bei 34 Prozent über dem zehnjährigen Jahresdurchschnitt von 29 Prozent lag.

Hohe Nachfrage, aber Mangel an Objekten

Getrieben von denselben Faktoren – steigendem Nachfragedruck bei zunehmender Produktknappheit – folge die Assetklasse Einzelhandel dem Gesamttrend am deutschen Investmentmarkt, allerdings in sehr viel stärkerer Ausprägung. So hätten die Einbußen beim Transaktionsvolumen bei 49 Prozent statt wie am Gesamtmarkt bei 15 Prozent gelegen.

Paketverkäufe, die sich in den ersten drei Quartalen 2015 als Umsatztreiber hervortaten und rund zwei Drittel des Transaktionsvolumens auf sich vereinten, brachten es im laufenden Jahr bis Ende September mit 2,8 Milliarden Euro auf einen Marktanteil von 44 Prozent.

Vor allem großvolumige Transfers im höheren dreistelligen Millionenbereich seien deutlich rarer gewesen.

„Wurden im Vergleichszeitraum des Vorjahres sieben Portfolien mit einem jeweiligen Transaktionsvolumen von über 250 Millionen Euro gehandelt, waren es 2016 bislang nur zwei“, sagt Thomas Dänzel, Head of Retail Investment bei Colliers International Deutschland.

Großteil der Investitionen fließt in Fachmärkte

Das Produktangebot bestimme maßgeblich die Verteilung der gehandelten Immobilientypen. Im Gegensatz zum Vorjahr seien es in diesem Jahr vor allem Fachmärkte, ob einzeln oder als Fachmarktzentrum gehandelt, die ganz oben auf der Einkaufsliste der Investoren stehen: 42 Prozent beziehungsweise. 2,7 Milliarden Euro flossen in diese Kategorie, zu der vor allem Super- und Baumarkttransaktionen zählen.

Auf Platz zwei folgen High-Street-Immobilien (34 Prozent, 2,1 Milliarden Euro), gefolgt von Einkaufszentren (24 Prozent, 1,5 Milliarden Euro).
Ausländische Investoren zeigten sich nach Angaben von Colliers weniger aktiv als im Vorjahr.

Heimische Käufer bestimmen den Markt

„In einer Marktsituation, die zunehmend vom Mangel großvolumiger Core- und Core-Plus Produkte in den Top 7 Märkten geprägt ist, profitieren die heimischen Investoren von einem gewissen ,Heimvorteil‘ und besserer Marktkenntnis“, kommentiert Susanne Kiese, Head of Research bei Colliers International Deutschland.

Gerade die unter der Liquiditätsschwemme leidenden offenen Immobilien- und Spezialfonds sowie Vermögensverwalter, die meist im Auftrag großer institutioneller Anleger auf der Suche nach auskömmlichen Renditen sind, stellten die größten Käufergruppen mit jeweils 1,7 Milliarden Euro Anlagesumme (27 Prozent Marktanteil) dar.

Seite 2: Spitzenrenditen verharren auf niedrigem Niveau

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