Offene Immobilienfonds: Gefragt wie nie

Die Hochpreisphase bringt für die offenen Immobilienfonds nicht nur große Herausforderungen, sondern auch Chancen mit sich. Dies betrifft in erster Linie den Verkauf von Objekten. Die Nachfragesituation bietet aktuell sehr günstige Gelegenheiten, Immobilien zu veräußern, die nicht mehr zur Strategie passen.

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Die Ziele sind hierbei – neben der Erzielung eines möglichst hohen Verkaufserlöses – die Portfoliobereinigung und kontinuierliche Verjüngung des Bestands. Typische „Verkaufskandidaten“ sind beispielsweise ältere Objekte oder kleinere Immobilien mit überproportional hohem Verwaltungsaufwand.

Gefragter denn je

Das Fazit lautet: Offene Immobilienfonds sind gefragter denn je. Im Jahr 2014 flossen ihnen nach Angaben des BVI rund 22 Milliarden Euro zu, im Jahr 2015 waren es bis Ende November bereits 3,1 Milliarden Euro.

Ohne Begrenzung der Zuflüsse durch Kontingentierung und rote Vertriebsampeln wären manchen Fonds sogar noch wesentlich größere Beträge zugeflossen. Hier verhalten sich die Anbieter aber verantwortungsvoll und verhindern, dass eine zu hohe Liquidität die Performance der Fonds beeinträchtigt.

Wichtigster Treiber für die hohen Zuflüsse ist das Niedrigzinsumfeld. Anleger suchen in diesen Zeiten die stabile Sachwertanlage. Das wird auch in 2016 so bleiben. Davon profitieren die bestehenden Fonds.

Neue Fonds hingegen, die es inzwischen auch wieder gibt, müssen ihr Portfolio in einer Hochpreisphase aufbauen. Das stellt das Fondsmanagement vor besondere Herausforderungen.

Seine besondere Stabilität, die der offene Immobilien-Publikumsfonds über alle Krisen hinweg bewiesen hat, entfaltet er erst, wenn er eine gewisse Größe erreicht hat und einen nach Standorten, Ländern und Nutzungsarten breit gestreuten Immobilienbestand aufweisen kann.

Autor Dr. Reinhard Kutscher ist Vorsitzender der Geschäftsführung bei Union Investment Real Estate, Hamburg.

Foto: Union Investment Real Estate

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