15. September 2016, 13:26
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fortsetzung der EZB-Geldpolitik hält Finanzierungszinsen weiterhin niedrig

Vor dem Hintergrund der expansiven Geldpolitik der EZB und einer gedämpften Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone setzen die Baufinanzierungszinsen in Deutschland ihre schwankende Seitwärtsbewegung fort und bewegen sich weiterhin auf historisch niedrigem Niveau. Gastkommentar von Stephan Gawarecki, Dr. Klein

Dr-Klein-Stephan-Gawarecki in Fortsetzung der EZB-Geldpolitik hält Finanzierungszinsen weiterhin niedrig

“Die expansive Geldpolitik führt zu günstigen Voraussetzungen bei den Baufinanzierungszinsen.”

Auf ihrer jüngsten Sitzung am 8. September hat die Europäische Zentralbank (EZB) ihren bisherigen geldpolitischen Kurs fortgesetzt: Der Leitzins wurde im Euro-Raum bei 0,0 Prozent belassen, der Einlagezins für Banken, die ihr Geld bei der EZB parken, liegt weiterhin bei minus 0,4 Prozent und das monatliche Anleihekaufprogramm wurde nicht über März 2017 verlängert.

Die expansive Geldpolitik führt zu günstigen Voraussetzungen bei den Baufinanzierungszinsen. Der Bestzins für zehnjährige Hypothekendarlehen lag Anfang September bei 0,73 Prozent – dem niedrigsten Stand seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 2006.

Keine Verlängerung des Ankaufprogramms

Vor der EZB-Sitzung gingen viele Marktakteure von einer weiteren Lockerung der Geldpolitik im Euro-Raum aus. Sie erwarteten eine Verlängerung des Kaufprogramms von Anleihen über das bisherige Enddatum von März 2017 hinaus oder eine Änderung der Regeln für die Anleihekäufe der Notenbank.

Trotz der geringen Inflation in der Euro-Zone verschärfte die EZB auf ihrer September-Sitzung jedoch nicht ihren Kurs. EZB-Chef Mario Draghi zeigte sich von den bisherigen Maßnahmen und der Wirksamkeit der Geldpolitik überzeugt. Er hielt fest, dass die Leitzinsen über den Zeitraum der Anleihekäufe niedrig bleiben dürften. Falls erforderlich, werde die Notenbank allerdings handeln, indem sie alle innerhalb ihres Mandats verfügbaren Instrumente einsetzen werde.

Verhaltenes Wirtschaftswachstum

Draghi mahnte in allen europäischen Ländern Strukturreformen an, um die Wirtschaft in Gang zu bringen. Diese würde derzeit unter anderem infolge der immer noch herrschenden Unsicherheit nach dem Brexit-Votum Großbritanniens gebremst.

Die Ökonomen der Notenbank haben nach dem Austritts-Votum die Prognose von Wachstum und Inflation im Euro-Raum leicht nach unten korrigiert. Für 2017 und 2018 wird jeweils ein Wachstum des BIP von 1,6 Prozent erwartet. Im Juni ging man noch von jeweils 1,7 Prozent aus.

Die Inflation nahm im August wie im Juli um 0,2 Prozent zu. Für die beiden Folgejahre wird eine Inflation von über einem Prozent erwartet. Die Distanz zur Preisstabilitätsgrenze der EZB von knapp unter zwei Prozent ist nach wie vor groß.

USA: Zinserhöhung nur eine Frage der Zeit?

Für die USA erwarten Marktteilnehmer eine Zinserhöhung durch die Notenbank Federal Reserve (Fed). Fed-Chefin Janet Yellen sprach in ihrer Rede auf dem Treffen der Notenbanker in Jackson Hole Ende August davon, dass die Argumente für Zinserhöhungen in den vergangenen Monaten stärker geworden seien.

Eine Straffung des geldpolitischen Kurses hänge jedoch von der Wirtschaftsentwicklung ab. Da die Notenbank auf Störungen der wirtschaftlichen Entwicklung reagieren müsse, seien Prognosen schwierig.

Seite 2: Baufinanzierungszinsen bewegen sich weiter seitwärts

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Kfz-Policen: Jeder Dritte würde für CO2-Kompen­sation mehr zahlen

Jeder zweite Deutsche (48 Prozent) ist bereit, auf eigene Kosten zur CO2-Kompensation und damit zur Erreichung der Klimaziele beizutragen, 28 Prozent nutzen bereits bestehende Angebote – beispielsweise bei Flug- oder Bahnreisen – und für jeden Dritten ist die CO2-Kompensation bei einer Autoversicherung wichtig. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalversicherers Friday.

mehr ...

Immobilien

Immobilien kommen bei Berliner Winter-Auktionen zum Aufruf

Die Deutsche Grundstücksauktionen AG (DGA) lädt am 12. und 13. Dezember 2019 zu ihren Winter-Auktionen ins abba Berlin Hotel ein. Insgesamt 94 Immobilien aus neun Bundesländern kommen mit einer Mindestgebotssumme von rund 12,7 Millionen Euro zum Aufruf. Neben Wohn- und Geschäftshäusern, Eigentumswohnungen und Grundstücken befinden sich auch ausgefallene Immobilien auf der Auktionsliste. Den Schwerpunkt bilden Bahnobjekte.

mehr ...

Investmentfonds

Aus Investec AM wird Ninety One

Kapstadt und London – Investec Asset Management hat heute den neuen Markenauftritt unter dem Firmennamen Ninety One vorgestellt. Dieser wird nach der Abspaltung des Unternehmens von der Investec Gruppe in Kraft treten. Der Ausgliederungsprozess soll im ersten Quartal 2020 erfolgen, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre von Investec plc und Investec Ltd.

mehr ...

Berater

Online-Käufer zahlen am schlechtesten

Sie kaufen mit einem Klick, mit dem Bezahlen haben es viele dann aber nicht so eilig – dieses Bild zeichnet die Inkasso-Wirtschaft von den Online-Käufern in Deutschland. Für das kommende Jahr erwarten die Unternehmen erstmals seit zehn Jahren eine schlechtere Zahlungsmoral.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weiterer Aufsichtsrat für Crowdinvesting-Startup

Die Hamburger KlickOwn AG hat Worna Zohari, ehemals Vorstand des Immobilienunternehmens Gagfah und CEO der BGP Gruppe, als Mitglied des Aufsichtsrates gewonnen. Das Unternehmen plant eine weitere Crowdinvesting-Plattform mit Hilfe der Blockchain-Technologie.

mehr ...

Recht

Wegen Thomas Cook: Bundesrepublik wird verklagt

Im September beantragten der Reiseveranstalter Thomas Cook sowie diverse seiner Tochterunternehmen Insolvenz. Doch das Geld der Versicherung von Thomas Cook wird nicht ausreichen, um alle Betroffenen zu entschädigen. Die Kanzlei Mutschke hat deshalb jetzt im Namen einer Reisenden Klage wegen Staatshaftung gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht.

mehr ...