Immobilienmärkte: Folgen der amerikanischen Politik

Welche Folgen hat die Politik Donald Trumps? LaSalle Investment hat die Konsequenzen für die Immobilienmärkte analysiert. Auch technologische Entwicklungen könnten für Umwälzungen sorgen.

Claus P. Thomas: „Die Risiken dürfen nicht ignoriert werden.“

Donald Trump setzt um, was er in seinem Wahlprogramm angekündigt hatte. Die aus dieser Politik resultierenden Risiken lassen sich in drei Kategorien verallgemeinern: strukturelle, zyklische und langfristige.

Nicht alle sind Trumpscher Politik geschuldet. Aber der neue US-Präsident wirkt zweifellos als Dynamo verschiedener Entwicklungen.

Strukturelle Risiken

Die USA unter Trump scheinen bereit, durch die Gewährung von Steueranreizen vom “Triple-Low”-Umfeld (niedriger Zins, niedrige Inflation aber auch niedriges Wachstum) abzurücken. Wie diese Umsetzung von steuerlichen Maßnahmen geschieht und ob sie in einer von Wettbewerb gekennzeichneten globalen Wirtschaft ohne größere Konsequenzen beziehungsweise ohne eine erhebliche Inflation effizient und effektiv erfolgen kann, ist eine der großen Fragen in den nächsten Jahren. Nicht nur in Nordamerika.

Zyklische Risiken

In den USA werden aufgrund von restriktiveren Kreditvergabe-Bedingungen weniger Gewerbeimmobilien gebaut, als in der Vergangenheit. Doch es gibt Bereiche mit riskantem Überangebot und diese müssen genau beobachtet werden. Das Risiko eines zunehmenden Überangebots könnte mit einer Lockerung der Banken-Regulierung an Fahrt aufnehmen..

In Kanada ist das Überangebot in den von den Rohstoffmärkten abhängigen Büromärkten von Alberta 2017 und 2018 ein Risiko, das sich verschärfen könnte, wenn die Energie-Preise weiter niedrig bleiben.  Ein erneuter Druck nach unten auf die Energiepreise würde Teilen der USA und Kanadas schaden, die bereits einen drastischen Abschwung verzeichnet haben.

Wie sich das Mietpreiswachstum in den nächsten zehn Jahren entwickelt, hängt von der Position im Zyklus ab. Von der Zyklusposition Anfang 2017 ausgehend wird sich ein prognostiziertes Mietpreiswachstum von drei Prozent in 2017 als zu optimistisch für einige Märkte erweisen. Investoren müssen achtsam sein, um solche Situationen zu erkennen und richtige Entscheidungen zu treffen.

Langfristige Risiken

Zwei große potentielle Störkräfte aus dem Technologie-Sektor in den USA sind aktuell der Internet-Handel (bereits heute) und autonom-fahrende Fahrzeuge (in der Zukunft).

Das größte Internethandels-Risiko ist das einer möglichen Verlagerung des Lebensmitteleinkaufs auf Online-Plattformen, mit entsprechenden Konsequenzen für die auf Umsätze von auf Waren des täglichen Bedarfs ausgerichteten Einkaufszentren.

Selbstfahrende Fahrzeuge haben das Potential, Standort-Entscheidungen der Mieter von Apartments und Büronutzern zu beeinflussen und könnten einige Parkhäuser überflüssig machen. Selbstfahrende Lkws könnten Einfluss auf die Logistik-Kostenkurve nehmen und ganze  Industrie- bezihungsweise Logistik-Standorte verändern. Wie Donald Trump mit diesen möglichen Entwicklungen umgehen wird, bleibt abzuwarten.

„Risiken gehen immer auch mit Chancen einher. Das ist eine Binsenweisheit. Aber eben auch eine auf Erfahrung basierende Weisheit. Insofern bleibt abzuwarten, wie die Konsequenzen Trumpscher Politik auf die Wirtschaft im Allgemeinen und die Immobilienwirtschaft im Besonderen ausfallen werden. Und das nicht nur in Nordamerika. Die Risiken dürfen auf jeden Fall nicht ignoriert, Chancen müssen aber auch wahrgenommen werden,“ so Claus Thomas, Deutschlandchef LaSalle Investment Management.

Quelle und Foto: LaSalle Investment

 

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