26. April 2017, 12:37
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Wo Immobilienpreise die Zahlungsbereitschaft übersteigen

Die Preisvorstellungen von Käufern und Anbietern driften in einigen Großstädten immer weiter auseinander. Das liegt vor allem an teuren Neubauten, die mit günstigen Bestandsobjekten konkurrieren. 

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Immobilienkäufer in Großstädten sind selten bereit, die vergleichsweise hohen Preise für Neubauten zu zahlen. Günstige Bestandsimmobilien beeinflussen ihre Preisvorstellungen.

Die Zahl der Baugenehmigungen hat einen neuen Höchststand erreicht, mehr als 375.000 Baugenehmigungen verzeichnete das Statistische Bundesamt für 2016, der höchste Stand seit 1999. Häufig liegen die Preise für entstehende Neubauten aber über der Zahlungsbereitschaft der Nachfrager. Immowelt hat analysiert wie weit die Angebote von den Preisvorstellungen in den 14 größten Städten Deutschlands abweichen.

Neubauten treiben Angebotspreise

Die Bevölkerung Leipzigs wächst seit Jahren, entsprechend viel wird gebaut. Gleichzeitig sind laut Immowelt viele Bestandsobjekte am Markt, die preislich deutlich unter den Neubauten liegen. Kaufimmobilien seien im ersten Quartal 2017 für 2.060 Euro pro Quadratmeter im Median angeboten worden, die Käufer hätten auf Immowelt jedoch Objekte für durchschnittlich 1.590 Euro pro Quadratmeter nachgefragt. Das ist eine Differenz von 23 Prozent.

Die Preisvorstellungen würden vor allem durch den hohen Anteil an Bestandsobjekten gedrückt, der Medianpreis der Angebote werde jedoch von den teuren Neubauten getrieben.

Dresden: Preisspanne vergrößert sich

In Dresden würden die Vorstellungen nur um zehn Prozent voneinander abweichen. Kaufimmobilien seien im zurückliegenden Quartal für 2.160 Euro pro Quadratmeter angeboten worden, der Nachfragepreis lag bei 1.950 Euro pro Quadratmeter. Die 3.253 in 2016 genehmigten Wohnungen lassen erwarten, dass Angebotspreise und Nachfrage wie in Leipzig weiter auseinanderdriften werden.

In Nürnberg wurden im ersten Quartal 2017 auf dem Portal von Immowelt Objekte für 3.060 Euro pro Quadratmeter angeboten. Kaufinteressierte hätten jedoch im Mittel Immobilien für 2.740 Euro pro Quadratmeter nachgefragt

Geringere Abweichung zwischen Angebot und Nachfrage in Millionenstädten

Berlin ist laut Immowelt die einzige Millionenstadt, in der die Differenz zwischen Angebots- und Nachfragepreis zehn Prozent erreicht, mit Angebotspreisen von 3.600 Euro pro Quadratmeter und Nachfragepreisen von 3.230 Euro pro Quadratmeter.

In Hamburg, München und Köln liege der Unterschied nur bei zwei bis sechs Prozent. 2016 seien in Berlin Baugenehmigungen für 21.119 neue Wohnungen erteilt worden – knapp 18 Prozent mehr als 2015.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken.

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Essen: Nachfrage- über Angebotspreisen

In Essen sei das Verhältnis sogar umgekehrt. Die Nachfragepreise hätten im ersten Quartal 2017 vier Prozent über den Angebotspreisen (1.430 Euro pro Quadratmeter) gelegen (1.380 Euro je Quadratmeter). Ein Grund sei die relativ verhaltene Bautätigkeit, gleichzeitig seien viele teils unattraktive Bestandsbauten am Markt, sodass mehr Kaufinteressenten die im Verhältnis teureren Objekte anfragen.

In Dortmund hätten Käufer und Verkäufer die gleichen Preisvorstellungen. Die Quadratmeterpreise der Angebote auf Immowelt liegen 1.650 Euro nur zehn Euro über den Nachfragepreisen. Die übrigen Großstädte über 500.000 Einwohner würden sich zwischen den Extremen bewegen. (kl)

Foto: Shutterstock

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