31. August 2018, 13:37
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GdW fordert Anhebung der linearen Abschreibung

Das Bundesfinanzministerium hat einen Referentenentwurf zur Sonder-AfA vorgelegt. Dieser greift jedoch nicht ansatzweise weit genug, erklärt Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW.

GdW fordert Anhebung der linearen Abschreibung

Dem GdW zufolge braucht die Bundesrepublik aktuell funktionierende Anreize für den Mietwohnungsbau.

Dem Entwurf nach sollen in den ersten vier Jahren nach Fertigstellung einer Mietwohnung fünf Prozent der Herstellungskosten zusätzlich zur regulären linearen Abschreibung des Gebäudes abgeschrieben werden können.

“Eine wirksame Förderung des Mietwohnungsbaus heißt, die reguläre lineare Abschreibung von zwei Prozent auf drei Prozent zu erhöhen. Die aktuell geplante Sonderabschreibung für den Mietwohnungsbau dagegen greift deutlich zu kurz und schließt die Wohnungswirtschaft faktisch von den Anreizen aus”, so Gedaschko.

Förderwert auf 200.000 Euro begrenzt

Wie Berechnungen des GdW zeigen, könnte ein Wohnungsunternehmen mit dieser Art von Förderungen innerhalb von drei Jahren weniger als 30 Wohneinheiten bauen.

Die geplante Sonderabschreibung soll nach dem Gesetzentwurf nur im Rahmen der EU-Regelungen zu De-minimis-Beihilfen nutzbar sein. Diese begrenzen für einen Zeitraum von drei Jahren den Förderwert auf 200.000 Euro.

Dieser Beitrag könne darüber hinaus auch durch andere Beihilfen, wie beispielsweise bestimmte KfW-Programme oder Kommunalbürgschaften ausgeschöpft sein. Dies werde gerade bei größeren kommunalen Wohnungsunternehmen der Fall sein.

Lineare Abschreibung ist realitätsfern

Selbst wenn der gesamte zulässige Betrag von 200.000 Euro noch zur Verfügung stehen würde, sind nur 27 neu gebaute Mietwohnungen in drei Jahren das Ergebnis einer GdW-Berechnung für ein Beispiel-Unternehmen.

Gedaschko fordert: “Die reguläre lineare Abschreibung muss endlich der Realität angepasst werden, um dem aktuellen Werteverzehr von Wohngebäuden Rechnung zu tragen. Was wir brauchen, sind funktionierende Anreize für den Mietwohnungsbau statt nahezu unwirksame Schnellschüsse im Klein-Klein.”

Dabei dürfen Wohnungsunternehmen nicht von den Anreizen zum Mietwohnungsbau ausgeschlossen werden. Zusätzlich werde daher ohnehin alternativ zur Sonderabschreibung eine gleichwertige Investitionszulage benötigt, da viele Wohnngsunternehmen die Sonderabschreibung gar nicht nutzen können. (bm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Wohnimmobilien:

Die Mieten in deutschen Metropolen steigen rasant

Wohnatlas 2018: Wo ist Kaufen noch verhältnismäßig günstig?

Wohnimmobilien: Wie sieht das deutsche Durchschnitts-Zuhause aus?

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Zurich baut nachhaltige Altersvorsorge aus

Zukünftig wird es immer wichtiger, verantwortungsbewusst zu investieren. Umweltsünder und Firmen, die nicht ethisch und sozial korrekt geführt werden, fallen durch das Raster. Zum Wohle der Gesellschaft, aber vor allem auch zum Wohle einer nachhaltigen Altersvorsorge. Die Zurich Gruppe verfolgt schon lange diesen Ansatz und bietet entsprechende Produkte an, die Anfang des Jahres noch einmal mit einem neuen Leistungsmerkmal ausgestattet wurden.

mehr ...

Immobilien

Renovieren: BGH nimmt Vermieter und Mieter in die Pflicht

Langjährige Mieter können ihren Vermieter zum Renovieren verpflichten, müssen sich aber an den Kosten beteiligen. Voraussetzung ist außerdem, dass sich der Zustand der Wohnung seit Einzug deutlich verschlechtert hat.

mehr ...

Investmentfonds

ESG gewinnt durch die Corona-Pandemie

Die Regulierung und Coronakrise rücken ESG-Investments weiter in den Fokus der Anleger. Sind sie die bessere Anlage? Ein Gastbeitrag von Dr. Harald Glander und Daniel Lühmann von der Wirtschaftskanzlei Simmons & Simmons

mehr ...

Berater

Wie lange hält Urlaubsanspruch? Richter wenden sich an EuGH

Um über die Dauer von Urlaubsansprüchen bei Arbeitnehmern mit Langzeitkrankheit urteilen zu können, hat das Bundesarbeitsgericht den Europäischen Gerichtshof um eine Vorabentscheidung gebeten.

mehr ...

Sachwertanlagen

Zweitmarkt: Umsatz gestiegen, Kurse gefallen

Die Fondsbörse Deutschland Beteiligungsmakler AG verzeichnet im Juni bezüglich der Anzahl der Transaktionen und des Nominalumsatzes eine leichte Belebung des Zweitmarkts für geschlossene Fonds. Der Durchschnittskurs sank hingegen zum dritten Mal in Folge.

mehr ...

Recht

Weiterbildung in Zeiten von Covid-19

Die Corona-Pandemie hat das Interesse der Versicherungsvermittler an der Nutzung der Möglichkeiten digitaler Weiterbildung gesteigert, um so sicherzustellen, dass das gesetzliche Pflichtsoll von mindestens 15 Stunden Weiterbildungszeit pro Jahr erfüllt wird. Doch nicht jedes Webinar erfüllt die Voraussetzungen, die für eine Anrechenbarkeit im Rahmen der gesetzlichen Weiterbildungspflicht gefordert sind. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Jürgen Evers

mehr ...