1. November 2016, 14:28
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Unsichere Weltwirtschaft dämpft Preisentwicklung bei Top-Wohnimmobilien

Die Preise für Top-Wohnimmobilien in den wichtigsten Städten der Welt sind im dritten Quartal 2016 nach Angaben des Beratungsunternehmens Knight Frank langsamer gewachsen. Den höchsten Zuwachs verbucht Vancouver.

Shutterstock 129899264 in Unsichere Weltwirtschaft dämpft Preisentwicklung bei Top-Wohnimmobilien

Das Preiswachstum für internationale Luxusimmobilien hat sich abgekühlt.

Obwohl die Preise für Luxuswohnimmobilien in den wichtigsten Städten der Welt im dritten Quartal 2016 um 3,8 Prozent gestiegen sind, lag die Wachstumsrate laut Knight Frank in 18 der 37 untersuchten Standorte unter dem Wert des letzten Quartals.

So hätten sich in Vancouver, Toronto, London, Sydney und Melbourne neue, in den letzten zwölf Monaten eingeführte Steuern ausgewirkt. Nicht nur höhere Stempelsteuern drückten auf die Immobilienpreise im Top-Segment, sondern auch zusätzliche Abgaben oder das Schließen von Schlupflöchern für ausländische Käufer.

Vancouver an der Spitze des Rankings

Trotzdem stehe Vancouver weiterhin an der Spitze des Städterankings, das Knight Frank alle drei Monate publiziert. Allerdings seien die Preise in der kanadischen Metropole im dritten Quartal 2016 lediglich um 1,5 Prozent gestiegen.

In den letzten vier Quartalen habe dieser Wert im Schnitt bei 8,1 Prozent gelegen. Eine neue Steuer in Höhe von 15 Prozent für Käufer aus dem Ausland und Diskussionen über weitere Steuern für leerstehende Wohnungen und Häuser in 2017 hätten die Transaktionen gebremst.

Brexit und US-Wahl erzeugen Unsicherheit

Wahlen und Referenden scheinen laut Knight Frank eine abwartende Haltung bei denjenigen zu erzeugen, die im Umfeld des Brexits in Großbritannien und der anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA agieren wollen.

Die Spitzenpreise in London hätten per Ende September 2016 im Jahresvergleich um 2,1 Prozent nachgegeben. „Die Stempelsteuer hat hier wesentlich höheren Einfluss als das EU-Referendum“, kommentiert Kate Everett-Allen, Partner und Researcherin bei Knight Frank. „In einigen Fällen war das EU-Referendum Auslöser für überfällige Preiskorrekturen.“

Der durchschnittliche Preis für Apartments in Manhattan hat laut Knight Frank Anfang 2016 die Grenze von zwei Millionen US-Dollar überschritten. Auch wenn die Verkaufszahlen moderat seien, zeigten sich die Preise in New York robust.

Chinesische Städte dominieren Top Ten

Chinesische Städte wie Schanghai (23,4 Prozent), Kanton (14,3 Prozent) und Peking (7,1 Prozent) dominieren laut Knight Frank die Top Ten des Städterankings. Allerdings hätten einige lokale Regierungen jüngst Abkühlungsmaßnahmen eingeleitet.

In Hongkong, wo die Preise 4,7 Prozent unter dem letzten Hoch im zweiten Quartal 2015 lägen, habe die Preissteigerung von 4,1 Prozent im dritten Quartal 2016 die Abwärtsspirale zum Stillstand gebracht. Durch die hohe Nachfrage seien mehr Verkäufe zum Abschluss gekommen.

Europa: Wachstum in Dublin am stärksten

In Europa steht Dublin (5,5 Prozent) bei den Wachstumraten an der Spitze, Paris (minus 3,8 Prozent) am unteren Ende der Skala. Der anstehende Austritt Großbritanniens aus der EU, die monetäre Lockerung und Negativzinsen hätten dazu geführt, das Europa die zweitschwächste Region nach Russland und den GUS-Staaten sei.

„In den nächsten sechs bis zwölf Monaten werden Währungsänderungen eine wichtige Determinante bei der internationalen Nachfrage in den bedeutendsten Städten der Welt sein“, sagt Everett-Allen. „Im Umfeld der unsicheren Weltwirtschaft legen immer mehr Investoren ihren Fokus auf die USA als sicheren Hafen für ihr Geld, und ein starker US-Dollar wird sich global auswirken.“ (bk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Standard Life: 600.000 Verträge und 26 Milliarden Euro nach Irland übertragen

Während im britischen Parlament wegen des Brexits immer noch die Fetzen fliegen, ist Standard Life deutlich weiter. Das oberste schottische Zivilgericht (Court of Session) hat dem Plan zugestimmt, die Verträge von der schottischen Standard Life Assurance Limited auf die irische Standard Life International DAC zu übertragen.

mehr ...

Immobilien

Crowdinvesting: Stellen Sie sich breit auf!

Immobilien stellen das wachstums- und volumenstärkste Crowdinvest-Segment 
in Deutschland dar. Mit den regulatorischen Vorgaben für Privatanleger haben sich die Anbieter zwar arrangiert, hätten aber auch nichts dagegen, wenn die Bundesregierung sie kippen würde. Teil Eins

mehr ...

Investmentfonds

“Chancen ergeben sich aus der Ineffizienz der Kapitalmärkte”

Lohnt es sich trotz der ernüchternden Ergebnisse in 2018 in Value-Strategien zu investieren? Darüber hat Cash. mit Andreas Wosol gesprochen. Wosol ist Head of Multi Cap Value & Senior Portfolio Manager des Amundi European Equity Value.

mehr ...

Berater

“Deutsche Commerz”: Mitarbeiter kämpfen gegen Fusion

Gewerkschaften machen von Anfang an Front gegen ein Zusammengehen von Deutscher Bank und Commerzbank. Sie fürchten den Verlust Zehntausender Jobs und die Schließung zahlreicher Filialen. Verdi will nun Kräfte bündeln. Auch die EU-Kommission meldet sich zu Wort.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin-Kampfansage an Vermögensanlagen

Die BaFin hat verschiedene Arten von Vermögensanlagen-Emissionen in Bezug auf Bedenken für den Anlegerschutz “verstärkt im Blick”, genauer gesagt: fast alle. Sie droht sogar “Produktinterventionen” an, also Verbote. Ein Hammer. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...