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21. November 2016, 15:17
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Investitionen in europäische Gewerbeimmobilien geben nach

In den ersten drei Quartalen 2016 wurde nach Angaben von Knight Frank rund 29 Prozent weniger Kapital in europäische Gewerbeimmobilien investiert als im Vorjahreszeitraum. Vor allem in den drei großen Märkten Großbritannien, Deutschland und Frankreich sei das Transaktionsvolumen gesunken.

City-of-London in Investitionen in europäische Gewerbeimmobilien geben nach

London: In Großbritannien hielten sich die Investoren aufgrund der Unsicherheit durch den beschlossenen Brexit zurück.

Insgesamt erreichte das Transaktionsvolumen laut Knight Frank von Anfang Januar bis Ende September 2016 die Summe von 128,0 Milliarden Euro. Dieser Wert unterschreite das Vorjahresergebnis (erstes bis drittes Quartal 2015) um 28,7 Prozent.

Besonders gering fiel das Volumen im dritten Quartal 2016 aus, in dem europäische Gewerbeimmobilien im Wert von 37,1 Milliarden Euro den Eigentümer wechselten. Dies sei das niedrigste Quartalsergebnis seit dem ersten Quartal 2014 und liege 40,2 Prozent unter der Summe des dritten Quartals 2015.

Schwache Umsätze in den drei größten Märkten

Der Rückgang der Investitionen in Gewerbeobjekte in diesem Jahr geht laut Knight Frank vor allem auf geringere Aktivitäten in den drei größten europäischen Märkten zurück, namentlich Großbritannien, Deutschland und Frankreich.

Die Verluste in Großbritannien sind laut Knight Frank zum Teil auf die Unsicherheiten im Kontext des Brexit zurückzuführen. Die niedrigeren Volumina in Deutschland und Frankreich deuteten dagegen auf mehr Vorsicht der Investoren hin. Zudem ständen immer weniger attraktive Objekte in den Schlüsselmärkten zum Verkauf.

Kleinere Zuwächse hätten dagegen Länder wie Finnland, Polen und Spanien verzeichnet. Ohne Großbritannien, Deutschland und Frankreich habe sich das Transaktionsvolumen im restlichen Europa vom ersten bis dritten Quartal dieses Jahres um 11,3 Prozent verringert.

Kein genereller Abwärtstrend erwartet

„Es spricht einiges dafür, dass die Umsätze im vierten Quartal steigen werden,“ kommentiert Matthew Colbourne aus dem internationalen Research von Knight Frank. „Es stehen noch eine Reihe großer Portfolioverkäufe an.“ Dennoch werde das Gesamtergebnis deutlich unter dem Hoch von 2015 liegen.

Das laufende Jahr sollte laut Knight Frank indes nicht notwendigerweise als Start einer langen Abwärtskurve betrachtet werden. Die Stimmung auf dem europäischen Gewerbeimmobilienmarkt sei im Großen und Ganzen weiterhin positiv.

Eine kürzlich von Knight Frank erhobene Umfrage zeige, dass 68 Prozent der befragten Investoren für 2017 eine stabile bis steigende Nachfrage in diesem Sektor erwarten.

Preise leicht gestiegen

Trotz der geringeren Transaktionen seien die Preise in diesem Jahr recht robust geblieben. Die von Knight Frank erhobene gewichtete Durchschnittsrendite für erstklassige Büroobjekte habe um sieben Basispunkte auf das Rekordtief von 4,55 Prozent nachgegeben.

Die stärksten Veränderungen gab es in den Beneluxländern und in Zentralosteuropa. Auch in Paris seien die Renditen um 25 Basispunkte auf ein neues Tief von 3,0 Prozent gesunken. Renditen unter vier Prozent in den wichtigsten europäischen Märkten seien für viele Investoren im aktuellen Niedrigzinsumfeld unverändert attraktiv.

Vermietungsvolumen geht leicht zurück

Das Bürovermietungsvolumen in Europa liegt laut Knight Frank im dritten Quartal rund fünf Prozent unterhalb des vergleichbaren Vorjahreswertes. Das gehe zum einen auf träge Vermietungen in London und Madrid zurück.

Insgesamt hätten in 2016 bis Ende September dagegen rund vier Prozent mehr Flächen vermietet werden können als 2015. So hätten Städte wie Berlin, Brüssel, Dublin, Paris und Wien die Vorjahresergebnisse übertroffen.

Mieten wachsen leicht

Das dritte Quartal 2016 zeichne sich auch durch Mietzuwachs aus. Durch die starke Nachfrage und das sinkende Angebot in vielen europäischen Geschäftszentren ist der Knight Frank Index für Mieten erstklassiger Büroflächen im dritten Quartal um ein Prozent gestiegen.

Dafür seien Märkte wie Berlin (plus 7,7 Prozent), Stockholm (plus 7,3 Prozent), Dublin (plus 4,3 Prozent) und Paris (plus 1,3 Prozent) verantwortlich. Im Londoner West End hätten die Spitzenmieten dagegen um 4,3 Prozent nachgegeben. Das spiegele die zögerliche Nachfrage für die besten Immobilien nach dem EU-Referendum zugunsten eines Austritts aus der Gemeinschaft. (bk)

Foto: Shutterstock

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