Anzeige
22. Juni 2018, 07:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilieninvestments: Historiker warnt vor hohen Rendite-Erwartungen

In den vergangenen Jahren sind die Immobilienpreise in der Bundesrepublik stark angestiegen. Trotzdem ist bei Immobilienanlagen Vorsicht geboten, sagt der britische Wirtschaftshistoriker Elroy Dimson.

Immobilieninvestments: Historiker warnt vor hohen Rendite-Erwartungen

Elroy Dimson: “Akademiker neigen dazu, ländliche Gegenden statistisch unter den Tisch fallen zu lassen.”

Ihm zufolge dürfte die reale Entwicklung der Immobilienpreise weltweit im Schnitt bei minus zwei Prozent pro Jahr gelegen haben. Das liege vor allem an den oft übersehenen Kosten für Versicherungen und Instandhaltungsmaßnahmen, notwendigen Anpassungen an neuere Qualitätsstandards und statistische Effekte.

“Weil das Datenmaterial besonders in Metropolen gut ist, neigen Akademiker dazu, ländliche Gegenden statistisch unter den Tisch fallen zu lassen”, erklärt Dimson im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin “Capital” (Ausgabe 07/2018, EVT 21. Juni).

Die viel zitierten Wertzuwächse in Weltstädten seien jedoch alles andere als repräsentativ für den Immobilienmarkt als Ganzes.

Investieren wie ein Staatsfonds

Dimson ist einer der weltweit bekanntesten Finanzmarkt-Historiker. Unter anderem beriet er ein Jahrzehnt lang den inzwischen 900 Milliarden Euro schweren Norwegischen Staatsfonds in der Allokation seiner Mittel.

Dessen Strategie – zwei Drittel Aktienquote – empfiehlt der Ökonom auch geduldigen Privatanlegern. “Ein Staatsfonds verteilt sein Geld auf 8.000 bis 10.000 Aktien weltweit – für etwas unter 0,1 Prozent Gebühren im Jahr”, so Dimson.

“Privatanlegern steht dank günstiger Indexfonds annähernd die gleiche Strategie offen: Tausende Aktien aus der ganzen Welt für nur 0,15 Prozent Gebühren im Jahr. Eine bescheidene Summe für historisch betrachtet fünf Prozent Gesamtertrag nach Inflation mit weltweiten Aktien.”

Keine Furcht vor höheren Zinsen

Zudem rät er im Interview mit “Capital” davon ab, die eigene Anlagestrategie von kurzfristigen Veränderungen der Zinsen oder auch dem erwarteten Wirtschaftswachstum abhängig zu machen.

“Es gibt historisch betrachtet keinen belegbaren Zusammenhang zwischen dem erwarteten Wirtschftswachstum und den Aktienmarkt-Renditen, auch wenn die Marketingabteilungen der Finanzkonzerne das gern behaupten, etwa mit Blick auf Schwellenländer und die sogenannten Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China.”

Auch höhere Zinsen müssten Anleger kaum fürchten, denn: “Je höher die Realzinsen sind, desto höher der Aktienertrag in den nächsten fünf Jahren. Lediglich die Entwicklungsrichtung der Zinsen habe einen negativen Einfluss, da Aktien es in Phasen steigender Zinsen zunächst schwer haben.”

Höhere Realzinsen seien bessere Voraussetzungen, um mit Aktien Rendite zu machen. Es muss laut Dimson also niemand Angst vor steigenden Zinsen haben. (bm)

Foto: Sparrows Capital Limited

 

Mehr Beiträge zum Thema Anlagestrategien:

Finger weg von aktiven Anleihenfonds?

Luxusgüter: Warum Anleger selektiv investieren müssen

Branchentreff der Asset Manager: Die funds excellence 2018

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Neuer Finanzvorstand: Jens Warkentin wechselt von Axa zu Talanx

Jens Warkentin, derzeit Chief Operating Officer bei der Axa Konzern AG in Deutschland, tritt vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats zum 1. Oktober 2018 in den Vorstand der Talanx Deutschland AG ein. Der 51-Jährige wird zum 31. März 2019 das Ressort von Barbara Riebeling übernehmen, die derzeit als Finanzvorstand und Arbeitsdirektorin der Talanx Deutschland AG tätig ist.

mehr ...

Immobilien

Diese Filialbanken bieten die besten Baufinanzierungskonditionen

Dank des Niedrigzinses sind die Finanzierungsbedingungen für den Immobilienkauf noch günstig, jedoch nicht bei allen Filialbanken. Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat untersucht, welche Banken die besten Kreditkonditionen gewähren.

mehr ...

Investmentfonds

Argentinien: Probleme trotz IWF-Kredit

Der IWF-Kredit hat die argentinischen Märkte stabilisiert, aber die Probleme des Landes bleiben bestehen. Welche Herausforderungen die Wirtschaft in den nächsten Monaten überwinden muss und was das für Anleger bedeutet: Gastbeitrag von Rob Drijkoningen, Neuberger Berman

mehr ...

Berater

Sparkassen: Echtzeitüberweisungen in der Regel nicht kostenlos

Seit wenigen Tagen können Kunden bei zahlreichen Sparkassen ihre Überweisung in Echtzeit vornehmen – dies allerdings in der Regel nicht kostenlos. Die Kosten liegen zwischen null und zwölf Euro, wie eine Erhebung von Konto.org ergab. Das Fachportal hat die Preise für Echtzeitüberweisungen aller 385 Sparkassen online abgefragt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Head of Research and Strategy bei Thomas Lloyd

Die ThomasLloyd Group hat ihr Management-Team erweitert: Nick Parsons ist seit Juni am Hauptsitz in London als Head of Research and Strategy tätig und in dieser Rolle auch Chefvolkswirt der Investment- und Beratungsgesellschaft.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...