24. April 2017, 14:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

VDP: Steigende Immobilienpreise keine Gefahr für Finanzstabilität

Aus Sicht des Verbands Deutscher Pfandbriefbanken (VDP) stellt das anhaltende Preiswachstum bei Wohnimmobilien derzeit keine Gefahr für die Finanzstabilität dar. Banken und Kreditnehmer würden sicherheitsorientiert handeln und keine erhöhten Risiken eingehen.

Haus-balance-waage-finanzierung-shutterstock 251435293 in VDP: Steigende Immobilienpreise keine Gefahr für Finanzstabilität

Insbesondere in Metropolregionen und attraktiven Universitätsstädten treffe die Nachfrage nach Wohnimmobilien auf ein sehr begrenztes Angebot am Bestandsmarkt, so der VDP.

„Auch wenn in einzelnen Teilmärkten durchaus Übertreibungen zu beobachten sind, drohen aus kreditwirtschaftlicher Sicht keine Verwerfungen. Weder bei Kreditnehmern noch bei den finanzierenden Instituten ist eine systematisch gestiegene Risikoneigung zu beobachten“, sagt Dr. Louis Hagen, Präsident des VDP und Vorsitzender des Vorstands der Münchener Hypothekenbank.

Nachfrage weiter hoch

Nach Daten der Analysegesellschaft VDP Research stiegen die Preise am deutschen Immobilienmarkt zuletzt sowohl bei Wohn- als auch bei Gewerbeimmobilien unvermindert an. Hinsichtlich der Höhe des Anstiegs sei jedoch eine starke regionale Differenzierung nach der sozio-ökonomischen Attraktivität des Standorts auszumachen.

Auf dem Wohnungsmarkt wirkten neben den niedrigen Zinsen derzeit unverändert die positive demografische Entwicklung, der anhaltende Urbanisierungstrend, ein erhöhter Beschäftigungsgrad sowie steigende Einkommen als Treiber der Nachfrage, so der VDP.

Kein Überangebot

Insbesondere in Metropolregionen und attraktiven Universitätsstädten, wo Einwohnerzahlen und Haushalte zuletzt am stärksten stiegen, treffe diese jedoch auf ein sehr begrenztes Angebot am Bestandsmarkt.

Zwar ließen Genehmigungen und Bauüberhänge eine stark steigende Neubauproduktion erwarten, dies werde dem Markt aber aufgrund der für die Bautätigkeit typischen Produktionsverzögerungen und hoher Kapazitätsauslastungen nur verzögert zugute kommen.

Angesichts der bestehenden Marktdynamik sei deshalb kurzfristig mit weiteren Miet- und Preissteigerungen zu rechnen, die sich jedoch sukzessive etwas abschwächen würden.

Keine Lockerung der Kreditvergabestandards

Für Banken dürfte die aktuelle Entwicklung nach Einschätzung des VDP keine außergewöhnlichen Risiken bergen, sofern die Finanzierungspraxis weiter sicherheitsorientiert bleibe.

In Summe sei derzeit keine Lockerung der Kreditvergabestandards seitens der finanzierenden Banken festzustellen. Vielmehr habe sich im Zeitablauf etwa der Fremdkapitalanteil, gemessen an den Anschaffungspreisen der beliehenen Immobilien, kaum verändert.

Auch die Kreditnehmer würden keine signifikant erhöhten Risiken eingehen: Während die Zinsen in den vergangenen Jahren gesunken sind, nutzten sie die sich daraus ergebenden Finanzierungsvorteile für längere Zinsbindungen und höhere Anfangstilgungen.

„Sowohl Kreditgeber als auch die Kreditnehmer setzen weiterhin auf Sicherheit“, so Hagen. „Darüber hinaus sollte die in Deutschland übliche Langfristfinanzierung zum Festzins privaten wie institutionellen Investoren ausreichend Planungssicherheit verschaffen, um diese Risiken adäquat zu steuern.“

Immobiliengeschäft setzt Wachstumskurs fort

Die aktuell positive Verfassung des Immobilienmarktes spiegele sich auch in den Zahlen der Pfandbriefbanken wider: Die Darlehensneuzusagen in der Immobilienfinanzierung hätten im vergangenen Jahr mit vier Fünfteln das Neugeschäft dominiert und seien von 131,3 Milliarden Euro im Vorjahr auf 139,4 Milliarden Euro gewachsen. Dies entspreche einer Steigerung von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nach einem Plus von rund 18 Prozent im Jahr 2015 habe damit die Dynamik des Neugeschäftswachstums in 2016 nachgelassen. Auf die Wohnimmobilienfinanzierung entfielen demnach 71,7 Milliarden Euro der Neuzusagen (plus sechs Prozent). Das Neugeschäft bei der Finanzierung von Gewerbeimmobilien stieg auf 67,7 Milliarden Euro (plus 6,2 Prozent). (bk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Roßbach: Einbeziehung von Selbstständigen in die Vorsorgepflicht

Millionen Selbstständige sorgen weder über die gesetzliche Rentenversicherung noch ein berufsständisches Versorgungswerk vor. Nun fordert die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, fordert ein obligatorische, rechtssichere Altersvorsorge für Selbstständige.

mehr ...

Immobilien

Besitz eines Eigenheims erhöht Dating-Chancen

Wer heute Single ist, muss nicht mehr darauf warten, potenzielle Partnerinnen oder Partner im Freundeskreis oder Sportverein kennenzulernen. Dank Onlinedating geht das auch bequem von der heimischen Couch. Aber welche Attribute finden Beziehungswillige besonders anziehend?

mehr ...

Investmentfonds

Ungemach für Apple Pay?

Ein deutscher Gesetzentwurf könnte das heutige Geschäftsmodell von Apple bei seiner Bezahlplattform Apple Pay torpedieren.

mehr ...

Berater

Was Frauen gegen Altersarmut tun können

Nadine Kostka von der Finanzberatung Sommese gibt zehn Tipps für Frauen, um gezielt gegen Altersarmut vorzubeugen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marvest startet drittes Crowdinvesting-Projekt

Die auf den maritimen Sektor spezialisierte Online-Plattform Marvest hat ihr drittes Projekt für Investoren veröffentlicht. Die Anleger können über eine “Schwarmfinanzierung” in ein Darlehen für einen Mehrzweckfrachter investieren. 

mehr ...

Recht

Betriebskostenabrechnung: 5 Tipps für Vermieter

Heizung, Wasser, Abwasser, Müllentsorgung, Versicherungen, Gebäudereinigung, Verwaltungskosten, Leerstand und mehr: Was ist umlagefähig, was nicht? Vor dieser Frage stehen Eigentümer von Mietimmobilien spätestens dann, wenn sie die jährliche Betriebskostenabrechnung erstellen und bestimmte Mindestanforderungen beachten müssen. Gerade Vermieter von kleineren Immobilien, die diese selbst verwalten, werden dabei vor einige Herausforderungen gestellt. Der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler fasst daher zusammen, was zu einer rechtssicheren und ordnungsgemäßen Betriebskostenabrechnung gehört.

mehr ...