2. Januar 2017, 08:03
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Crowdinvesting: Mehr Regulierung, bitte!

Zwar verzeichnet das Crowdinvestingvolumen für Immobilien erfreuliche Zuwächse, doch der Markt kann sein volles Potenzial noch lange nicht ausschöpfen, da es an Transparenz mangelt. Mehr Regulierung könnte sich als Segen erweisen. Gastbeitrag von Michael Stephan, iFunded

Michael Stephan IFunded in Crowdinvesting: Mehr Regulierung, bitte!

“Private Anleger können selbst bei guter Marktkenntnis oft nicht erkennen, welche Anbieter nach welchen Kriterien vorgehen.”

In Zeiten von Mietpreisbremse, Milieuschutzgebieten und der Wohnimmobilienkreditrichtlinie weitere Regulierungen zu fordern, mag auf den ersten Blick kurios erscheinen.

Beim Thema Schwarmfinanzierung für Immobilien stehen die Zeichen jedoch anders: Was anderen Unternehmen der Immobilienbranche Bauchschmerzen bereitet, könnte sich als Segen für die Crowdinvesting-Plattformen erweisen.

Viele Anleger sind noch zurückhaltend

Für Crowdinvesting-Plattformen würde mehr Regulierung eine Konsolidierung des Marktes bedeuten. Zwar verzeichnet das via Crowdinvesting erzeugte Transaktionsvolumen auch dieses Jahr erfreuliche Zuwächse, doch der Markt kann sein ganzes Potenzial noch lange nicht ausschöpfen.

Schuld daran sind die schwarzen Schafe der Branche, unseriöse Anbieter, die die von ihnen betreuten Projekte vorher keiner gründlichen Prüfung unterziehen.

Da es sich bei Crowdinvesting um ein nachrangiges Darlehen handelt, ist die Seriosität der Anbieter aber umso wichtiger. Noch sind viele potenzielle Anleger eher zurückhaltend – aus Angst vor dem Risiko.

Private Anleger können selbst bei guter Marktkenntnis oft nicht erkennen, welche Anbieter nach welchen Kriterien vorgehen – hier fehlt es gegenwärtig an Transparenz. Seriöse Unternehmen, die ihre Objekte genau auswählen und hohe Maßstäbe ansetzen, gehen in der Angebotsflut oft unter, zumal sie realistische Renditechancen versprechen und nicht mit astronomischen Zahlen locken.

Die Politik sollte Standards festlegen

Aus diesem Grund muss die Politik Standards festlegen, nach denen sich alle richten müssen. Was ist erlaubt, was nicht? Was muss ein Projektentwickler vorweisen können, um als Kandidat für das Crowdinvesting infrage zu kommen? Welche Haftung übernehmen die Plattformen?

All das würde schnell für klare Verhältnisse sorgen. Wer also bereits jetzt einer anlegerorientierten Unternehmensphilosophie folgt, muss sich vor mehr staatlicher Regulierung nicht fürchten.

Das gesamte Anlagevehikel Crowdinvesting würde davon profitieren: Durch eine vereinheitlichende Gesetzgebung würde der Staat zeigen, dass das Crowdinvesting-Segment in der Immobilienwelt nicht mehr nur ein Nischenthema ist – sondern dass es Potenzial hat, in einigen Jahren zur attraktiven Alternative verglichen mit den klassischen Finanzierungmethoden zu werden.

Autor Michael Stephan ist Geschäftsführer der Crowdinvesting-Plattform iFunded.

Foto: iFunded

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