Büroimmobilien: Mehr Dynamik an den A-Standorten

Die Corpus-Sireo-Studie „Regionaler Büromarktindex“ unterstreicht die ungebrochen positive Mietentwicklung an den deutschen Büromärkten. Im 2. Halbjahr 2017 zeigten sich die A-Städte jedoch dynamischer als die B-Städte.

Frankfurt hatte im Segment Büro in den letzten sechs Monaten 2017 den größten Wachstumsschub.

An den 19 untersuchten B-Standorten lagen die durchschnittlichen Angebotsmieten zum Jahresende 2017 bei 8,87 Euro pro Quadratmeter – ein Zuwachs gegenüber der Jahresmitte von 1,6 Prozent. In den Top-7-Metropolen stiegen die Angebotsmieten in diesem Zeitraum um 3,8 Prozent auf 14,51 Euro pro Quadratmeter.

Altbauten trieben die Mietentwicklung in den B-Standorten

Das Mietwachstum in den B-Städten fiel in der zweiten Jahreshälfte 2017 etwas geringer aus (1,6  Prozent) als in den ersten beiden Quartalen (1,9 Prozent). Einen überdurchschnittlichen Anstieg der Mieten war bei Altbauten zu registrieren, deren mittlere Angebotsmiete um 4,9 Prozent auf 8,64 Euro pro Quadratmeter im vierten Quartal 2017 angezogen hat. Flächen im gehobenen und im Top-Segment legten dabei stärker zu als preisgünstige Altbauten. Preissensible Nachfrager profitierten davon, dass die Einstiegsmiete im Vergleich zur Jahresmitte 2017 unverändert bei 5,00 Euro pro Quadratmeter verharrte. Büronutzer, die hochwertige Flächen in Innenstadtlagen suchten, mussten Ende des Jahres mit 11 Euro pro Quadratmeter knapp 6 Prozent mehr zahlen als sechs Monate zuvor.

Starkes Mietwachstum in den norddeutschen Märkten

In den norddeutschen Landeshauptstädten haben die Angebotsmieten im zweiten Halbjahr 2017 deutlich angezogen. Der Büromarkt Kiel war mit einem Plus von 7,3 Prozent Spitzenreiter unter den 19 analysierten B-Standorten und erreichte im vierten Quartal eine durchschnittliche Angebotsmiete von 9,25 Euro pro Quadratmeter – einige Neubauten in der Innenstadt trieben insbesondere die Mieten im gehobenen Segment kräftig an. Ebenfalls deutlich zulegen konnten die Mieten in Hannover (plus 4,8 Prozent auf 9,25 Euro) und Bremen (plus 3,4 Prozent auf 8,59 Euro).

Differenzierte Entwicklungen in Süddeutschland

Deutliche Unterschiede zeigte in der zweiten Jahreshälfte 2017 die Mietentwicklung in den süddeutschen B-Standorten: Während die durchschnittliche Angebotsmiete in Karlsruhe und in Regensburg diesem Zeitraum mit 2,8 bzw. 3,2 Prozent, wie im ersten Halbjahr 2017, erneut spürbar zulegen konnte, stagnierte die Mietentwicklung in Freiburg (0,8 Prozent) ebenso wie in Augsburg (0,5 Prozent). Einen kräftigen Dämpfer erfuhr hingegen die Angebotsmiete in Nürnberg, wo sich der Durchschnittswert um 3,3 Prozent auf 8,84 Euro pro Quadratmeter reduzierte.
Hervorzuheben ist, dass Freiburg zum Jahresende 2017 mit 11,99 Euro pro Quadratmetern, mit deutlichem Abstand vor Bonn (10,75 Euro), der B-Standort mit der höchsten durchschnittlichen Angebotsmiete geblieben ist.

A-Standorte mit starker zweiter Jahreshälfte, vor allem Frankfurt

In den A-Standorten sind die durchschnittlichen Angebotsmieten im zweiten Halbjahr 2017 doppelt zu stark gestiegen wie in den B-Standorten: 3,8 Prozent. Auf das Gesamtjahr gesehen steht für die Top-Märkte ein Wachstum von sechs Prozent. Das Mietwachstum fand in allen Preissegmenten statt, jedoch hat ein überdurchschnittlicher Anstieg im gehobenen und im Top-Segment das Mietniveau maßgeblich nach oben getrieben. Der Büromarkt Frankfurt erreichte in der zweiten Jahreshälfte 2017 mit einem Plus von 8,3 Prozent das stärkste Wachstum unter den Top 7 auf ein Niveau von 16,73 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Berlin mit einem Anstieg um 5,3 Prozent auf 14,50 Euro und München mit 5,0 Prozent auf 17,64 Euro. Demgegenüber standen die Angebotsmieten in Stuttgart mit minus 1,3 Prozent (auf 12,03 Euro) und Düsseldorf mit minus 0,9 Prozent (auf 12,08 Euro) leicht unter Druck. (fm)

Foto: Shutterstock

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