2. November 2018, 14:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Anlageimmobilien: Perspektive ist wichtiger als alles andere

Angesichts deutlich gestiegener Preise für deutsche Wohnimmobilien sind Investoren und Anleger auf der Suche nach Objekten mit guten Renditen. Dabei sollten sie jedoch nicht nur auf traditionelle Strategien zurückgreifen. Wer genau hinschaut, kann an vielen Standorten gute Gelegenheiten finden. Gastbeitrag von Andre Schmöller, Domicil Real Estate

Andre-schmoeller-domicil-real-estate in Anlageimmobilien: Perspektive ist wichtiger als alles andere

Andre Schmöller, Domicil Real Estate: “Quantitative Marktanalysen und daraus abgeleitete Prognosen für ganze Städte oder einzelne Stadtteile können allenfalls eine grobe Leitplanke darstellen.”

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt ist für Investoren aus dem In- und Ausland zu einem bevorzugten Ausweichziel für die Anleihemärkte geworden. Zwar sind die Kaufpreise infolgedessen sprunghaft gestiegen und die Mietrenditen entsprechend gesunken.

Staatsanleihe-Renditen, die sich nur knapp oberhalb der Nulllinie und zum Teil sogar darunter befinden, lassen drei oder dreieinhalb Prozent Nettoankaufsrendite für ein Wohnobjekt in begehrter Lage in den größten deutschen Städten allerdings in einem anderen Licht erscheinen. Bezüglich der Vermietbarkeit kann solch ein Investment als ähnlich risikoarm betrachtet werden wie eine Staatsanleihe – für Cashflow-orientierte Investoren ein entscheidender Faktor.

Pauschale Ansätze greifen zu kurz

Wer allerdings genauer hinschaut und sich dabei nicht nur auf die begehrtesten Lagen in Berlin, München oder Frankfurt beschränkt, entdeckt auch noch Standorte mit höheren Renditen und mit weiterem Potenzial für Wertsteigerungen. Dabei scheiden sich bei vielen Investoren die Geister: Die einen schauen nun verstärkt auf B-Lagen in den A-Städten, die anderen erweitern ihren Horizont um A-Lagen in B-Städten.

Solche pauschalen ABBA-Ansätze sind allerdings viel zu kurz gesprungen. Die Definition einer A-, B-, C- oder D-Stadt unterliegt gewissen Kenngrößen, deren Relevanz für den jeweiligen Investor teilweise nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen sollte. Auch quantitative Marktanalysen und daraus abgeleitete Prognosen für ganze Städte oder einzelne Stadtteile können allenfalls eine grobe Leitplanke darstellen.

Drei Beispiele für aussichtsreiche Investments

Wer die Wohnungsmärkte auch in größerer Detailtiefe gut genug kennt, der findet an beinahe jedem Standort attraktive Objekte. Welche Faktoren dabei ausschlaggebend sind, hängt von der jeweiligen Zielsetzung des Investors ab. Gerade wenn hauptsächlich weiteres Entwicklungspotenzial für Marktwerte und erzielbare Mieten gesucht ist, sollte sich der Investor von einem strengen ABBA-Blick lösen.

Das lässt sich an drei Beispielen verdeutlichen, die nur wenige internationale Investoren vor Augen haben. Kaufpreise und Mieten haben in Ingolstadt – gemäß der Definition von Bulwiengesa sogar nur eine D-Stadt – in den vergangenen Jahren bereits eine rasante Entwicklung erlebt, dennoch hat der Wohnungsmarkt noch weiteres Potenzial. Das liegt nicht nur an Audi und seinen Zulieferern; die Arbeitslosigkeit in den angrenzenden Landkreisen ist die niedrigste in Deutschland. Die relative Nähe zu München zieht zudem Berufspendler an, denen das Wohnen in der bayerischen Landeshauptstadt zu teuer geworden ist.

Oder Hildesheim: In Hannover, von manchen als „Königin der B-Städte“ betitelt, sind Mieten und Kaufpreise in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das nahe Hildesheim – ebenfalls eine D-Stadt – ist aber hervorragend an die Landeshauptstadt angebunden, verfügt über eine Universität und ein lebenswertes Wohnumfeld. Das wird sich ebenfalls positiv auf Preise und Mieten auswirken.

Seite 2: Gute Chancen auch in Hamburg

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Standard Life: 600.000 Verträge und 26 Milliarden Euro nach Irland übertragen

Während im britischen Parlament wegen des Brexits immer noch die Fetzen fliegen, ist Standard Life deutlich weiter. Das oberste schottische Zivilgericht (Court of Session) hat dem Plan zugestimmt, die Verträge von der schottischen Standard Life Assurance Limited auf die irische Standard Life International DAC zu übertragen.

mehr ...

Immobilien

Crowdinvesting: Stellen Sie sich breit auf!

Immobilien stellen das wachstums- und volumenstärkste Crowdinvest-Segment 
in Deutschland dar. Mit den regulatorischen Vorgaben für Privatanleger haben sich die Anbieter zwar arrangiert, hätten aber auch nichts dagegen, wenn die Bundesregierung sie kippen würde. Teil Eins

mehr ...

Investmentfonds

“Chancen ergeben sich aus der Ineffizienz der Kapitalmärkte”

Lohnt es sich trotz der ernüchternden Ergebnisse in 2018 in Value-Strategien zu investieren? Darüber hat Cash. mit Andreas Wosol gesprochen. Wosol ist Head of Multi Cap Value & Senior Portfolio Manager des Amundi European Equity Value.

mehr ...

Berater

“Deutsche Commerz”: Mitarbeiter kämpfen gegen Fusion

Gewerkschaften machen von Anfang an Front gegen ein Zusammengehen von Deutscher Bank und Commerzbank. Sie fürchten den Verlust Zehntausender Jobs und die Schließung zahlreicher Filialen. Verdi will nun Kräfte bündeln. Auch die EU-Kommission meldet sich zu Wort.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin-Kampfansage an Vermögensanlagen

Die BaFin hat verschiedene Arten von Vermögensanlagen-Emissionen in Bezug auf Bedenken für den Anlegerschutz “verstärkt im Blick”, genauer gesagt: fast alle. Sie droht sogar “Produktinterventionen” an, also Verbote. Ein Hammer. Der Löwer-Kommentar

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...