2. Februar 2018, 14:39
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Immobilienmarkt: Höhere Grundsteuer könnte Blasengefahr senken

Derzeit steht die Grundsteuer auf dem Prüfstand des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe. Kritiker befürchten bei einer Reform eine heimliche Steuererhöhung. Laut dem aktuellen Empirica-Blasenindex könnte so jedoch die Blasengefahr gesenkt werden.

Immobilienmarkt: Höhere Grundsteuer könnte Blasengefahr senken

Als Gegenleistung für eine Erhöhung der Grundsteuer käme eine Absenkung der Grunderwerbsteuer in Betracht.

Eine höhere Grundsteuer würde die Grundstückshortung teurer machen, besonders falls die Reform auf eine Bodenwertsteuer abzielen sollte, so die Experten des Berliner Marktforschungsinstituts Empirica.

In weiterer Folge würde dies mehr ungenutztes Bauland mobilisieren und die Kaufpreise somit tendenziell senken. Gleichzeitig würden dabei die Mieten steigen, da die Grundsteuer auf Mieter überwälzt werden dürfe.

Gegenleistung für Grundsteuererhöhung

Dies hätte einen positiven Effekt auf die Blasengefahr, da tendenziell fallende Preise sowohl den Vervielfältiger als auch das Preis-Einkommens-Verhältnis lassen. Die Reform träfe vor allem teure Schwarmstädte und Regionen mit hoher Blasengefahr.

Die sozialpolitischen Folgen dieser Entscheidung wären negativ, jedoch stehe es den Kommunen frei, den Mietanstieg durch großzügige Baulandausweisung zu bremsen. Bis dahin könnten Mehreinnahmen aus der Grundsteuer ein kommunales Zusatzwohngeld für Unterversorgte alimentieren.

Als Gegenleistung für das höhere Grundsteueraufkommen könnte außerdem eine Absenkung der Grunderwerbsteuer in Betracht gezogen werden. Diese verteuere bislang den Neubau und schade besonders jungen Familien, während sich eine höhere Grundsteuer fairer verteilen ließe.

Hohes Rückschlagpotential in Städten

Der derzeit bei einem einem Prozentpunkt (siehe Abbildung) liegende Gesamtindex stagniert laut Empirica in Wachstumsregionen und steigt in Schrumpfungsregionen leicht an.

Immobilienmarkt: Höhere Grundsteuer könnte Blasengefahr senken

Quelle: Empirica AG

Das Rückschlagpotential beschreibe die relative Preiskluft zwischen Kaufpreisen für Eigentumswohnungen und Mieten. Bundesweit liege dieses bei 14 Prozent, in den Top-Sieben-Städten allerdings bei 30 Prozent und selbst in demographischen Schrumpfungsregionen könnten Preise um fünf Prozent einbrechen.

Ob dies passiert, hängt den Experten zufolge vom Tempo der Fertigstellungen, der Entschleunigung der Zuwanderung und einer möglichen Zinswende sowie den politischen Begleitumständen ab. Externe Schocks erhöhen die Wahrscheinlichkeit noch.

Seite zwei: Blasengefahr in Großstädten steigt

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Neue Kapitalanlagestrategie: SDK setzt auf Immobilien

Die SDK stellt vorläufige Zahlen des Geschäftsjahrs 2018 vor. Mit einem Überschuss von 116 Millionen Euro ist das Ergebnis der Süddeutschen Krankenversicherung erneut sehr gut.

mehr ...

Immobilien

Vorsicht beim Kauf zwangsversteigerter Häuser

Im angespannten Immobilienmarkt bieten Zwangsversteigerungen die Möglichkeit, ein Haus unterhalb des Marktwertes zu erwerben. Die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen bergen jedoch erhebliche Risiken.

mehr ...

Investmentfonds

E-Autos: Neue Hürden verhindern Verbreitung

Die Deutschen sind in Sachen Elektromobilität sehr optimistisch. Warum es nach wie vor ein Nischenthema ist, hängt an vielen Detailfragen. Die oft noch geringe Reichweite ist nur ein Aspekt. Woran es besonders hakt, ist bislang kaum in der öffentlichen Diskussion kaum aufgetaucht.

mehr ...

Berater

Gehalt: So viel verdient Deutschland

Mit welchem Beruf zählen Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu den Top-Verdienern und wie groß sind die regionalen Unterschiede beim Lohnniveau? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der Step Stone Gehaltsreport 2019 mit einem Überblick über die durchschnittlichen Bruttojahresgehälter.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lars Schnidrig rückt zum CEO von Corestate auf

Der Aufsichtsrat der Corestate Capital Holding S.A., zu der unter anderem der Asset Manager Hannover Leasing gehört, hat Lars Schnidrig für vier Jahre zum neuen Chief Executive Officer (CEO) und Vorsitzenden des Vorstands berufen. Er hat ein ambitioniertes Ziel.

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...