20. August 2019, 11:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Defekte Produkte häufigster Schaden bei Bauprojekten

Auf großen Baustellen deutscher Unternehmen sind defekte Produkte und schlechte Qualitätskontrollen der häufigste Grund für einen Versicherungsschaden. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der Allianz, die die Versicherung am Dienstag in München vorstellt.

90237001 in Defekte Produkte häufigster Schaden bei Bauprojekten

Demnach gehen 22 Prozent der Schäden bei Bauprojekten auf fehlerhafte Produkte und unzureichende Kontrollen zurück, dreimal mehr als auf Feuer. Auch was die Schadenshöhe angeht, stehen fehlerhafte Produkte und Kontrollmängel – ein Beispiel sind Schweißfehler – auf Rang Eins:

Diese machen der Auswertung zufolge 30 Prozent der Schadensummen aus – mehr als jeder andere Schadensgrund.

Versicherungssummen steigen wegen Schadensrisiken

Zwischen 2013 und 2018 hat die Allianz weltweit fast 14 000 Schadensfälle auf großen Baustellen von Ingenieur- und Bauprojekten ausgewertet, die bei dem Dax -Konzern versichert worden waren. Beispiele sind Flughäfen, Kraftwerke oder Autofabriken. Gut 2500 der untersuchten Fälle passierten bei Projekten deutscher Firmen – aber nicht zwangsläufig auch auf Baustellen in Deutschland.

So sind neben der zunehmenden Bedeutung von Defekten und Kontrollversagen auch die immer größeren Baustellen ein Trend, den die Autoren beobachtet haben.

Die Projekte werden in der Tendenz immer umfangreicher, und der Bau dauert länger – was wiederum auch die Versicherungssumme und den potenziellen Schaden steigen lässt.

“Schäden in dreistelliger Millionenhöhe sind nicht auszuschließen”

Ein Riesen-Airport wie in Dubai, dessen aktueller Ausbau bei der Allianz versichert sei, koste beispielsweise 32 Milliarden Euro.

“Infolgedessen sind die Versicherungssummen jetzt viel größer – Projekte mit einem Wert von vier bis neun Milliarden Euro sind keine Seltenheit, Schäden in dreistelliger Millionenhöhe sind deshalb nicht auszuschließen”, sagte Robert Maurer, der sich für die Allianz um die Versicherung von großen Bauprojekten in Zentral- und Osteuropa kümmert.

Auch politische Risiken wie Sanktionen oder Handelsstreitigkeiten hätten zugenommen – und die Schäden erhöht. Einen sehr großen Teil der Schäden bei Bauprojekten richten weltweit auch Feuer an:

Jeder dritte Schaden basiert auf defekten Produkten

Ein prominentes Beispiel sei der Brand auf der Baustelle eines großes Hochhauses in Warschau im Juni, das auch bei der Allianz versichert sei. Weltweit verursachen laut der Untersuchung nicht defekte Produkte, sondern Brände und Explosionen die höchsten Schadenssummen (27 Prozent).

Die häufigste Schadensquelle seien aber auch global gesehen defekte Produkte (27 Prozent).

Ein weiterer Trend seien die immer komplexeren Lieferketten: Früher seien etwa Flughäfen oder Kraftwerke zu einem Großteil von nationalen Auftraggebern und lokalen Lieferanten gebaut worden.

Inzwischen liefern Unternehmen aus der ganzen Welt Maschinen und Anlagen. Geht etwa eine Turbine kaputt, dauert es mitunter Monate, bis sie getauscht oder repariert wird – und das kostet. (dpa/AFX)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Neue FinVermV passiert den Bundesrat

Knapp 90 Punkte standen auf der Tagesordnung der Bundesratssitzung am letzten Freitag – als Top 68 die Neuregelungen zur Finanzanlagenvermittlungsverordnung. Die Verordnung passierte die Länderkammer ohne Änderungen. Inhaltlich werden sich die Vermittler und Berater mit den Änderungen arrangieren können. Doch schon jetzt ist die Verordnung angezählt. Ein Kommentar von Denise Primus und Dr. Martin Andreas Duncker, Rechtsanwälte von SCHLATTER in Heidelberg.

mehr ...

Immobilien

Wo Düsseldorf Köln beim Immobilienkauf abhängt – und umgekehrt

Welche rheinische Großstadt liegt beim Immobilienkauf vorne: Düsseldorf oder Köln? Der Baufinanzierer Hüttig & Rompf analysiert in seinem neuen Marktreport „Immobilienfinanzierung Köln / Düsseldorf“ die typischen Käufer in beiden Städten. 
mehr ...

Investmentfonds

Geldanlage: Nur jeder Zehnte ist mit der Rendite voll zufrieden

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen ist unzufrieden mit der aktuellen Wertentwicklung ihrer Geldanlage. Viel wichtiger als die Rendite, ist den Anlegern das Thema Sicherheit ihrer Investition. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Online-Umfrage von Exporo zum Thema „Anlageverhalten in der Niedrigzinsphase”.

mehr ...

Berater

Zinstief drückt Bankgewinne – womöglich Strafzinsen für mehr Kunden

Das Zinstief wird zur Dauerbelastung für Deutschlands Banken und Sparkassen – und könnte bald auch zu Lasten von mehr Kunden gehen. Ein weiterer Rückgang der Gewinne der Institute in den nächsten Jahren sei “sehr wahrscheinlich”, stellten die Finanzaufsicht Bafin und die Deutsche Bundesbank am Montag fest.

mehr ...

Sachwertanlagen

PATRIZIA erwirbt Wohnanlage in Aarhus, Dänemark

Die PATRIZIA AG, der globale Partner für paneuropäische Immobilieninvestments, hat zusammen mit Universal-Investment im Auftrag der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) ein Wohnbauprojekt mit 136 Einheiten im dänischen Aarhus erworben. Der Ankauf erfolgte im Rahmen einer off-market Transaktion. Verkäufer ist ein Konsortium privater Investoren.
mehr ...

Recht

ifo Institut sieht Licht und Schatten im Klimapaket

Das ifo Institut sieht im Klimapaket Licht und Schatten. Die CO2-Bepreisung über Zertifikate sei der richtige Weg. Die Vorgabe von festen CO2-Preisen bis 2025 sei jedoch mit einem funktionierenden Zertifikatesystem unvereinbar. Ein Kommentar von Clemens Füst, Präsident des ifo Instituts.

mehr ...