Empirica: „Jeder Zyklus ist einmal vorbei“

Der Preisanstieg auf dem Markt für Eigentumswohnungen setzt sich nach Angaben von Empirica in den Top 7-Städten ungemindert fort. Mittelfristig aber werden Preiskorrekturen kommen, warnen die Researcher.

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Die Preise für Eigentumswohnungen sind im vierten Quartal 2016 erneut stärker gewachsen als die Mieten.

Die Immobilienpreise in Deutschland steigen weiter an. Im Durchschnitt aller Baujahre legten die Indices von Miet- und Eigentumswohnungen sowie von Ein- und Zweifamilienhäusern nach einer aktuellen Auswertung von Empirica im vierten Quartal 2016 nochmals zu.

Der Index für Eigentumswohnungen sei gegenüber dem letzten Quartal um 2,0 Prozent angestiegen. Der Index für Ein-/Zweifamilienhäuser legte im selben Zeitraum um 1,2 Prozent zu.

Auch die Mietpreise sind weiter gestiegen, allerdings mit einem Wachstum von 1,0 Prozent gegenüber dem letzten Quartal weitaus weniger als die Immobilienpreise. Gemessen an der Mietentwicklung liegt das Rückschlagpotenzial für die Preise laut Empirica nunmehr bei 27 Prozent.

Preisrückgang wird kommen

Kurzfristig könnte eine Zinswende diesen Preistrend laut Empirica sogar verstärken, weil Käufer auf den anfahrenden Zug aufspringen würden und die aufkommende Inflation die reale Verzinsung alternativer Anlagen verschlechtere.

„Mittelfristig aber müssen die realen Immobilienpreise bei ,normalen‘ Zinsen nachgeben: Alternative Anlagen werden für Kapitalanleger dann attraktiver, während die zyklischen Mietsteigerungen nun zu Ende gehen und eine verschärfte Mietpreisbremse die Immobilienrendite weiter senken könnte“, sagt Dr. Reiner Braun, Vorstand von Empirica.

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Selbstnutzer sind die Dummen

Junge Familien auf der Suche nach dem Eigenheim sind laut Empirica die Dummen: Sie zahlten entweder heute hohe Preise oder morgen hohe Zinsen. Ihnen helfe nur eine beherzte Baulandausweitung. Dabei seien die Kommunen gefordert.

„Denn alle gut gemeinten Vorschläge verpuffen ohne ausreichendes Bauland – das gilt für Baukindergeld genauso wie für pauschale Notar- und Grundbuchkosten oder das Bestellerprinzip für Maklerkosten beim Immobilienkauf“, betont Braun. (bk)

Foto: Shutterstock

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