Immobilienmarkt: Höhere Grundsteuer könnte Blasengefahr senken

Derzeit steht die Grundsteuer auf dem Prüfstand des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe. Kritiker befürchten bei einer Reform eine heimliche Steuererhöhung. Laut dem aktuellen Empirica-Blasenindex könnte so jedoch die Blasengefahr gesenkt werden.

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Als Gegenleistung für eine Erhöhung der Grundsteuer käme eine Absenkung der Grunderwerbsteuer in Betracht.

Eine höhere Grundsteuer würde die Grundstückshortung teurer machen, besonders falls die Reform auf eine Bodenwertsteuer abzielen sollte, so die Experten des Berliner Marktforschungsinstituts Empirica.

In weiterer Folge würde dies mehr ungenutztes Bauland mobilisieren und die Kaufpreise somit tendenziell senken. Gleichzeitig würden dabei die Mieten steigen, da die Grundsteuer auf Mieter überwälzt werden dürfe.

Gegenleistung für Grundsteuererhöhung

Dies hätte einen positiven Effekt auf die Blasengefahr, da tendenziell fallende Preise sowohl den Vervielfältiger als auch das Preis-Einkommens-Verhältnis lassen. Die Reform träfe vor allem teure Schwarmstädte und Regionen mit hoher Blasengefahr.

Die sozialpolitischen Folgen dieser Entscheidung wären negativ, jedoch stehe es den Kommunen frei, den Mietanstieg durch großzügige Baulandausweisung zu bremsen. Bis dahin könnten Mehreinnahmen aus der Grundsteuer ein kommunales Zusatzwohngeld für Unterversorgte alimentieren.

Als Gegenleistung für das höhere Grundsteueraufkommen könnte außerdem eine Absenkung der Grunderwerbsteuer in Betracht gezogen werden. Diese verteuere bislang den Neubau und schade besonders jungen Familien, während sich eine höhere Grundsteuer fairer verteilen ließe.

Hohes Rückschlagpotential in Städten

Der derzeit bei einem einem Prozentpunkt (siehe Abbildung) liegende Gesamtindex stagniert laut Empirica in Wachstumsregionen und steigt in Schrumpfungsregionen leicht an.

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Quelle: Empirica AG

Das Rückschlagpotential beschreibe die relative Preiskluft zwischen Kaufpreisen für Eigentumswohnungen und Mieten. Bundesweit liege dieses bei 14 Prozent, in den Top-Sieben-Städten allerdings bei 30 Prozent und selbst in demographischen Schrumpfungsregionen könnten Preise um fünf Prozent einbrechen.

Ob dies passiert, hängt den Experten zufolge vom Tempo der Fertigstellungen, der Entschleunigung der Zuwanderung und einer möglichen Zinswende sowie den politischen Begleitumständen ab. Externe Schocks erhöhen die Wahrscheinlichkeit noch.

Seite zwei: Blasengefahr in Großstädten steigt

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