Wohnimmobilien: Preissteigerungen ‚ja‘, Immobilienblase ’nein‘

Das Interesse an deutschen Wohnimmobilien ist ungebrochen. Auch für 2017 sagen die Experten insbesondere in den Metropolen eine starke Nachfrage nach Immobilien und somit weitere Preissteigerungen voraus.

Dr. Andreas Muschter, Vorstandssprecher der Commerz Real AG
Auch Dr. Andreas Muschter, Vorstandsvorsitzender der Commerz Real, geht von weiterem Preiswachstum aus.

Der Markt für deutsche Wohnimmobilien hat seit dem Jahr 2009 vor allem in den wirtschaftlich starken Standorten und Regionen einen Aufwärtstrend mit deutlichen Preisanstiegen erfahren.

Markt ist zweigeteilt

In München etwa haben die Preise für Wohnungen in guten Lagen nach den Ergebnissen des Cash.-Städtereports in Kooperation mit Immobilienscout24 bereits den schwindelerregenden Wert von durchschnittlich 7.254 Euro pro Quadratmeter erreicht. In Hamburg ist der Schnitt auf 5.111 Euro pro Quadratmeter gestiegen, in Berlin auf 3.791 Euro.

In vielen Städten haben die Preise mittlerweile ein Niveau erreicht, das Experten noch vor einigen Jahren nicht für möglich gehalten haben. Allerdings ist der Markt schon lange zweigeteilt.

In den Wachstumsregionen und -städten sind die Preise in die Höhe geschnellt, in den strukturschwachen Regionen stagnieren sie oder sinken sogar.

„Keine flächendeckende Immobilienblase“

„Die Entwicklung der Ballungsräume entkoppelt sich immer stärker von der in strukturschwachen Gegenden. Angesichts des Nachfrageüberhangs bleibt der Preisdruck in und um die Metropolen hoch, dürfte aber im Vergleich zu den Preisanstiegen der letzten Jahre etwas nachlassen. Auch wenn es vereinzelte Überhitzungen gibt, sehen wir keine flächendeckende Immobilienblase. Ein Grund dafür: Mit einem beinahe gleichbleibend hohen Eigenkapitaleinsatz und Tilgungsraten nahe drei Prozent finanzieren die Deutschen ausgesprochen konservativ und solide“, betont Dirk Günther, Geschäftsführer der Interhyp-Tochter bei Prohyp.

„Die Preise für Wohneigentum weisen in vielen Regionen Deutschlands, vor allem in den attraktiven Metropolregionen, stärkere Zuwächse auf als die Mietniveaus. Dieser Trend wird sich voraussichtlich auch fortsetzen. Gleichzeitig sind jedoch die Zinsen, auch wenn sich erste Steigerungstendenzen abzeichnen, weiterhin sehr niedrig. Dies bedeutet, dass es für viele Menschen noch immer sehr attraktiv ist, in eigenes Wohneigentum zu investieren“, erläutert Dr. Jan Linsin, Head of Research bei CBRE in Deutschland.

Seite zwei: „Starke Nachfrage nach Immobilien

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