1. Dezember 2017, 14:13
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Sondertilgungen: So können Immobilenkäufer Tausende Euro sparen

Mit Sondertilgungen können Immobilienkäufer die Laufzeit ihrer Darlehen deutlich verkürzen und Tausende Euro an Zinsen sparen, so das Portal Baufi24. Wie groß der Vorteil ist, verdeutlicht ein Rechenbeispiel.

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Für Immobilienbesitzer ist es ratsam, überschüssiges Kapital für Sondertilgungen einzusetzen.

Bei den meisten Verträgen für Immobilienkredite besteht die Möglichkeit, eine sogenannte Sondertilgung zu leisten. Damit können Kreditnehmer einmal pro Kalenderjahr ohne zusätzliche Zinsaufschläge einen gewissen Betrag zurückzahlen und so die Kreditschuld mindern.

Die Höhe variiert laut Baufi24 und ist individuell im Vertrag geregelt. Meist liege sie zwischen fünf und zehn Prozent der Nettodarlehenssumme. Manchmal sei auch ein bestimmter Höchstbetrag, wie zum Beispiel 5.000 oder 10.000 Euro, vereinbart.

Immobilie ist deutlich schneller abbezahlt

“Immobilienbesitzer sollten diese Chance unbedingt wahrnehmen, da sich so eine Menge Geld sparen lässt und das Objekt deutlich schneller abbezahlt ist”, erklärt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.

Insbesondere in Zeiten niedriger Zinsen stelle eine Sondertilgung im Rahmen des Immobiliendarlehens mehr denn je eine lohnende Investition dar. Grundsätzlich gelte zwar: Je früher diese vorgenommen wird, desto besser, aber auch am Jahresende mache es durchaus Sinn. Vielfach würden Arbeitnehmer zu diesem Zeitpunkt auch ihr Weihnachtsgeld beziehungsweise ein 13. Monatsgehalt erhalten, oder eine Prämie, einen Bonus oder andere Gratifikationen.

“Wer dieses Geld – ganz oder zumindest teilweise – für die mögliche Sonderzahlung zur Rückzahlung des Kredites nutzt, profitiert in mehrfacher Hinsicht”, weiß Scharfenorth.

Tausende Euro Zinsersparnis

Häuslebauer seien viel schneller schuldenfrei und könnten bis zum Ende der Laufzeit eine erhebliche Summe sparen, wie ein repräsentatives Rechenbeispiel zeige:

Bei einer Kreditsumme von 250.000 Euro (Objektpreis 300.000), zehn Jahren Laufzeit, einem Zins von 1,13 Prozent und einem Prozent Tilgung, betrage die Restschuld am Ende der Zinsbindung 223.545,93 Euro. Bei unveränderten Konditionen würde eine derart niedrige Tilgung zu einer Gesamtlaufzeit von 66 Jahren und elf Monaten führen.

Bei einer jährlichen Sondertilgung von 2,5 Prozent (6.250 Euro) betrage die Restschuld nach zehn Jahren nur noch 157.067,85 Euro und die Gesamtlaufzeit des Darlehens nur noch 24 Jahre und drei Monate (bei unveränderten Zinskonditionen). Bei einer jährlichen Sondertilgung von fünf Prozent (12.500 Euro) liege die Restschuld sogar lediglich bei 90.589,77 Euro und die Laufzeit reduziere sich auf 15 Jahre und zwei Monate.

Wer dann noch die monatliche Tilgung beispielsweise auf drei Prozent erhöhe, komme in letzterem Fall auf eine Restschuld von lediglich 37.681,63 Euro nach zehn Jahren und habe die Immobilie nach elf Jahren und drei Monaten komplett abbezahlt.

“Leider machen Bauherren in der Praxis immer noch viel zu selten von der Möglichkeit zur Sondertilgung Gebrauch. Dabei lohnt es sich unbedingt, diese bereits von Anfang an in die individuelle Finanzierung gedanklich mit einzuplanen”, betont Scharfenorth. Wie monatliche Raten aus Zins, Tilgung und Sondertilgung bei unterschiedlichen Finanzierungssummen ausfallen, könnten Interessierte mit dem Baufinanzierungsrechner von Baufi24 ermitteln. (bk)

Foto: Shutterstock

1 Kommentar

  1. Leider ist es immer noch ein erstrebenswertes Ziel, sich möglichst schnell von der „drückenden“ Zinslast (1 bis 2 % p.a.) zu befreien und dann total glücklich ohne (Grund-)Schulden zu leben. Das kommt dann als Bumerang im Ruhestand zurück: man hat dann zwar eine schuldenfreie Immobilie aber höchstwahrscheinlich keine ausreichende Altersversorgung. Weil die staatliche Rente dann sehr gering sein wird. Besser wäre es also, liquide Mittel nicht zur Verminderung von 1 bis 2 % Zinszahlungen zu verwenden, sondern sie für mehr als 1 bis 2 % p.a. in ein Sparprogramm zu stecken. Dipl.-Kfm. Horst Kottenhagen, Finanzmakler

    Kommentar von Horst Kottenhagen — 5. Dezember 2017 @ 11:12

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