21. August 2018, 14:15
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Baukindergeld: Licht und Schatten der Förderung

Durch das neue Baukindergeld wird der Traum vom Eigenheim für viele Familie ein Stück weit greifbarer. Doch mit dem Beschluss der neuen Förderung wurden auch kritische Stimmen laut – zu Recht, sagen die Experten der BHW Bausparkasse.

Baukindergeld: Licht und Schatten der Förderung

Trotz Baukindergeld müssen Familien weiterhin das erforderliche Eigenkapital aufbringen, um kaufen oder bauen zu können.

Nach langen und kontroversen Debatten steht jetzt fest: Die Bundesregierung wird Familien in Zukunft beim Kauf der ersten eigenen vier Wände unterstützen.

Doch kaum hatte man sich auf die Rahmendaten der neuen Förderung geeinigt, kam erste Kritik: Erreicht die gut gemeinte Subvention überhaupt diejenigen, die sie am dringendsten benötigen, oder setzt sie am Ende sogar falsche Anreize?

Förderung hilft Hürde zu überwinden

Laut BHW stellt das Baukindergeld eine erhebliche Erleichterung bei der Eigenheimfinanzierung dar: Eine Familie mit zwei Kindern bekomme immerhin insgesamt 24.000 Euro in zehn Jahren.

Gerade Haushalte an der Schwelle zum Wohneigentum haben damit eine gute Chance, die Hürde zu überwinden und rechtzeitig zu Rentenbeginn schuldenfrei zu sein.

Ein Problem löse das Baukindergeld jedoch nicht: Familien müssen auch weiterhin das erforderliche Eigenkapital aufbringen, um kaufen oder bauen zu können. Rund 20 Prozent des Kaufpreises sollten BHW zufolge angespart sein, um die Finanzierung auf sichere Beine zu stellen.

Baukindergeld ersetzt Eigenkapital nicht

Einkommensschwächere Familien, die auf niedrige Zinsen und Baukindergeld setzen, geraten möglicherweise in Schwierigkeiten, wenn die Zinsen im Rahmen einer ungünstigeren Anschlussfinanzierung wieder steigen sollten. Auch Lebensrisiken wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder eine längere Krankheit können den Finanzierungsplan beeinträchtigen.

Somit sei das neue Baukindergeld nicht genug, um das zweckgerichtete Ansparen von “echtem” Eigenkapital nicht ersetzen. Wünschenswert seien deshalb auch Verbesserungen der staatlichen Förderung bei millionenfach bewährten Instrumenten wie der Arbeitnehmersparzulage und der Wohnungsbauprämie.

Gerade jungen Familien mit weniger Eigenkapital würde es zudem helfen, wenn die Grunderwerbsteuer für die erste selbst genutzte Immobilie stark gesenkt oder abgeschafft werden würde.

Bausparvertrag hilft Eigenkapital zu bilden

Unter dem Strich gebe der Bund mit dem Baukindergeld in Zukunft Steuergeld als Förderung aus, das die Länder durch die Grunderwerbsteuer wieder einstreichen. So subventioniere eine staatliche Ebene die andere. Das zeigt laut BHW die Notwendigkeit, an zentralen Stellschrauben zu drehen.

Trotz der neuen Förderung lautet die Devise für Baufamilien weiterhin “Eigenkapital bilden”. Das sei auch gar nicht so schwierig – beispielsweise mit einem Bausparvertrag.

Über einen solchen Vertrag können Bauwillige Eigenkapital bilden, unterstützt von Zinseffekten und staatlicher Förderung in der Ansparphase. BHW zufolge können sie sich so zugleich die aktuell historisch niedrigen Zinsen für die Zukunft sichern. (bm)

Foto: Shutterstock

 

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1 Kommentar

  1. Vernünftige Vorschläge! Oder soll das Baukindergeld einfach gleich beim Land für die Grunderwerbsteuer abgeliefert werden? Die muss nämlich mit Eigenkapital finanziert werden, genauso wie die Notar- und Grundbuchkosten, das alles finanziert keine Bank…

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 21. August 2018 @ 15:20

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