Anzeige
22. Februar 2017, 09:03
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BGH-Urteil: Erleichterung bei Bausparkassen, Enttäuschung bei Verbraucherschützern

Verbraucherschützer zeigen sich enttäuscht über das BGH-Urteil zur Kündigung von Bauspar-Altverträgen. Die Bausparkassen dagegen begrüßen das Urteil als Bestätigung ihrer Geschäftspraxis.

Haus-geld-shutt 200541344 in BGH-Urteil: Erleichterung bei Bausparkassen, Enttäuschung bei Verbraucherschützern

Einen Bausparvertrag über mehr als zehn Jahre als reine Sparanlage laufen zu lassen, widerspricht dem Sinn und Zweck des Bausparens, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) am Dienstag.

Die Bestätigung von Kündigungen gut verzinster Bausparverträge durch den Bundesgerichtshof (BGH) ist aus Sicht von Verbraucherschützern ein schwerer Rückschlag für Kunden.

“Das Bundesgericht hat heute den Grundsatz der Vertragstreue schwer erschüttert – die Verbraucher können sich jetzt offensichtlich nicht darauf verlassen, dass die Verträge einzuhalten sind”, sagte Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale (VZ) Baden-Württemberg am Dienstag nach dem Urteil in Karlsruhe (Az. XI ZR 185/16 u.a).

BGH bestätigt Sonderkündigungsrecht

Seit 2015 haben Bausparkassen etwa 250.000 Kunden gekündigt, weil diese ihre alten Verträge nur zur Guthabenanlage nutzten und relativ hohe Zinsen einstrichen. Bei den Kündigungen bezogen sich die Finanzinstitute auf eine Art Sonderkündigungsrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch. Der Entscheidung des BGH vom 21. Februar 2017 zufolge war das rechtmäßig.

Verbraucherschützer Nauhauser wirft den Bausparkassen vor, die Sparverträge früher als reine Guthaben-Anlage verkauft zu haben.

Bausparkassen-Verband: Urteil gute Nachricht für Spargemeinschaft

Erleichtert hat dagegen der Verband der Privaten Bausparkassen auf das Urteil reagiert. “Verträge zu kündigen, macht alles andere als Freude – umso wichtiger ist es, jetzt bestätigt zu bekommen, dass diese Kündigungen rechtmäßig erfolgt sind”, sagte ein Sprecher des Verbands, zu dem die Bausparkasse Wüstenrot gehört. Diese war vor das oberste deutsche Gericht gezogen, um die Kündigungen der Altverträge durchzusetzen.

Der Verbandssprecher sagte zudem: “Das ist eine gute Nachricht für die Bauspargemeinschaft als Ganzes, die weiterhin auf die Stabilität dieses Systems vertrauen darf.”

Aus Sicht der Bausparkassen widersprach die Nutzung gut verzinster Altverträge als dauerhafte Sparanlage dem Kollektivgedanken, dass Vertragsinhaber in einer Sparphase zunächst einzahlen und anschließend Darlehen ziehen. In Deutschland gibt es rund 30 Millionen Bausparverträge. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

1 Kommentar

  1. Schiessen sich die Bausparkassen jetzt selbst aus dem Markt. Gerade in Großstädten haben sich viele -und so wurde es auch verkauft, wegen der super Prämien-für das Bausparen entschieden, obwohl ein Wohnungskauf nie realistisch war.
    Dieser Teil hat sich wohl erledigt. Wer aber in der Jetztzeit einen Bausparvertrag abschliesst, hat wohl von den niedrigen Zinsen nichts mitbekommen. Wesentlich günstiger und nicht jahrelang auf die Zuteilung warten müssen…

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 22. Februar 2017 @ 18:34

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Risiko-LV: Kunden gewinnen, Abschlussquoten steigern

Risiko-Lebensversicherungen machen laut Branchenzahlen mehr als ein Fünftel des Neugeschäftes der deutschen Lebensversicherer aus. Was Anbieter tun können um sich im Wettbewerb erfolgreich aufzustellen, hat das Marktforschungsinstitut Heute und Morgen untersucht.

mehr ...

Immobilien

Ab auf die Insel: Privatinsel in Irland steht zum Verkauf

Wer schon immer von einer eigenen Insel geträumt hat, könnte sich diesen Traum in Irland erfüllen – das nötige Kapital vorausgesetzt. Die Privatinsel “Horse Island” steht zum Verkauf, mitsamt einem gerämigen Anwesen. Sogar ein Hubschrauberlandeplatz steht zur Verfügung.

mehr ...

Investmentfonds

Was Bella Italia noch retten kann

Italien ist praktisch pleite und braucht eine europäische Lösung. Eine italienische und damit finale Euro-Krise ist aller Voraussicht nach nicht das, was Brüssel will. Die Halver-Kolumne 

mehr ...
18.10.2018

Aufstieg der ETFs

Berater

JDC bietet Webinare zur neuen DIN-Norm in der Finanzberatung

Die neue DIN 77230 “Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte” ersetzt die bisherige DIN SPEC 77222. Die neue Norm nimmt sich, wie ihr SPEC-Vorläufer, die Basisanalyse der Finanzen von Privathaushalten vor. Jung, DMS & Cie. bietet deshalb Webinare für Vertriebspartner an, um auf die neue DIN-Norm zu schulen. 

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R–Insolvenz: Über 4.500 Gläubiger in Münchner Olympiahalle

Für die ersten Gläubigerversammlungen der insolventen deutschen P&R-Gesellschaften fanden sich in dieser Woche 4.500 Gläubiger in der Münchner Olympiahalle ein. Was geschah dort?

mehr ...

Recht

Falling down: Wer haftet bei rutschigen Bürgersteigen?

Der Herbst und das liebe Laub. Was im Sonnenschein auf den Bäumen noch schön aussieht, kann am Boden schnell zur Gefahr werden. Wird Laub nicht beseitigt und führt zu Unfälle, kann’s teuer werden. Mal ganz abgesehen von dem drohenden Ärger mit der Justiz. Worauf Mieter und Hausbesitzer jetzt achten sollten.

 

mehr ...