12. Oktober 2017, 08:50
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

WIKR: Das müssen Vermittler und Verbraucher wissen

Die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) hat zu umfangreichen neuen Regelungen für die Vermittlung von Immobilienkrediten an Verbraucher geführt. Ein Überblick über die wichtigsten Neuerungen. Gastbeitrag von Norman Wirth, Kanzlei Wirth-Rechtsanwälte

WIKR: Das müssen Vermittler und Verbraucher wissen

Norman Wirth: “Die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie hat zu einer Vielzahl neuer gesetzlicher Regelungen geführt, die Verbraucher und Vermittler kennen sollten.”

Seit März 2016 ist das Gesetz zur Umsetzung der WIKR nun schon in Kraft und für die Vermittler von Immobilienkrediten hat sich einiges geändert. Ziel des europäischen Gesetzgebers war die Verbesserung des Verbraucherschutzes. Die Umsetzung dieses Vorhabens hat zu einer Vielzahl neuer gesetzlicher Regelungen geführt, die Verbraucher und Vermittler kennen sollten.

Behördliche Erlaubnis notwendig

Die Erlaubnis: Wer Immobilienkredite an Verbraucher vermitteln möchte, benötigt seit dem 21. März 2016 eine besondere behördliche Erlaubnis nach Paragraf 34i Gewerbeordnung (GewO).

Diese Erlaubnis erteilen je nach Bundesland entweder die zuständigen Industrie- und Handelskammern oder das Gewerbeamt. Um die Qualität der Vermittlung sicherzustellen, ist die Erteilung der Erlaubnis an verschiedene Voraussetzungen geknüpft. Eine Erlaubnis zur Vermittlung von Immobiliendarlehen erteilt die zuständige Behörde nur, wenn alle Anforderungen erfüllt sind.

Vermittler müssen zum Beispiel durch einen Sachkundenachweis belegen können, dass sie über fachspezifische Produkt- und Beratungskenntnisse verfügen. Das kann entweder durch eine Sachkundeprüfung erfolgen, die bei den Industrie- und Handelskammern abgelegt werden kann, oder aber durch den Nachweis einer gleichgestellten Berufsausbildung.

Die sogenannte gewerberechtliche Zuverlässigkeit muss durch Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses nachgewiesen werden. Auch die Bonität der Vermittler wird überprüft und es muss eine Haftpflichtversicherung bestehen, die für den Fall eintrittspflichtig ist, dass bei der Vermittlung eines Darlehens doch mal ein Fehler unterläuft.

Fehlt es an einer dieser Voraussetzungen, wird die Erlaubnis nicht erteilt. Und wer ohne Erlaubnis Immobilienkredite vermittelt, riskiert erhebliche Bußgelder. Neu hinzugekommen ist auch die Möglichkeit der Erlaubnisbehörde, schwarze Schafe im Internet namentlich zu veröffentlichen.

Seit dem 21. März 2017 benötigen nun auch die sogenannten “Alten Hasen” eine Erlaubnis nach Paragraf 34i GewO. Gemeint sind damit diejenigen Vermittler, die schon vor der Einführung des neuen Gesetzes Immobiliardarlehen an Verbraucher vermittelt haben. Für sie galt eine Übergangsfrist, während der sie die neue Erlaubnis unter vereinfachten Voraussetzungen beantragen konnten.

Auch das Personal muss geschult werden

Das bei Immobilienkreditvermittlern beschäftigte Personal muss mittlerweile besonders geschult und ausgebildet werden und den Sachkundenachweis erbringen können. Auch die Zuverlässigkeit des Personals muss durch Einholung eines polizeilichen Führungszeugnisses überprüft werden. Eine Ausnahme gilt nur für Mitarbeiter, die rein administrative Tätigkeiten ausüben, und mit der Beratung des Kunden und dem Abschluss von Verträgen inhaltlich nicht in Berührung kommen, wie zum Beispiel das Sekretariat, die Lohnbuchhaltung oder IT-Mitarbeiter.

Seite zwei: Eintragung im Register ist Pflicht

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Quo vadis, Digitalisierung? Neue Wege für die Assekuranz

Die digitale Transformation gewinnt an Fahrt. Und sie erzwingt Veränderungen. Die Versicherungsbranche geht 2020 mit rasantem Schritt in Richtung Serviced Cloud, Künstliche Intelligenz und Kundenzentrierung. Ein Kommentar von René Schoenauer, Director Product Marketing EMEA bei Guidewire Software.

mehr ...

Immobilien

Immobilienkauf: Muss geschenktes Geld zurückgezahlt werden?

In den eigenen vier Wänden zu leben, ist der Wohntraum vieler, den sich dank historisch niedriger Zinsen auch etliche Menschen in Deutschland erfüllen können. Trotz der guten Zinslage gibt es aber eine Hürde, die besonders junge Immobilienkäufer nur mit der Unterstützung ihrer Eltern überwinden können: das benötigte Eigenkapital. Doch was geschieht, wenn Eltern dem eigenen Kind und dessen Partner Geld für den Immobilienkauf schenken, sich das Paar aber später trennt? Ein Beitrag von Rechtsanwalt Philipp Takjas, McMakler.

mehr ...

Investmentfonds

Volkswirte: Es geht mit der Konjunktur nur langsam aufwärts

Die deutsche Wirtschaft hatte vor allem wegen der lahmenden Industrie zuletzt zu schnaufen – im begonnenen Jahr 2020 könnte es wieder etwas besser werden. Aber Volkswirte warnen: Es geht nicht schnell und es ist kein Selbstläufer.

mehr ...

Berater

Balmont Capital: BaFin untersagt das öffentliche Angebot von “Duracell”-Aktien

Die Balmont Capital darf keine Aktien der Duracell Aktiengesellschaft zum Erwerb anbieten. Die Finanzaufsicht BaFin hat am 22. Januar 2020 das öffentliche Angebot von Aktien der Duracell Aktiengesellschaft wegen Verstoßes gegen Artikel 3 Absatz 1 der EU-Prospektverordnung untersagt.
mehr ...

Sachwertanlagen

TSO Europe verkauft Objekt aus Private-Placement-Vermögensanlage

Die TSO Europe Funds, Inc. gab auf der Gesellschafterversammlung am 17. Januar 2020 bekannt, dass die TSO RE Opportunity, LP (“RE Opp”) das Bürogebäude 2850 Premiere Parkway in Duluth, Georgia, veräußert hat. Die Rendite für die Anleger ist zweistellig.

mehr ...

Recht

Notfallvorsorge: Die 5 wichtigsten Vollmachten und Verfügungen

Jeder weiß, wie wichtig die Themen Notfallvorsorge und Vermögensnachfolge sind – zumindest in der Theorie. Schließlich dürfte jeder den Wunsch haben, dass für den Fall der Fälle die eigenen Interessen und die der engsten Vertrauten gewahrt bleiben. Die Realität sind indes sehr oft anders aus.

mehr ...