27. Februar 2017, 07:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienmärkte: Folgen der amerikanischen Politik

Welche Folgen hat die Politik Donald Trumps? LaSalle Investment hat die Konsequenzen für die Immobilienmärkte analysiert. Auch technologische Entwicklungen könnten für Umwälzungen sorgen.

Claus-thomas-lasalle in Immobilienmärkte: Folgen der amerikanischen Politik

Claus P. Thomas: “Die Risiken dürfen nicht ignoriert werden.”

Donald Trump setzt um, was er in seinem Wahlprogramm angekündigt hatte. Die aus dieser Politik resultierenden Risiken lassen sich in drei Kategorien verallgemeinern: strukturelle, zyklische und langfristige.

Nicht alle sind Trumpscher Politik geschuldet. Aber der neue US-Präsident wirkt zweifellos als Dynamo verschiedener Entwicklungen.

Strukturelle Risiken

Die USA unter Trump scheinen bereit, durch die Gewährung von Steueranreizen vom “Triple-Low”-Umfeld (niedriger Zins, niedrige Inflation aber auch niedriges Wachstum) abzurücken. Wie diese Umsetzung von steuerlichen Maßnahmen geschieht und ob sie in einer von Wettbewerb gekennzeichneten globalen Wirtschaft ohne größere Konsequenzen beziehungsweise ohne eine erhebliche Inflation effizient und effektiv erfolgen kann, ist eine der großen Fragen in den nächsten Jahren. Nicht nur in Nordamerika.

Zyklische Risiken

In den USA werden aufgrund von restriktiveren Kreditvergabe-Bedingungen weniger Gewerbeimmobilien gebaut, als in der Vergangenheit. Doch es gibt Bereiche mit riskantem Überangebot und diese müssen genau beobachtet werden. Das Risiko eines zunehmenden Überangebots könnte mit einer Lockerung der Banken-Regulierung an Fahrt aufnehmen..

In Kanada ist das Überangebot in den von den Rohstoffmärkten abhängigen Büromärkten von Alberta 2017 und 2018 ein Risiko, das sich verschärfen könnte, wenn die Energie-Preise weiter niedrig bleiben.  Ein erneuter Druck nach unten auf die Energiepreise würde Teilen der USA und Kanadas schaden, die bereits einen drastischen Abschwung verzeichnet haben.

Wie sich das Mietpreiswachstum in den nächsten zehn Jahren entwickelt, hängt von der Position im Zyklus ab. Von der Zyklusposition Anfang 2017 ausgehend wird sich ein prognostiziertes Mietpreiswachstum von drei Prozent in 2017 als zu optimistisch für einige Märkte erweisen. Investoren müssen achtsam sein, um solche Situationen zu erkennen und richtige Entscheidungen zu treffen.

Langfristige Risiken

Zwei große potentielle Störkräfte aus dem Technologie-Sektor in den USA sind aktuell der Internet-Handel (bereits heute) und autonom-fahrende Fahrzeuge (in der Zukunft).

Das größte Internethandels-Risiko ist das einer möglichen Verlagerung des Lebensmitteleinkaufs auf Online-Plattformen, mit entsprechenden Konsequenzen für die auf Umsätze von auf Waren des täglichen Bedarfs ausgerichteten Einkaufszentren.

Selbstfahrende Fahrzeuge haben das Potential, Standort-Entscheidungen der Mieter von Apartments und Büronutzern zu beeinflussen und könnten einige Parkhäuser überflüssig machen. Selbstfahrende Lkws könnten Einfluss auf die Logistik-Kostenkurve nehmen und ganze  Industrie- bezihungsweise Logistik-Standorte verändern. Wie Donald Trump mit diesen möglichen Entwicklungen umgehen wird, bleibt abzuwarten.

„Risiken gehen immer auch mit Chancen einher. Das ist eine Binsenweisheit. Aber eben auch eine auf Erfahrung basierende Weisheit. Insofern bleibt abzuwarten, wie die Konsequenzen Trumpscher Politik auf die Wirtschaft im Allgemeinen und die Immobilienwirtschaft im Besonderen ausfallen werden. Und das nicht nur in Nordamerika. Die Risiken dürfen auf jeden Fall nicht ignoriert, Chancen müssen aber auch wahrgenommen werden,“ so Claus Thomas, Deutschlandchef LaSalle Investment Management.

Quelle und Foto: LaSalle Investment

 

Ihre Meinung



 

Versicherungen

„Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“

Dr. Stefan M. Knoll, Gründer und Vorstandsvorsitzender der DFV Deutschen Familienversicherung AG, veröffentlicht ein neues Buch. In „Denken und Führen in Zeiten der Digitalisierung“ geht es um die Merkmale eines guten Führungsstils sowie um die Auswirkungen des digitalen Wandels auf die Verantwortlichen und ihre Unternehmensführung.

mehr ...

Immobilien

FDP und Grüne stimmen Grundsteuerreform zu

Im Bundestag deutet sich eine klare Mehrheit für eine Grundgesetzänderung zur Reform der Grundsteuer an. Neben den Koalitionsfraktionen und der FDP wollen auch die Grünen am Freitag zustimmen, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Koalitionskreisen erfuhr.

mehr ...

Investmentfonds

Berater der Zukunft

Aus einer Dienstleistung, die bisher den Vermögenden vorbehalten war, sollte durch Robo Advisor ein Anlageprodukt für alle entstehen. Wie sieht es heute aus? Ein Beitrag von Sven Keese, Partner, und Fabian Neumann-Holbeck, Projektleiter bei disphere interactive GmbH.

mehr ...

Berater

Neuer Ärger für Deutsche Bank

Die Deutsche Bank sieht sich mit neuen Vorwürfen zu früheren Geschäften in China konfrontiert. In den Jahren 2002 bis 2014 soll sich Deutschlands größtes Geldhaus mit Hilfe von Geschenken und Gefälligkeiten Zugang zu führenden Politikern und Managern in China verschafft haben, berichten “Süddeutsche Zeitung”, WDR und “New York Times” unter Berufung auf eine Auswertung von bankinternen Unterlagen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Asset Manager bei Deutsche Investment

Die Deutsche Investment Retail (DIR) hat Matthias Kreil (39) zum 1. Oktober 2019 als Leiter Asset Management und Research gewonnen. Er übernimmt künftig das Asset Management für lebensmittelgeankerte Nahversorgungs- und Fachmarktzentren, Lebensmittelvollsortimenter und Discounter.

mehr ...

Recht

Roland: Die Wahrheit über die häufigsten Rechtsirrtümer

Eric Schriddels, Partneranwalt der Roland Rechtsschutz-Versicherungs-AG von der Kanzlei Kaiser und Kollegen, klärt in einer aktuellen Presse-Information des Versicherers über die häufigsten Rechtsirrtümer auf. Welche das sind, lesen Sie hier.

mehr ...