16. Februar 2017, 11:13
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Immobilienbranche: Transformationsdruck allenthalben

Innerhalb der Immobilienwelt lässt sich diese – unumkehrbare – Veränderung zuerst bei den Maklern für Wohnraum erkennen. Hier zeigt sich schon jetzt, was in einiger Zeit zur Triebfeder der Neuerungen für alle Akteure wird: Die Digitalisierung, die die Informationswege verkürzt und neue Kanäle öffnet. Indem eine wachsende Anzahl an Akquiseplattformen online gehen, gerät der klassische Maklerberuf immer mehr ins Hintertreffen. Er wird als Zwischeninstanz immer häufiger einfach ausgeschaltet.

Für Investoren nimmt der Transformationsdruck ebenfalls stetig zu. Verantwortlich dafür sind nicht nur die sinkenden Renditen durch die anhaltende Angebotsknappheit, sondern auch die Verschärfung von Marktregulierungen.

Regelwerke wie Basel III, Solvency IIMiFID II und PRIIPS führen dazu, dass das Aufsetzen, Platzieren und das laufende Management eines Fonds deutlich vielschichtiger wird. Mit der zunehmenden Komplexität der Prozesse steigen sowohl der personelle als auch der technische Aufwand – und damit die Kosten.

Während der Mensch schnell an die Grenzen des Machbaren gelangt, vervielfachen sich die technischen Möglichkeiten von Jahr zu Jahr. Wie in der Finanzwelt müssen sich die Unternehmen der Immobilienbranche also konsequent im IT-Bereich weiterentwickeln.

Früher Chancen erkennen

Mit ähnlichen Programmen zur Datenauswertung und Prognoseerstellung, wie sie jetzt schon an den Aktienmärkten üblich sind, könnte in der Immobilienwelt eine detailliertere Einsicht in die Märkte erfolgen. Somit könnten Chancen früher erkannt und genutzt werden – gesetzt den Fall, dass die Märkte genug Transparenz aufweisen und eine solche Datenerhebung überhaupt umsetzbar ist.

Die künstliche Intelligenz wertet dabei die Rolle des Menschen nicht ab. Ganz im Gegenteil: So ausgeklügelt all diese Programme sein mögen, am Ende dienen sie zur Unterstützung der Arbeit eines Immobilienexperten, der anhand der ausgewerteten Daten die richtige Entscheidung treffen muss.

Jahrelange Erfahrung und ein weites geschäftliches Netzwerk können niemals durch Algorithmen wettgemacht werden. Jedoch erfordert die Digitalisierung auch, dass der Mensch sich auf die neuen Gegebenheiten einstellt und die Hilfestellung durch die Programme annimmt. Oftmals ist dafür ein strukturelles Umdenken nötig.

Der Autor Jochen Schenk ist Vorstand bei Real I.S. AG.

Foto: Real I.S.

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