22. Juni 2018, 14:14
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Annuitätendarlehen im Aufwind – Forwards im freien Fall

Im Monat Mai ist die Standardrate für ein Immobiliendarlehen nach den Ergebnissen des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) leicht angestiegen. Die Nachfrage nach Forward-Darlehen ging zurück. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, kommentiert die aktuelle Entwicklung.

Michael Neumann Dr Klein Foto Christian Wese in Annuitätendarlehen im Aufwind – Forwards im freien Fall

Michael Neumann, Dr. Klein: “Finanzieren die Deutschen weiterhin so solide wie derzeit, gibt es keinen Anlass zur Sorge.”

Im Mai 2018 steigt die gemittelte Monatsrate um drei Euro im Vergleich zum Vormonat. Die von Dr. Klein ermittelte Standardrate für Baudarlehen wird für einen Immobilienkredit in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf errechnet und liegt derzeit bei 468 Euro.

Bereits seit über drei Jahren pendelt die Höhe der Rate zwischen 400 und 500 Euro. Historisch niedrige Beträge, die sich durch die nach wie vor niedrigen Zinsen für Immobilienkredite erklären lassen.

Darlehenssumme: seit einem Jahr über der 200.000-Euro-Marke

Im Juni 2017 durchbrach die durchschnittliche Kredithöhe erstmals die 200.000-Euro-Marke und bewegt sich seither oberhalb dieser Grenze. Nach einem erneuten Rekordhoch von 215.000 Euro im April sinkt sie im Mai nur leicht auf einen Wert von 214.000 Euro.

Ein Anzeichen dafür, dass die obere Grenze erreicht ist? Ungewiss. Bleibt das Zinsniveau niedrig und steigen die Immobilienpreise weiter, dann sind auch bei der Darlehenshöhe neue Rekordwerte zu erwarten.

Tilgung bleibt hoch, Beleihungsauslauf steigt leicht

Doch auch wenn die Kreditsummen noch höher klettern sollten: Finanzieren die Deutschen weiterhin so solide wie derzeit, gibt es keinen Anlass zur Sorge. Der Beleihungsauslauf steigt im Mai zwar geringfügig auf 81,05 Prozent, verharrt damit allerdings auf einem stabilen Niveau.

Der Beleihungsauslauf gibt das Verhältnis zwischen dem Immobilienkredit und dem Wert der finanzierten Immobilie wieder. Je höher der Beleihungsauslauf, desto höher ist der aufgenommene Kredit im Verhältnis zum Wert der Immobilie. Der durchschnittliche Tilgungssatz ist im Mai um 0,4 Prozentpunkte geringer als im Vormonat und liegt bei 2,84 Prozent.

Mit durchschnittlich fast 14 Jahren (13 Jahre und 11 Monate) schreiben sich Kreditnehmer die Zinsen zwei Monate kürzer fest als noch im April. Damit gehen die Deutschen allerdings weiterhin auf Nummer sicher und wählen eine vergleichsweise lange Zinsbindung.

Forwards und KfW-Darlehen unbeliebt

Die Nachfrage nach KfW-Darlehen erreicht im Mai einen neuen Tiefpunkt und fällt erstmals unter die Vier-Prozent-Grenze. Bis zum August 2016 bewegte sich der Anteil der KfW-Kredite meist um die Zehn-Prozent-Marke, seither sinkt die Nachfrage jedoch kontinuierlich. Im gesamten Jahr 2018 liegt ihr Anteil bisher unterhalb von fünf Prozent.

Auch Forward-Darlehen, mit denen sich Anschlussfinanzierer die jetzigen Konditionen bis zu fünf Jahre im Voraus sichern, verlieren im Mai Anteile. Im April wählten noch fast zwölf Prozent der Kreditnehmer eine Forward-Finanzierung, im Mai sind es nur noch 10,27 Prozent. Der Anteil der klassischen Annuitätendarlehen erreicht indes einen neuen Rekordwert und steigt von 79,25 auf 81,43 Prozent.

Foto: Christian Wese

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Janitos mit BiPRO-Award 2019 ausgezeichnet

Einmal jährlich trifft sich die Interessensgemeinschaft des Brancheninstituts für Prozessoptimierung (BiPRO), um sich über die aktuellen Entwicklungen der Branche auszutauschen. Im Rahmen dieser unter dem Namen BiPRO-Tag bekannten Veranstaltung wird von der Organisation BiPRO e.V. in regelmäßigen Abständen eine Auszeichnung vergeben.

mehr ...

Immobilien

Wohnungsbedarf: Deutschland muss mehr bauen

Bis 2020 müssen in Deutschland pro Jahr 341.700 neue Wohnungen entstehen, um den hohen Bedarf zu decken. Vor allem die Städte hinken stark hinterher. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wo besonders viele Wohnungen fehlen.

mehr ...

Investmentfonds

“Das nächste Google”: Wie StartMark die Branche angreifen will

Startschuss für StartMark: Der Wertpapierprospekt des Startup-Finanzierers aus Düsseldorf für ein in Deutschland in dieser Form bislang einmaliges “Security Token Offering” hat erfolgreich die Wertpapierprüfung der Finanzaufsicht BaFin durchlaufen. Schon ab 100 Euro können Anleger in ein Portfolio von Startup-Unternehmen investieren und daran partizipieren, wenn vielleicht auch das „nächste Google” dabei ist. Die Anleger-Rendite soll bei 10 bis 20 Prozent p.a. liegen.

mehr ...

Berater

Was kommt nach der NordLB? Pläne für den Herbst angekündigt

Was wird aus der Investitionsbank ohne die angeschlagene NordLB-Mutter? Für eine Neuaufstellung des landeseigenen Förderinstituts sieht Sachsen-Anhalt weiteren Klärungsbedarf. Bis zum Spätherbst soll klar sein, wie die Investitionsbank (IB) aus der NordLB herausgelöst werden kann, sagte Finanzminister Michael Richter (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

mehr ...

Sachwertanlagen

CH2 platziert erfolgreich erste Aves-Anleihe

Große Nachfrage verzeichnete in den vergangenen Wochen die Anleihe „Aves Transport 1“. Es handelt sich um die erste Anleihe des börsennotierten Konzerns Aves One, die mit einem Kupon von 5,25 Prozent ausgestattet ist und eine fünfjährige Laufzeit hat.

mehr ...

Recht

BGH entscheidet über zeitliche Festlegung von Rechtsschutzfällen

Wann ist eine Rechtsschutzversicherung zur Zahlung verpflichtet? Mit dieser Frage musste sich der Zivilsenat des Bundesgerichtshofs (BGH) Anfang dieses Monats auseinandersetzen.

mehr ...