20. August 2018, 09:34
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Wohnungsbau: ZIA wirft Kommunen Versäumnisse vor

Die Immobilienwirtschaft wirft Kommunen vor, Mittel für schnelles und günstiges Bauen nicht genug auszuschöpfen. Im Kampf gegen steigende Mieten in Großstädten werde von staatlicher Seite nicht genug getan, kritisiert der Zentrale Immobilien-Ausschuss (ZIA).

Wohnungsbau: ZIA wirft Kommunen Versäumnisse vor

Ein Ende der steigenden Baukosten ist aktuell nicht absehbar, da die Preise für Material wie Zement klettern und auch Personal teurer wird.

Bauen sei in den vergangenen Jahren stetig teurer geworden, sagte ZIA-Präsident Andreas Mattner. “Die politischen Auflagen haben sich erhöht, die Grundstückspreise sind ebenfalls auf einem Allzeithoch, und Kosten für Baustoffe und Gewerke steigen konstant.”

Dabei gebe es viele Instrumente wie digitale Planungen, Konzeptvergaben für Grundstücke oder serielles länderübergreifendes Bauen. “Diese Angebote werden aber von zu wenigen Kommunen genutzt”, monierte Mattner. “Hier findet sich ein erhebliches Potenzial.”

Landesbauordnungen verursachen Kosten

Der Verband, der mehr als 25 Verbände der Immobilienbranche vertritt, verweist auf eine eigene Umfrage unter 5.000 Befragten. Demnach sehen mehr als 80 Prozent der Bundesbürger steigende Bau- und Grundstückskosten als wesentlichen Grund für die Mietpreisanstiege in Metropolen.

Nur das allgemein geringe Wohnangebot werde noch stärker für das immer teurere Wohnen in Großstädten verantwortlich gemacht (86,9 Prozent), heißt es in dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Der ZIA kritisiert etwa den Bestand verschiedener Landesbauordnungen, die Verzögerungen und Kosten verursachten. Einmal genehmigte Bautypen sollten in allen Bundesländern anwendbar sein, um schnell in Serie bauen zu können.

Baukosten steigen schneller als Inflation

“Um serielles Bauen voranzubringen, braucht es eine verbindliche Festlegung bestimmter technischer Anforderungen in einer Bundesbauordnung”, fordert der Verband. Vor allem im Wohnungsbau würden so “dringend benötigte Planungs- und Baukapazitäten frei”.

Zudem plädiert der Verband für Konzeptvergaben. Dabei verzichten Kommunen bei der Vergabe von Grundstücken auf den maximal möglichen Preis und entscheiden nach Qualität des eingereichten Vorschlags von Projektentwicklern – etwa ökologische und energieeffiziente Kriterien oder Ideen für soziale gemischte Wohnquartiere.

Die Baukosten in Deutschland steigen seit geraumer Zeit. 2017 kletterten die Preise für Neubauten und Renovierungen laut der Beratungsfirma EY Parthenon um mehr als drei Prozent – deutlich mehr als die Inflation. Ein Ende sei nicht absehbar, da die Preise für Material wie Zement kletterten und auch Personal teurer werde.

Noch keine Wende bei Baugenehmigungen

Ein Mangel an Handwerkern, vor allem bei Meistern, bremse den Bauboom ebenfalls, schrieb jüngst die Förderbank KfW. Inzwischen gebe es 653.000 genehmigte Wohnungen, die noch nicht gebaut seien.

Um den Wohnungsmangel in Deutschland zu beheben, sind nach Ansicht von Regierung und Immobilienbranche 350.000 bis 400.000 neue Wohnungen pro Jahr nötig. 2017 wurden aber nur knapp 285.000 fertig. Auch bei den Baugenehmigungen zeichnet sich noch keine Wende ab.

In den Bauämtern sei in den vergangenen Jahren viel Personal abgebaut worden, kritisiert ZIA-Präsident Mattner. Viele Kommunen seien mit den Herausforderungen im Immobilienboom überlastet. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Wohnimmobilien:

Supermodel kauft Luxusimmobilie in Florida

Bauboom schließt Lücken auf dem Wohnungsmarkt nicht

Wulff Aengevelt: “Das geplante Bestellerprinzip ist falsch”

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Einnahmen der Rentenversicherung trotz Corona gestiegen

Die Deutsche Rentenversicherung kommt nach eigenen Angaben finanziell bisher gut durch die Corona-Krise. In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres seien die Beitragseinnahmen weiter leicht gestiegen, teilte ein Sprecher mit.

mehr ...

Immobilien

CDU-Generalsekretär dringt auf Verlängerung des Baukindergelds

CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hat sich für eine weitere Verlängerung des Baukindergeldes um neun Monate bis Ende 2021 ausgesprochen.

mehr ...

Investmentfonds

Kretschmann bezweifelt schnellen Siegeszug des E-Autos

Vielen geht die Wende hin zur Elektromobilität aus Klima-Gründen längst nicht schnell genug. Der Grünen-Politiker Kretschmann hat dagegen keine Eile. Ganz im Gegenteil

mehr ...

Berater

Adcada GmbH stellt Insolvenzantrag

Die Adcada GmbH aus Bentwisch (bei Rostock) hat Insolvenz angemeldet. Vorausgegangen waren unter anderem Auseinandersetzungen mit der Finanzaufsicht BaFin, die nun von Adcada für die Insolvenz mitverantwortlich gemacht wird. Das Unternehmen war auch in die Schlagzeilen geraten, weil es Anlegergeld zur Produktion von Corona-Schutzmasken einsammeln wollte.

mehr ...

Sachwertanlagen

AEW versilbert deutsches Büroimmobilien-Portfolio

Der Asset Manager AEW gibt die Vermittlung der Anteilscheine am AEW City Office Germany-Fonds an einen Fonds von Tristan Capital Partners, Curzon Capital Partners 5 LL, bekannt. Das Portfolio umfasst sieben Objekte mit insgesamt rund 83.000 Quadratmetern Mietfläche.

mehr ...

Recht

Scholz: Corona-Krise wird Staatsverschuldung auf 80 Prozent steigern

Durch die Corona-Krise wird die Staatsverschuldung der Bundesrepublik auf 80 Prozent steigen. Ähnlich hoch lag sie nach der Finanzkrise 2008/2009. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hofft, in den kommenden Jahren die Staatsverschuldung dann wieder deutlich drücken zu können.

mehr ...