23. August 2017, 11:27
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Energetische Sanierung vor Immobilienverkauf lohnt sich oft nicht

Wer seine Bestandsimmobilie vor dem Verkauf energetisch saniert, erzielt seltener einen höheren Verkaufspreis als noch vor einigen Jahren, so Immowelt. Der aktuelle Marktmonitor Immobilien 2017 zeigt, welche Maßnahmen Makler empfehlen und von welchen sie abraten. 

Energetische Sanierung: Makler raten ab

Energetische Sanierungen versprechen immer seltener Wertsteigerung.

Noch nie spielte der energetische Zustand eine geringere Rolle für die Vermarktung einer Immobilie als heute.

Das geht aus dem diesjährigen Marktmonitor Immobilien des Nürnberger Online-Portals Immowelt hervor, für den 315 zufällig ausgewählte Makler und Immobilienexperten aus ganz Deutschland befragt wurden.

Konnten im Jahr 2010 noch 60 Prozent aller befragten Immobilienprofis höhere Kaufpreise für energetisch sanierte Objekte erzielen, waren es dieses Jahr nur noch 43 Prozent, drei Prozent weniger als im Vorjahr.

Die befragten Makler schätzten den durchschnittlichen Kaufpreisabschlag durch Sanierungsrückstände auf 19,6 Prozent, was viele Sanierungsmaßnahmen teurer als den durch sie erzielten Mehrgewinn mache.

Wenn Sanierung, dann Dach, Fenster und Heizung

Diese Entwicklung führe dazu, dass mehr Makler ihren Kunden von der Sanierung abraten. Waren es 2010 nur zwölf Prozent aller Befragten, läge dieser Anteil heute bei etwa einem Drittel.

Die am häufigsten empfohlenen Sanierungsmaßnahmen sind laut Marktmonitor die Dachdämmung (empfohlen von 57 Prozent der Befragten), der Einbau einer Brennwertheizung (40 Prozent) oder einer Wärmeschutzverglasung (39 Prozent).

Am stärksten an Beliebtheit eingebüßt habe die Vollverdämmung der Fassade. Vor wenigen Jahren noch vom Großteil der Makler empfohlen, täten dies jetzt nur noch 18 Prozent.

Wohnungsmangel senkt die Ansprüche

Sowohl bei Kaufimmobilien als auch bei Mietwohnungen beobachtete der Marktmonitor, dass Käufer und Mieter heute eher bereit sind, Abstriche bei den energetischen und technischen Standards zu machen.

Das ließe sich vorrangig auf den in vielen Städten und Regionen vorherrschenden Wohnungsmangel zurückführen, bei dem die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot übersteigt, weshalb auch ältere Immobilien mit Sanierungsrückständen attraktiv würden.

So berichte auch in Bezug auf Mietimmobilien nur noch ein Viertel der befragten Makler einen Mehrpreis für energetisch sanierte Wohnungen erzielen zu können.

Die wachsende Wohnungsknappheit vereinfacht, den Ergebnissen des Marktmonitors zufolge, die Vermarktung von energetisch nicht optimalen Immobilien. (bm)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Einnahmen der Rentenversicherung trotz Corona gestiegen

Die Deutsche Rentenversicherung kommt nach eigenen Angaben finanziell bisher gut durch die Corona-Krise. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres seien die Beitragseinnahmen weiter leicht gestiegen, teilte ein Sprecher mit.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Kretschmann bezweifelt schnellen Siegeszug des E-Autos

Vielen geht die Wende hin zur Elektromobilität aus Klima-Gründen längst nicht schnell genug. Der Grünen-Politiker Kretschmann hat dagegen keine Eile. Ganz im Gegenteil

mehr ...

Berater

Adcada GmbH stellt Insolvenzantrag

Die Adcada GmbH aus Bentwisch (bei Rostock) hat Insolvenz angemeldet. Vorausgegangen waren unter anderem Auseinandersetzungen mit der Finanzaufsicht BaFin, die nun von Adcada für die Insolvenz mitverantwortlich gemacht wird. Das Unternehmen war auch in die Schlagzeilen geraten, weil es Anlegergeld zur Produktion von Corona-Schutzmasken einsammeln wollte.

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...