16. August 2018, 13:39
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Standardrate für Baudarlehen auf Jahrestief

Die Baufinanzierungszinsen schwanken derzeit leicht. Im Monat Juli haben sie nach den Ergebnissen des Dr. Klein Trendindikators Baufinanzierung (DTB) den bisher tiefsten Punkt des Jahres erreicht. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, kommentiert die aktuelle Entwicklung.

Neumann in Standardrate für Baudarlehen auf Jahrestief

Michael Neumann, Dr. Klein: “Noch nie waren Annuitätendarlehen so beliebt und Forward-Darlehen so wenig nachgefragt wie im Juli.”

Die Zinsen für Immobilienkredite sind volatil, das heißt: Sie schwanken. Im Juli tun sie das zum Vorteil der Kreditnehmer: Nachdem die Bauzinsen im Juni Jahreshöchststände erreicht haben, sanken sie zuletzt deutlich.

Die Standardrate, die für einen Immobilienkredit in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf errechnet wird, beträgt nur noch 460 Euro – gegenüber 480 im Vormonat.

Als Trend ist diese Entwicklung nicht zu bezeichnen, mittelfristig werden die Zinsen vermutlich nach oben gehen. Allerdings ist das Aufwärtspotenzial zumindest für die nächsten sechs Monate begrenzt, da die EZB bemüht ist, die Zinsen niedrig zu halten.

Immer höhere Kredite

Die durchschnittliche Darlehenshöhe steigt von Monat zu Monat und im Juli macht der Betrag noch einmal einen deutlichen Sprung nach oben: Um ihre Wohnung oder ihr Haus zu finanzieren, leihen sich Darlehensnehmer mittlerweile rund 225.000 Euro. Zum Vergleich: Jeweils im Juli der letzten beiden Jahre waren es 201.000 Euro, im Juli 2015 betrug die Kreditsumme im Schnitt noch 172.000 Euro.

Lange Zinsbindung

Seit Februar dieses Jahres wählen Immobilienkäufer eine Zinsbindung um 14 Jahre, im Juli sind es durchschnittlich 13 Jahre und 10 Monate. Der Blick zurück zeigt, dass dies vergleichsweise lang ist: Vor fünf Jahren waren es durchschnittlich 11 Jahre und 8 Monate. Damit fällt die Restschuld niedriger aus als nach einer kurzen Finanzierungsrunde und das Zinsänderungsrisiko reduziert sich.

Geringere Tilgung, höherer Beleihungsauslauf

Der anfängliche Tilgungssatz sinkt verhältnismäßig stark – gegenüber dem Vormonat um 0,08 Prozentpunkte auf 2,77 Prozent. Damit befindet sich der Wert auf dem geringsten Niveau seit 2015, er liegt aber noch deutlich über den empfohlenen zwei Prozent.

Der Beleihungsauslauf, also der Anteil des Immobilienwertes, der durch das Bankdarlehen finanziert ist, beträgt im dritten Monat in Folge über 81 Prozent. Im Juli steigt er erneut, auf 81,82 Prozent.

Galt früher die Maxime, dass mindestens 20 Prozent des Kaufpreises plus der Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln bestritten werden sollten, ist das wegen der hohen Immobilienpreise und der parallel steigenden Erwerbsnebenkosten mittlerweile nicht mehr realistisch – und für eine solide Finanzierung auch nicht unbedingt notwendig.

Annuitätendarlehen top, Forwards flop

Noch nie waren Annuitätendarlehen so beliebt und Forward-Darlehen so wenig nachgefragt wie im Juli: Auf den Klassiker der Baufinanzierung entfallen 82,86 Prozent. Zukünftige Darlehen mit den heutigen Zinsen und einem Forward-Aufschlag machen nur noch 8,97 Prozent aus. Vor knapp eineinhalb Jahren war das Volumen noch mehr als doppelt so hoch.

Foto: Florian Sonntag

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Aon zu steigenden Sturmschäden: “Die wirklichen Extreme stehen uns noch bevor”

650 Millionen Euro betragen die Sturmschäden seit Monatsbeginn in Deutschland, so die Schätzung von Rückversicherer AON. 350 Millionen Euro sollen auf Verträge der Sachversicherung entfallen. 300 Millionen Euro sind voraussichtlich an Kaskoschäden in der Kfz-Versicherung auszubezahlen. Im Gespräch erläutert Jan-Oliver Thofern, CEO des Rückversicherungsmaklers bei Aon, dass sowohl das Volumen an Schäden als auch die Höhe der Zahlungen für versicherte Schäden die Branche vor eine neue Herausforderung stellen.

mehr ...

Immobilien

Digitalisierung der Baufinanzierung: Das Ende der Filialbanken?

Die Hausbank, wie wir sie kennen, ist am Straucheln. Ein regionaler Bankberater und der wöchentliche Gang zum Schalter sind Relikte der Vergangenheit. Gastbeitrag von Valentin Drießen, Hausfrage.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi’s Kommentare beeinflussen europäischen High Yield-Markt

Draghi’s Aussagen auf dem EZB-Forum in Sintra, Portugal, stellen einen wichtigen Impuls für den europäischen High Yield-Markt dar. Wenn der EZB-Chef erklärt, dass „weitere Leitzinssenkungen und Maßnahmen zur Eindämmung von Nebenwirkungen Teil unserer Instrumente bleiben“, ist zu erwarten, dass diese der Kreditwirtschaft und insbesondere dem High Yield-Markt zugutekommen. Ein Kommentar von Mark Benbow, Manager des Kames Short-Dated High Yield Bond Fund.

mehr ...
20.06.2019

Powells Balanceakt

Berater

„Das beste Lob, das man als Versicherer bekommen kann“

Daniel Bahr war von 2011 bis Dezember 2013 Bundesgesundheitsminister, gilt als „Vater des Pflege-Bahr“, ist seit 2017 Vorstand der Allianz Krankenversicherung und ein Experte beim Thema Pflege. Cash. sprach mit ihm über das unterschätzte Risiko der Pflegebedürftigkeit, die Zurückhaltung des Vertriebs sowie die Kampagne der Allianz mit Markenbotschafter Dieter Hallervorden.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...