Anzeige
3. Juli 2018, 12:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wo wollen wir leben? – Studie sieht Klein- und Mittelstädte im Trend

Viele Menschen in Deutschland zieht es einer Zehn-Jahres-Analyse zufolge in kleine und mittlere Städte. Das urbane Leben liege zwar weiter im Trend, aber eben nicht nur in den Millionen-Metropolen Berlin, Hamburg, München und Köln oder in den Großstädten ab 100.000 Einwohnern.

Wo wollen wir leben? - Studie sieht Klein- und Mittelstädte im Trend

Güstrow: Die Kreisstadt in Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Klein- und Mittelstädten mit besonders deutlichem Bevölkerungszuwachs.

Das geht aus einer am Montag in Gütersloh vorgestellten Studie “Trend Re-Urbanisierung?” für 2006 bis 2015 von Bertelsmann-Stiftung und Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS) hervor.

Entgegen der verbreiteten Auffassung, dass der ländliche Raum ausblute, zeichne sich auch dort zumindest für einige Kommunen ein Zuwachs ab.

Bad Neustadt an der Saale in Bayern, das ostfriesische Aurich in Niedersachsen, Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern oder Heide in Schleswig-Holstein gehören demnach zu den Klein- und Mittelstädten mit besonders deutlichem Zuwachs.

Landflucht geschieht schleichend

Bei dem genauen Blick auf die Wanderungsbewegungen habe sich gezeigt: Der Zuzug komme vor allem aus “großen Großstädten” ab 500.000 Einwohnern. Der Bericht aus Gütersloh spricht von “Überschwappeffekten” und einem Wegzug in angrenzende “Speckgürtel”.

Auch wenn der ländliche Raum insgesamt weiter Einwohner verliere, sei dieser Prozess doch “eher schleichend”. Zugleich gebe es ein Plus für zahlreiche Kommunen in ländlichen Regionen, schilderte Projektleiterin Petra Klug.

Beispiele: Finsterwalde im südlichen Brandenburg, Eschwege im nordöstlichen Hessen, Hildburghausen in Thüringen oder auch Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Dieser Zuwachstrend sei recht deutlich und könne auch wirtschaftliche Hintergründe wie einen stabilen Mittelstand haben.

Auch Alter spielt eine Rolle

Welche Ursachen sieht die Bertelsmann-Stiftung insgesamt für die Bewegungen? Es gebe ein ganzes Bündel, sagte Stiftungsvorstand Brigitte Mohn. Arbeitsplatzwechsel, zu wenig bezahlbarer Wohnraum in den Großstädten, persönliche Lebensmodelle.

Das Alter spiele ebenfalls eine Rolle. Gehen jüngere Leute zwischen 18 und 25 Jahren zu Studium oder Ausbildung eher in die Großstadt, ziehen Familien und ältere Menschen ab 65 Jahren kleine und mittlere Städte vor. Die Bewegungen gelten als wichtige Grundlage für kommunale Planungen und als Indikator für die Attraktivität einer Gemeinde.

Zur Definition: Als Großstadt gilt eine Gemeinde mit mindestens 100.000 Einwohnern, eine Mittelstadt zählt 20.000 bis unter 100.000 Einwohner, und in einer Kleinstadt leben 5.000 bis unter 20.000 Menschen. Gemeinden unter 5.000 Einwohnern wurden für die Auswertung nicht berücksichtigt.

Die Studie fußt auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die das ILS aufbereitet hat. Da es in den Jahren 2014 und 2015 eine sehr hohe Zuwanderung von Flüchtlingen gegeben habe, seien einige Analysen “mutmaßlich überlagert von dieser Ausnahmesituation und vor deren Hintergrund zu interpretieren”. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

 

Mehr Beiträge zum Thema Wohnimmobilien:

Finanzierungsschub durch Baukindergeld?

Banken würden Einbruch der Immobilienpreise verkraften

Wohnimmobilien München: Rasante Preisentwicklung bei Grundstücken

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

DVAG: Richtig versichert Skifahren

Pulverschnee, Sonnenschein und ordentlich Geschwindigkeit – Skifahren ist beliebt. Der Spaßfaktor ist hoch, die Verletzungsgefahr leider auch. Die DVAG klärt auf, welche Versicherungen wichtig sind und gibt Tipps zum sicheren Skifahren.

mehr ...

Immobilien

Dr. Klein: Boom im Osten, Rekorde im Norden

Ob nun Hamburg, Hannover, Berlin oder Dresden – im Norden und Osten der Bundesrepublik steigen die Immobilienpreise in allen Metropolregionen an. Trotzdem gibt es deutliche Preisunterschiede.

mehr ...

Investmentfonds

Davos: Kritik am Weltwirtschaftsforum

Heute beginnt das 49. Weltwirtschaftsforum in Davos unter der Überschrift: “Globalisierung 4.0: Auf der Suche nach einer globalen Architektur im Zeitalter der Vierten Industriellen Revolution”. Kritik gibt es nicht nur an Besuchern wie dem brasilianischen Präsidenten Bolsonaro, sondern auch am Motto.

mehr ...

Berater

Rechtsstreit mit dem Versicherer: Gefährliche Vakanzphase

Eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem privaten Krankenversicherer ist für den Versicherten nicht ohne Risiko. Für die Dauer des Prozesses ist sein Versicherungsschutz unter Umständen nicht mehr gewährleistet. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Christof Bernhardt

mehr ...

Sachwertanlagen

Ernst Russ AG verliert beide Vorstände auf einen Schlag

Sowohl der Vorstandssprecher Jens Mahnke als auch Vorstandsmitglied Ingo Kuhlmann werden im Juni beziehungsweise Ende März aus der Ernst Russ AG (ehemals HCI Capital) ausscheiden. Ein bisheriges Aufsichtratsmitglied springt ein.

mehr ...

Recht

Pflegeunterhalt: Wenn Kinder für ihre Eltern haften

Die Deutschen werden immer älter. Damit wächst auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Die Kosten hierfür sind hoch. Vielfach benötigen Eltern in diesem Fall die finanzielle Hilfe ihrer Kinder. Für diesen Fall gibt es genaue Regeln, wie eine Übersicht des Arag-Rechtsschutzes zeigt.

 

mehr ...