Die drei wichtigsten Trends: So wird das Wohnen der Zukunft

Wie werden Urbanisierung, Individualisierung und Konnektivität unsere Städte, unsere Arbeitsräume und unsere Wohnräume beeinflussen? Das Zukunftsinstitut hat seine Antworten darauf in der Trendstudie „50 Insights – Zukunft des Wohnens“ zusammengefasst.

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So könnte die Küche der Zukunft aussehen: Offen, flexibel und dennoch eindeutig dem Kochen gewidmet.

Die Trendstudie des Zukunftsinstituts,  ein internationaler Think-Tank für Trend- und Zukunftsforschung, zeigt, durch welche Faktoren und mit welchem Einfluss sich die Zukunft des Wohnens langfristig entwickelt. Die dominanten Treiber seien Megatrends, wie Urbanisierung, Individualisierung und Konnektivität. Sie würden die Art und Weise bestimmen, wie wir wohnen, arbeiten und zusammenleben.

Sich wandelnde Ansprüche an öffentliche Räume, den Arbeitsplatz und das eigene Zuhause ändern laut dem Zukunftsinstitut auch die Form und Funktionalität von Städten, Wohnräumen, Arbeitsplätzen, Möbeln und Einrichtungsgegenständen und prägen so die Zukunft des Wohnens.

Wohnen macht Tragweite der Megatrends sichtbar

Städte würden ländliche Strukturen bekommen. Co-Housing werde schrittweise zur Norm. Öffentliche Flächen würden gemeinschaftlicher genutzt. Möbel würden noch multifunktionaler. Und grundsätzlich zeige sich: Wohnen wird achtsamer.

„Kaum etwas bestimmt unser Leben so sehr, wie die Räume, die uns umgeben. Beim Thema Wohnen manifestiert sich die ganze Tragweite der Megatrends. Hier wird ihre Wirkung sichtbar und spürbar“, sagt Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, über die Bedeutung der Studie“50 Insights – Zukunft des Wohnens“ .

Flexibles Wohnen

Wohnen werde in Zukunft flexibler, das bedeute, dass man sich von der Idee fester Raumfunktionen und -konstellationen verabschieden muss. „Es geht darum, Lebensräume zu schaffen, die eine Anpassung an sich stetig wandelnde Bedürfnisse ermöglichen. In Zukunft bestimmt nicht nur die räumliche Privatsphäre die Lebensqualität. Der Schwerpunkt verschiebt sich von ‘square meters’ hin zu ‘shared meters’. Das stellt das traditionelle Verständnis der eigenen vier Wände auf den Kopf“, sagt Oona Horx-Strathern, eine der Autorinnen der Studie.

„Achtsames“ Wohnen

Bei aller Öffnung hin zur Gemeinschaft und dem Streben nach Multi-Funktionalität folge die Zukunft des Wohnens aber vor allem einem Trend: Achtsamkeit. Der zukünftige Wohnraum sei nicht einfach eine Mixtur aus Heim, Arbeitsplatz, und sozialem Treffpunkt. Einzelne Räume würden Abgrenzung voneinander und klare Strukturen benötigen, die es ermöglichen, sich gezielt einer Tätigkeit mit größter Achtsamkeit hinzugeben.

Das gelte für die Küche als Ort gemeinschaftlichen Kochens genauso wie für das Bad als Ort des persönlichen Rückzugs. „Die Prinzipien der Achtsamkeit in Architektur, Design und Denken sind natürlich nicht nur für das eigene Zuhause von Bedeutung, sondern auch – in einem größeren Maßstab – für die Städteplanung“, so Varga, ebenfalls Autorin der Studie.

Die Welt als Wohnraum

Neue Gemeinschaftsprinzipien sind der Kern des Trends zum kooperativen, kollektiven Leben. In Zukunft komme es darauf an, die Welt zum Wohnraum zu machen, indem man die gemeinschaftliche Nutzung öffentlicher Flächen fördere und für mehr öffentlichen Raum innerhalb von Gebäuden sorge.

Geschickt umgesetzt sei dies am Kings Cross in London. Es sei eine gelungene Kombination aus öffentlicher und privater Stadtentwicklung, durch die der einstige Rotlicht- und Drogenbezirk Londons zu einem der begehrtesten Wohnviertel geworden sei. (kl)

Foto: Shutterstock

 

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