14. Juni 2018, 10:38
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Konsolidierung an Chinas Immobilienmarkt

Hannes Boller von Fisch Asset Management in Zürich kommentiert die Entwicklungen am chinesischen Immobilienmarkt und sagt, warum es zu einer Konsolidierung kommen wird.

China-immobilien-750-shutt 191085812 in Konsolidierung an Chinas Immobilienmarkt

Peking will Überhitzung des hiesigen Immobilienmarktes verhindern.

Der chinesische Immobilienmarkt wird erwachsen, die wilden Zeiten gehen dem Ende entgegen. Der vieldiskutierte Bauboom findet mittlerweile differenziert statt: Die Landpreise steigen weiter, da Entwickler massiv Bauland aufkaufen. Dagegen fallen in den größten und bisher wachstumsstärksten Städten die Häuserpreise bereits wieder leicht aufgrund der restriktiven Regierungsmaßnahmen bezüglich der Kreditvergabe. Hier scheint der ungebremste Preisanstieg vorerst gebrochen zu sein. Diese Entwicklungen befeuern bei Bauträgern einen rasanten Konsolidierungsprozess. Kleinere Entwickler haben inzwischen Schwierigkeiten zu günstigen Konditionen Zugang zu Kapital zu erhalten, da sie schlechtere Beziehungen zu lokalen Banken haben und sich auch anderweitig nicht wie die Branchengrößen im Ausland US-Dollar beschaffen können.

Marktanteil großer Bauträger wird steigen

Der Grund für die gestiegenen Finanzierungskosten liegt in der restriktiven Politik der Regierung, um einer Überhitzung vorzubeugen. Große Bauträger können – bislang zumindest – höhere Finanzierungskosten durch ihre deutlich besseren Gewinnmargen leichter verkraften. Wir erwarten daher eine weitergehende Konzentration am Markt. Dabei werden die Großen entweder Land von den Kleineren abkaufen oder diese ganz übernehmen. Bereits seit Jahren gewinnen die 50 größten Firmen beständig Marktanteile auf Kosten der kleineren Konkurrenten. Hatten diese im Jahr 2010 noch einen überschaubaren Marktanteil von 20 Prozent, war er 2016 bereits auf 42 Prozent gestiegen. 2017 teilten die 50 größten Immobilienentwickler dann 56 Prozent der “Contracted Sales” unter sich auf, was nochmals eine deutliche Beschleunigung der Entwicklung darstellt.

Weniger fragmentierte Märkte

Wir sehen diese Entwicklung positiv, da die Märkte durch die Konsolidierung letztendlich weniger fragmentiert sein werden und die geringere Zahl der Anbieter effektiver kontrolliert werden kann. In unseren Portfolios bevorzugen wir die Anleihen der großen und defensiven Immobilienentwickler, die über eine führende Marktstellung und guten Zugang zu frischem Kapital verfügen. Zudem halten wir Firmen mit einem diversifizierten Geschäftsprofil für attraktiv. Zum Beispiel erhöhen wiederkehrende Einkünfte aus Shopping Malls oder Mietliegenschaften die Planbarkeit und Visibilität der Cashflows. Solide Kennzahlen, wie etwa ein komfortables Liquiditätspolster, werden aufgrund der Abkühlung der Realwirtschaft durch die Regierungsmaßnahmen in den nächsten Jahren besonders wichtig sein. Andererseits meiden wir Entwickler mit aggressiver Landkauf-Strategie, dünnen Liquiditätsreserven und mangelnder Transparenz. Generell bleibt der chinesische Immobilienmarkt interessant für Anleiheninvestoren und bietet aufgrund seiner ständigen Weiterentwicklung immer wieder chancenreiche Investments mit attraktiven Renditen.

Hannes Boller ist Senior Portfolio Manager im Corporate-Bond-Team von Fisch Asset Management, Zürich.

Foto: Fisch AM

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Hier zahlen Autofahrer besonders viel für die Kfz-Versicherung

Berlin ist ein teures Pflaster für Autofahrer.Deutschlandweit ist der durchschnittliche Versicherungsbeitrag für eine Kfz-Vollkaskoversicherung in der Hauptstadt am höchsten. Der Rundum­schutz für das Fahrzeug kostet dort bis zu 44 Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt und sogar bis zu 74 Prozent mehr als in sehr günstigen Regionen. Das zeigen Beispiel­berechnungen für über 8.000 Postleit­zahlengebiete.

mehr ...

Immobilien

“Negative Zinsen auch im Immobilienbereich nicht mehr ausgeschlossen”

Die Perspektiven für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sind günstig, auch wegen der weiter gesunkenen Zinsen. Dieses Bild zeichnete Prof. Dr. Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanzmärkte und Immobilienmärkte am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) anlässlich einer Online-Konferenz der Project Unternehmensgruppe. 

mehr ...

Investmentfonds

Corona-Krise trifft europäische Banken härter als ihre US-Wettbewerber

Die von der Coronakrise ausgelösten wirtschaftlichen Verwerfungen, haben US-Banken scheinbar besser weggesteckt als ihre europäischen Pendants. Das zeigt zumindest eine Untersuchung der Deutschen Bank.

mehr ...

Berater

Mehr Haftpflichtverträge durch Hunde-Boom

Während der Coronapandemie scheint die Sehnsucht nach einem Hund zu wachsen. Hundezüchter vermelden einen Ansturm auf Welpen, viele Tierheime sind wie leergefegt. Bei der R+V Versicherung spiegelt sich dieser Trend in einem deutlichen Anstieg der Hundehaftpflicht- und Operationskostenversicherung wieder.

mehr ...

Sachwertanlagen

Solvium lanciert Zertikat für Schweizer Profi-Investoren

Der Hamburger Logistik-Assetmanager Solvium Capital bringt die Assets „Schiffscontainer“ und „Wechselkoffer“ über ein Zertifikat auf den Schweizer Markt. Dazu ist das Unternehmen eine neu geschlossene Partnerschaft mit dem Züricher Verbriefungsspezialisten Gentwo eingegangen.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...