Ganz oben geht noch mehr: Der Markt für Wohnhochhäuser steht erst am Anfang

Investoren suchen in Zeiten niedriger Zinsen nach stabilen, renditestarken Anlagemöglichkeiten und finden diese auf dem Immobilienmarkt. In dem Umfeld aus mangelndem Flächenangebot und steigenden Preisen gewinnt das Wohnhochhaus zunehmend wieder an Bedeutung. Gastbeitrag von Konstantin Lüttger, CBRE

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„Der Hochhausboom hat bereits jetzt Auswirkungen auf den gesamten Wohnungsmarkt.“

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt wächst und wächst. Insbesondere in den Großstädten steigt die Zahl der Haushalte und damit der Bedarf an Wohnungen und Wohnraum.

Einerseits wirken das Arbeitsplatzangebot und die generell hohe Attraktivität der Stadtzentren als Magnet, andererseits führen aber auch gesellschaftliche Entwicklungen wie die zunehmende Zahl der Single- und Zwei-Personen-Haushalte zu einer steigenden Nachfrage. Sondereffekte wie der Zuzug aus dem europäischen Süden haben die Situation zusätzlich verschärft.

Gleichzeitig suchen Investoren in Zeiten niedriger Zinsen nach stabilen, renditestarken Anlagemöglichkeiten und finden diese auf dem Immobilienmarkt. Die erhöhte Nachfrage führt zu anhaltenden Preissteigerungen. In diesem Umfeld aus mangelndem Flächenangebot und steigenden Preisen gewinnt das Wohnhochhaus zunehmend wieder an Bedeutung. Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt, dass Deutschland bei dieser Entwicklung noch ganz am Anfang steht.

Das Image deutscher Wohnhochhäuser hat sich geändert

In anderen Ländern ist das Wohnen in Hochhäusern nicht nur Normalität, sondern auch Statussymbol. Junge, erfolgreiche Asiaten zieht es in die Wohnhochhäuser ihrer Metropolen. Auch die Skylines von anderen aufstrebenden Regionen mit ihren Zentren Dubai, Tel Aviv und Toronto sind von moderner, stilvoller Architektur geprägt, die in den Himmel strebt. Eine Entwicklung, die sich in reifen Märkten wie Japan schon vor über 20 Jahren beobachten ließ. In europäischen Metropolen gilt das Wohnen in den Wolken heute zunehmend als prestigeträchtig und verändert damit auch das Image des Wohnhochhauses fundamental.

In Deutschland war die Einstellung zu Wohnhochhäusern lange Zeit negativ. Gründe hierfür waren vor allem die Wahrnehmung des Wohnhochhauses als schlecht ausgestatteter Sozialbau wie auch typischerweise als Teil von „monokulturellen“ Trabantenstädten, die in billiger Plattenbauweise während des Sozialbau-Booms der 1970er Jahre errichtet wurden. Nachdem sich Stadtteile mit Platten-Hochhäusern vermehrt zu sozialen Brennpunkten entwickelten und verwahrlosten, wurden sie jedoch für Eigentümer zunehmend unattraktiv, und das negative Bild verfestigte sich in der Gesellschaft.

Ein weiterer Grund für das bisher geringe Investoreninteresse an Wohnhochhäusern sind die strengen deutschen Bauvorschriften, die vor allem in gefragten Innenstadtlagen die Errichtung von Wohnhochhäusern erschweren. Erhöhte Baukosten und damit einhergehende mangelnde Rentabilität schreckten Investoren lange Zeit von Hochhausprojekten ab.

Premium-Hochhäuser – ein völlig neues Marktsegment

Zeitgenössische Hochhäuser hingegen sind geprägt durch ihre zentrale Lage, von ansprechender Architektur, nachhaltiger Bauweise und attraktivem Nutzungskonzept. Entsprechend der sich verändernden Nachfrage entstehen zunehmend kleinere Wohneinheiten, die gerade auch für die mittleren Einkommensschichten erschwinglich sind. Typischerweise positionieren sich die Wohnhochhäuser bisher eher im Premium-Segment, wo sie in manchen Fällen Preise von bis zu 20.000 Euro pro Quadratmeter erzielen.

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Dass sich die aktuelle Hochbau-Tätigkeit auf eine völlig andere Zielgruppe konzentriert als früher, ist nicht verwunderlich. Hoch zu bauen ist grundsätzlich kostspieliger, weil Konstruktion und Material ganz anderen Ansprüchen genügen müssen. Zudem wird Baugrund – vor allem in den Metropolen und dort besonders in den begehrten Innenstadtlagen – immer teurer. Es ist zu erwarten, dass aus diesem Grund der Hochhausbau zunehmend unsere Stadtentwicklung bestimmen wird.

Seite 2: Deutscher Markt entwickelt sich dynamisch

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