Anzeige
21. November 2016, 10:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

PRIIPs: Risikoklasse sechs – oder doch sieben?

Geschlossene AIF wehren sich gegen die künftige pauschale Einstufung in die zweithöchste Risikoklasse. Doch es könnte noch schlimmer kommen. Der Löwer-Kommentar

Stefan-Loewer in PRIIPs: Risikoklasse sechs – oder doch sieben?

„Welcher Vertrieb soll einen AIF nur in die zweithöchste Risikoklasse – oder gar niedriger – einstufen, wenn der Prospekt von der Privatinsolvenz des Anlegers als maximales Risiko der Beteiligung schwafelt?“

In der aktuellen Diskussion über die Detailvorschriften („Level 2“) zu der EU-Verordnung über Basis-Informationsblätter für verpackte Anlageprodukte (PRIIPs) zeichnet sich keine Veränderung hinsichtlich der Risikoeinstufung von geschlossenen alternativen Investmentfonds (AIF) ab.

Das sagte Dr. Ulrike Busse, Leiterin der Abteilung Vertrieb und Verbraucherschutz beim Sachwerteverband BSI, auf dem „Tag der Sachwertinvestments“ der Börsenzeitung am vergangenen Donnerstag in Hamburg. Hintergrund: Die Level-2-Verordnung der EU-Kommission war vom EU-Parlament abgelehnt worden und muss überarbeitet werden. Das Inkrafttreten der PRIIPs-Verordnung wird deshalb um ein Jahr auf Anfang 2018 verschoben.

Korrigierte Verordnung der EU-Kommission

Die unlängst von der EU-Kommission vorgelegte korrigierte Fassung der Level-2-Verordnung enthalte nur geringfügige Änderungen, sagte Busse. Auch wenn noch offen ist, ob dem EU-Parlament das ausreicht, steht damit weiterhin im Raum, dass Publikums-AIF pauschal in die zweithöchste Risikoklasse sechs von sieben eingestuft werden müssen.

In diese Kategorie fallen auch nach der korrigierten Verordnung unter anderem alle Anlagen, für die weder Daten zur bisherigen Wertentwicklung noch ein „Gesamtrisikoindikator“ (SRI) vorliegen, was bei AIF regelmäßig der Fall ist. Die Fonds deshalb – unabhängig von der tatsächlichen Risikostruktur – in die zweithöchste Risikoklasse einzustufen, ist zweifellos nicht sachgerecht. Aber es wäre die Konsequenz.

Der BSI arbeitet nun daran, auf Basis von Vergangenheitsdaten einen SRI für bestimmte Assetklassen zu ermitteln, der ersatzweise herangezogen werden kann. Zunächst wird das unter Umständen nur für Immobilienfonds möglich sein, sagte Busse. Zudem ist noch nicht sicher, dass die Behörden die BSI-Systematik akzeptieren werden.

Seite 2: Schon ab 2018 relevant

Weiter lesen: 1 2 3

1 Kommentar

  1. Der themenzentrierte Produktverkauf ist damit tot.
    Nur Finanzvermittler, die zuvor eine „ganzheitliche Finanzberatung“ durchgeführt haben, können bei Geeignetheit und Verträglichkeit eines >100 % Risikos potenziell höhere Renditen verkaufen.
    Wohl dem, der diese Beratungsdienstleistung mit einer Honorar-Option verkaufen kann, denn sonst sind zeitnahe Einnahmen nicht mehr absehbar.
    Interessante Marketinganregungen für rechtssichere Mischmodelle s. eBooks bei mwsbaun.de

    Kommentar von Frank L. Braun — 23. November 2016 @ 12:04

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

R+V wird Hauptsponsor des FC Schalke 04 Esports

Die R+V Versicherung und der FC Schalke 04 setzen ihre erfolgreiche Partnerschaft im elektronischen Sport fort: Der genossenschaftliche Versicherer wird Hauptsponsor und Trikotpartner der “Knappen” im Esport.

mehr ...

Immobilien

Wohnimmobilien: Welche Altersgruppe kauft am meisten?

Immobilienkäufer sind heutzutage deutlich jünger als noch vor zehn Jahren, wie eine aktuelle Online-Umfrage des Immobiliendienstleisters McMakler zeigt. Dabei dominiert derzeit besonders eine Altersgruppe den Immobilienmarkt.

mehr ...

Investmentfonds

Japan: Wachstum löst Deflation ab

Seit Jahrzehnten ist Japan “der schwache Mann Asiens”. Während das Bruttoinlandsprodukt in China, Indien und Vietnam jährlich um  über sechs oder sieben wächst, sind es in Japan weniger als zwei Prozent. Warum sich das jetzt ändern könnte:

mehr ...

Berater

Geldvermögen: Deutschland erreicht neuen Meilenstein

Die Bundesbürger sind trotz der Zinsflaute in der Summe so vermögend wie nie zuvor. Das Geldvermögen der Privathaushalte stieg im dritten Quartal 2018 erstmals über die Marke von sechs Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia Grundinvest will Publikumsgeschäft weiter ausbauen

Der Asset Manager Patrizia Grundinvest, Tochtergesellschaft der Patrizia Immobilien AG, hat 2018 rund 110 Millionen Euro Eigenkapital bei Privatanlegern platziert und will weiter wachsen. Dafür ist 2019 unter anderem eine neue Produktkategorie geplant.

mehr ...

Recht

Rentner erhalten Finanzhilfe für Krankenversicherung

Die Deutsche Rentenversicherung beteiligt sich ab dem 1. Januar 2019 an den Zusatzbeiträgen zur Krankenversicherung bei der Rente.

mehr ...