8. August 2017, 15:02
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Weltweiter Bauboom am Büroflächenmarkt

Weltweit befindet sich ein Rekordvolumen an Büroflächen im Bau oder in der Planung, so ein Report von Cushman & Wakefield. Auch wenn das Angebot die Nachfrage übersteige, seien die Marktaussichten weiter positiv.

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Die Mehrheit der Projektentwickler konzentriert sich auf die weltweit wichtigen Städte.

Über 65 Millionen Quadratmeter neuer Büroflächen kommen bis Ende 2019 auf den Markt, so der Report Global Office Forecast von Cushman & Wakefield.

Dieses Neubauvolumen entspreche dem gesamten Büroflächenbestand der fünf Großstädte Washington, D.C., Dallas, London, Singapur und Shanghai. Der Report identifiziert wichtige Wirtschaftstreiber, prognostiziert das Angebot und die Nachfrage sowie das potenzielle Mietpreiswachstum für über 100 Großstädte rund um den Globus.

Anstieg des Leerstands zu erwarten

Obwohl sich die Nachfrage mit circa 48 Millionen Quadratmetern im Zeitraum 2017 bis 2019 auf einem gesunden Niveau bewege, bleibe sie deutlich hinter dem Angebot zurück, was zu einem Anstieg des Leerstands in den meisten Städten weltweit führen werde.

Aus dieser Perspektive könnte man zu dem Schluss kommen, dass aktuell zu viel gebaut werde. Andererseits sei in den letzten Jahren mehr als deutlich geworden, dass Nutzer bei ihrer globalen Expansion im Allgemeinen neue, qualitativ hochwertige Büroflächen älteren Flächen in B- oder C-Objekten vorziehen.

In den USA etwa hätten neu errichtete, qualitativ hochwertige Flächen 65 Prozent der gesamten Büroflächenabsorption seit 2012 ausgemacht. In diesem Zyklus hätten Projektentwickler meistens Erfolg mit Top-Produkten gehabt, sogar in Märkten mit hohen Leerstandquoten.

Hinzu komme, dass die Kombination einer schnell wachsenden globalen Wirtschaft mit niedrigen Zinsen eine gute Voraussetzung für eine dynamische Nachfrage nach Büroflächen darstellt.

„Die Mehrheit der Projektentwickler konzentriert sich auf die weltweit wichtigen Städte; genau dort, wo der Hunger nach neuen Hochglanz-Gebäuden am größten ist. Um die Vermietung der Büroneubauten mache ich mir daher keine Sorgen, da dieses Angebot die Nutzerbedürfnisse befriedigt. Ich bin eher besorgt darüber, was diese Angebotswelle für schlechter ausgestattete Objekte bedeutet. Ich fürchte, dass hier ein harter Wettbewerb bevorsteht”, sagt Kevin Thorpe, Global Chief Economist von Cushman & Wakefield.

Europas Büromarkt am ausgeglichensten

Die Entwicklungspipeline in Europa ist laut Cushman & Wakefield gut gefüllt, jedoch nicht so stark wie in den Regionen Asien-Pazifik und Amerika. Einige wichtige europäische Büromärkte, wie beispielsweise Paris, London und Brüssel, würden in den kommenden zwei Jahren einen zyklischen Höhepunkt der Neubauaktivitäten erreichen, dennoch würden die Leerstandsraten niedriger sein als vor der Finanzkrise.

“Eine genaue Vorhersage, wann Flächen auf den Markt kommen, ist nicht für alle geplanten Projekte möglich, da einige Entwickler noch vorsichtig agieren aufgrund der Unsicherheiten durch die EU-Brexit-Verhandlungen. Insgesamt präsentieren sich die Rahmenbedingungen des Büromarktes in Europa noch weitgehend ausgeglichen und unterstützen somit die nächste Etappe des Zyklus”, sagt Elisabeth Troni, Head of EMEA Research & Insight bei Cushman & Wakefield.

Berlin und Frankfurt unter den Top Ten in Europa

In den Top Ten der Märkte mit dem höchsten zu erwartenden durchschnittlichen jährlichen Mietwachstum finden sich laut Cushman & Wakefield unter den ersten vier Madrid, Berlin und Stockholm. Frankfurt, Mailand und Budapest finden sich ebenso unter die ersten zehn.

„Berlin und Frankfurt werden auch in den kommenden Jahren zu den Städten in Deutschland mit dem stärksten Anstieg der Büromieten gehören. Das liegt am Mangel an hochwertigen neuen Flächen an beiden Standorten und in Frankfurt zusätzlich an den steigenden Anfragen von in London ansässigen Finanzunternehmen, die sich nach Alternativen im Falle eines harten Brexit umsehen“, erläutert Heiko Himme, Niederlassungsleiter Berlin und Head of Office Agency Germany bei Cushman & Wakefield. (bk)

Foto: Shutterstock

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