Anzeige
Anzeige
20. Juni 2018, 14:23
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Was bedeuten die Notenbankentscheide für die Baufinanzierungszinsen?

In der vergangenen Woche fielen zwei geldpolitische Entscheidungen: Die Federal Reserve nahm einen weiteren Zinsschritt vor, die EZB kündigte an, dass ihr Anleihenkaufprogramm Ende Dezember ausläuft. Qualitypool-Geschäftsführer Jörg Haffner bewertet die Beschlüsse und prognostiziert die Entwicklung der Bauzinsen.

854eae52b2a0b1be Org in Was bedeuten die Notenbankentscheide für die Baufinanzierungszinsen?

Jörg Haffner, Qualitypool: “Die lange Zeitspanne bis zum potenziellen ersten Zinsschritt nach dem Sommer nächsten Jahres sollte zunächst für einen weiter entspannten Zinsmarkt sorgen.”

Es war bekannt, dass die Europäische Zentralbamk (EZB) auf ihrer geldpolitischen Sitzung über das Ende des Anleihenkaufprogramms diskutieren wird. Spekulationen um einen baldigen Ausstieg würden vom sprunghaften Anstieg der Verbraucherpreise im April (plus 1,9 Prozent in der Eurozone) gestützt.

Das EZB-Inflationsziel von „knapp unter zwei Prozent“ wurde demnach vorerst erreicht, auch wenn der Anstieg zu einem guten Teil auf die gestiegenen Energiepreise zurückzuführen war.

Leitzins soll bis zum Herbst 2019 niedrig blieben

Letztendlich entschied sich die EZB dafür, das Anleihenkaufprogramm ab Oktober auf 15 Milliarden Euro monatlich zu halbieren und zum Jahresende auslaufen zu lassen. Ab Januar 2019 werden nur noch Anleihen ersetzt und keine neuen mehr hinzugekauft.

Der Leitzins soll bis mindestens „über den Sommer 2019“ hinweg auf seinem historischen Tief bleiben. Wie gewohnt knüpfte EZB-Präsident Mario Draghi diese Vorgaben an eine Inflationsentwicklung im Rahmen der Erwartungen (1,7 Prozent für 2018 und für 2019).

Draghi wies bei der Bekanntgabe auf wachsende Unsicherheiten innerhalb der Eurozone hin – sowohl politischer Art, wie durch den Handelskonflikt mit den USA und die neue Regierung in Italien, als auch ökonomischen Ursprungs, da sich das Wachstum im ersten Quartal verlangsamt hat. Nach Einschätzung der EZB bleibt aber ein robustes und breit angelegtes wirtschaftliches Wachstum der Eurozone erkennbar.

Kurz vor der EZB traf sich der geldpolitische Ausschuss der Fed. Die US-Notenbank erhöhte wie erwartet den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 1,75 bis 2,00 Prozent. Die offensive Geldpolitik der Fed wurde ein weiteres Mal durch gute Konjunkturdaten gestützt. Gerade die Arbeitsmarktdaten überzeugten im Mai, und die Verbraucherpreise stiegen so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr. Aktuell rechnet die Fed mit zwei weiteren Zinserhöhungen in 2018 sowie drei Erhöhungen in 2019.

Baufinanzierungszinsen: Aktuelle Entwicklung und Ausblick

Die Bestzinsen für zehn- und 15-jährige Baufinanzierungen waren zuletzt rückläufig: Die zehnjährigen Zinsbindungen sanken von 1,30 Prozent Anfang Mai auf 1,10 Prozent Anfang Juni. Die 15-jährigen Zinsbindungen gingen im gleichen Zeitraum von 1,60 auf 1,47 Prozent zurück.

Die neue eurokritische Regierung in Italien hat in den letzten Wochen für Verunsicherung auf dem Anleihen- und Zinsmarkt gesorgt. Es war wohl vor allem der politische Einfluss, der die Zinsen zuletzt sinken ließ. Inzwischen nimmt der geldpolitische Einfluss – insbesondere mit der Ankündigung der EZB, die Zinsen über den Sommer 2019 hinaus niedrig zu halten – wieder zu.

Wie erwartet hat sich die EZB dafür entschieden, das lange erwartete Auslaufen des Anleihenkaufprogramms frühzeitig zu kommunizieren. So haben sich daraus aktuell keine Zinsimpulse ergeben. Auch die lange Zeitspanne bis zum potenziellen ersten Zinsschritt nach dem Sommer nächsten Jahres sollte zunächst für einen weiter entspannten Zinsmarkt sorgen.

Seite 2: Die Zinsen könnten unter bestimmten Voraussetzungen sogar wieder sinken

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Ab dem 22. November im Handel.

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Versicherungen

Knapp bei Kasse: So lässt sich bei Versicherungen sparen

Das Auto kommt nicht durch den TÜV, beim Zahnarzt wird ein hoher Betrag fällig für Zahnersatz – und dann steht Weihnachten vor der Tür. Auch bei dem cleversten Sparfüchsen kann es knapp in der Kasse werden. Gerade Versicherungen bieten einiges Sparpotenzial, ohne den Versicherungsschutz zu verlieren, wie eine aktuelle Tippliste der Gothaer zeigt.

mehr ...

Immobilien

Berlin: Temporäres Wohnen ist “Everybody’s darling”

Der Markt für temporäres Wohnen in der Bundeshauptstadt verändert sich. Immer mehr internationale Investoren und Betreiber sowie neuentwickelte Konzepte bilden aktuell die relevantesten Trends.

mehr ...

Investmentfonds

DVAG: Warum sind die Deutschen solche Aktienmuffel?

Was die Geldanlage angeht gehen die Deutschen lieber auf Nummer sicher und investieren größtenteils in vermeintlich sichere Geldanlagen wie Sparbücher, Tagesgeld- und Festgeldkonten, die kaum bis keine Zinsen bringen. Warum ist das so?

mehr ...

Berater

Künstliche Intelligenz: 5 Trends die 2019 bestimmen

Künstliche Intelligenz (KI) wird auch 2019 eine maßgebliche Rolle spielen. Die IntraFind Software AG ist Spezialist für Enterprise Search und Natural Language Processing; das Unternehmen bietet Produkte für die unternehmensweite Suche sowie Textanalyse an, die auch auf KI und modernsten Machine-Learning-Verfahren basieren. Welche fünf KI-Trends das kommende Jahr besonders prägen werden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Erstes Urteil zur P&R-Vermittlung: Es war “execution only”

Das Urteil des Landgerichts Ansbach, das die Klage einer Anlegerin gegen einen Vermittler von P&R-Containern abgewiesen hat, liegt nun schriftlich vor. Demnach gab es in dem Fall einige Besonderheiten.

mehr ...

Recht

BGH-Urteil: Position der Staates als Erbe gestärkt

Wenn der Staat das Erbe eines Gestorbenen ohne Angehörige antritt, muss er für Hausgeldschulden einer Wohnung in der Regel nur mit der Erbmasse haften. Das entschied der Bundesgerichtshof in Karlsruhe am Freitag in einem Fall aus Sachsen.

mehr ...