Energetische Sanierung vor Immobilienverkauf lohnt sich oft nicht

Wer seine Bestandsimmobilie vor dem Verkauf energetisch saniert, erzielt seltener einen höheren Verkaufspreis als noch vor einigen Jahren, so Immowelt. Der aktuelle Marktmonitor Immobilien 2017 zeigt, welche Maßnahmen Makler empfehlen und von welchen sie abraten. 

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Energetische Sanierungen versprechen immer seltener Wertsteigerung.

Noch nie spielte der energetische Zustand eine geringere Rolle für die Vermarktung einer Immobilie als heute.

Das geht aus dem diesjährigen Marktmonitor Immobilien des Nürnberger Online-Portals Immowelt hervor, für den 315 zufällig ausgewählte Makler und Immobilienexperten aus ganz Deutschland befragt wurden.

Konnten im Jahr 2010 noch 60 Prozent aller befragten Immobilienprofis höhere Kaufpreise für energetisch sanierte Objekte erzielen, waren es dieses Jahr nur noch 43 Prozent, drei Prozent weniger als im Vorjahr.

Die befragten Makler schätzten den durchschnittlichen Kaufpreisabschlag durch Sanierungsrückstände auf 19,6 Prozent, was viele Sanierungsmaßnahmen teurer als den durch sie erzielten Mehrgewinn mache.

Wenn Sanierung, dann Dach, Fenster und Heizung

Diese Entwicklung führe dazu, dass mehr Makler ihren Kunden von der Sanierung abraten. Waren es 2010 nur zwölf Prozent aller Befragten, läge dieser Anteil heute bei etwa einem Drittel.

Die am häufigsten empfohlenen Sanierungsmaßnahmen sind laut Marktmonitor die Dachdämmung (empfohlen von 57 Prozent der Befragten), der Einbau einer Brennwertheizung (40 Prozent) oder einer Wärmeschutzverglasung (39 Prozent).

Am stärksten an Beliebtheit eingebüßt habe die Vollverdämmung der Fassade. Vor wenigen Jahren noch vom Großteil der Makler empfohlen, täten dies jetzt nur noch 18 Prozent.

Wohnungsmangel senkt die Ansprüche

Sowohl bei Kaufimmobilien als auch bei Mietwohnungen beobachtete der Marktmonitor, dass Käufer und Mieter heute eher bereit sind, Abstriche bei den energetischen und technischen Standards zu machen.

Das ließe sich vorrangig auf den in vielen Städten und Regionen vorherrschenden Wohnungsmangel zurückführen, bei dem die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot übersteigt, weshalb auch ältere Immobilien mit Sanierungsrückständen attraktiv würden.

So berichte auch in Bezug auf Mietimmobilien nur noch ein Viertel der befragten Makler einen Mehrpreis für energetisch sanierte Wohnungen erzielen zu können.

Die wachsende Wohnungsknappheit vereinfacht, den Ergebnissen des Marktmonitors zufolge, die Vermarktung von energetisch nicht optimalen Immobilien. (bm)

Foto: Shutterstock

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