3. November 2017, 14:52
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Altersgerechtes Wohnen: So wird das Zuhause barrierefrei

Wer ein Eigenheim baut oder kauft, möchte in der Regel auch seinen Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen. Dr. Klein gibt Tipps, wie Bauherren ihr Zuhause frühzeitig auf die Zukunft vorbereiten können.

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Wer die richtigen Maßnahmen trifft, kann die eigene Immobilie auch noch im Alter bewohnen.

Viele Immobilienbesitzer möchten ihr Eigenheim auch als Senioren nicht aufgeben. Doch viele zuvor selbstverständliche Tätigkeiten wie das Treppensteigen fallen mit zunehmendem Alter schwerer.

Dr. Klein erklärt, mit welchen Maßnahmen sich der Wohnkomfort erhöhen lässt.

Frühzeitige Planung spart im Alter Zeit und Geld

„Bei der Planung ihrer Finanzen sorgen die meisten jungen Menschen auch fürs Alter vor, bei der eigenen Immobilie hingegen ist das allzu oft nicht der Fall“, weiß Andreas Brendel, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Hannover. „Dabei gestaltet sich für Bauherren, die bereits bei der Planung einige Punkte berücksichtigen, ein entsprechender Umbau im Alter deutlich kostengünstiger und einfacher.“

Vor allem Türen, Räume und Durchgänge sollten von Vornherein großzügig geplant werden. Die Mindestbreite für Hauseingang und Zugangsweg liege bei 1,20 Meter. Für Türen innerhalb des Hauses gelten 90 Zentimetern als ausreichend. Die Räume selbst sollten zudem groß genug sein, dass sie sich auch mit einem Rollstuhl oder einer Gehhilfe bequem nutzen lassen.

Von einem großzügig geschnittenen Haus würden die Bewohner unter Umständen schon lange vor dem Rentenalter profitieren: Junge Eltern hätten etwa mehr Platz für das Manövrieren des Kinderwagens und passten auch dann noch durch die Tür, wenn sie in der einen Hand den Nachwuchs und in der anderen Hand die Einkäufe balancierten.

Barrieren reduzieren, Wohn- und Lebensqualität erhöhen

Auch Unscheinbares wie die Kante des Wohnzimmerteppichs, die Pfütze mit Regenwasser im Hof oder der unzureichend ausgeleuchtete Eingangsbereich könnten schnell zur Stolperfalle werden.

Es sei daher wichtig, frühzeitig alle Räume auf Hindernisse und Barrieren zu prüfen. Oft reichten schon einfache Maßnahmen wie eine bessere Beleuchtung, höhenverstellbares Mobiliar oder rutschfeste Bodenbeläge aus, um die Wohnqualität deutlich zu erhöhen.

Besonders wichtig sei die Barrierefreiheit im Badezimmer. Das Ausrutschen in der Wanne oder auf nassen Fliesen sei eine häufige Unfallursache. Damit es gar nicht erst so weit komme, seien ein einfacher Zugang zu Badewanne oder Dusche sowie ein rutschhemmender Boden nötig. An allen wichtigen Stellen sollten sich zudem Haltegriffe befinden.

„Falls doch einmal ein Unfall passiert, braucht es eine Tür, die sich nach außen hin öffnen lässt – so gelangen Helfer schneller ins Bad“, rät Andreas Brendel.

Hilfe bei Planung und Finanzierung

Die gesetzliche Planungsgrundlage und eine wichtige Orientierungshilfe für den Umbau des Eigenheims ist die DIN 18040-2 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen: Wohnungen“.

Brendel empfiehlt zudem: „Wenn man Geld in die Hand nimmt und in den Umbau des eigenen Zuhauses investiert, sollte man es zu 100 Prozent an die individuellen Bedürfnisse anpassen und dazu gegebenenfalls Experten wie Architekten oder Handwerker um Rat fragen.“

Auch bei der Finanzierung ist Förderung sinnvoll: Die staatliche KfW-Bank fördert zahlreiche Umbaumaßnahmen der eigenen vier Wände. Für das Jahr 2017 sind die vorgesehenen Bundesmittel für den Bereich Barrierereduzierung laut Dr. Klein bereits aufgebraucht, eine Förderung sei im Jahr 2018 wieder möglich. Dabei sei jedoch zu beachten, dass die Vorhaben bei Antragstellung noch nicht begonnen haben dürfen. (bk)

Foto: Shutterstock

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