Wohnimmobilien: Im Westen zum Teil zweistelliger Preisanstieg

Das vierte Quartal zeigt Unterschiede bei den Wohnungspreisen in den Metropolen an Rhein und Ruhr. Die durchschnittlich gezahlten Quadratmeterpreise in Düsseldorf brechen neue Rekorde, die Preise in Dortmund stagnieren. In Köln gehen sie sogar marginal zurück. Auf Jahressicht steigen die Preise für Eigentumswohnungen in Düsseldorf um fast 14 Prozent – Rekord im Westen.

Boomtown Düsseldorf: Preise ziehen deutlich an

Der Düsseldorfer Immobilienmarkt verzeichnet zum Ende des Jahres neue Rekordwerte. Sowohl Wohnungen als auch Häuser erreichen den höchsten Medianwert. Käufer bezahlen im Durchschnitt 3.250 €/qm für Eigentumswohnungen und 2.726 €/qm für Ein- oder Zweifamilienhäuser. Dennis Bettenbrock, Spezialist für Baufinanzierung bei Dr. Klein in Düsseldorf überrascht die Entwicklung nicht – im Gegenteil: „Alle äußeren Faktoren sind derzeit ausgesprochen günstig: Düsseldorf als Stadt hat eine enorme Lebensqualität. Hinzu kommen ein weiter sehr attraktiver Zinsmarkt und gute Bonitäten. Wenn dann auch noch Nachfrage und Angebot so weit auseinanderklaffen, entwickeln sich die Preise entsprechend. Ich rechne auch 2020 mit einer hohen Preisdynamik für den Markt in Düsseldorf.“

Der Maximalpreis von fast 11.000 €/qm für Wohnungen liegt fast 2.000 Euro über dem Wert vom vergangenen Jahr. Laut Index verteuerten sich Eigentumswohnungen nochmals um 3,85 Prozent verglichen mit dem letzten Quartal – auf das Vorjahresquartal gerechnet ergibt sich ein Plus von fast 14 Prozent. Keine andere Metropole im Westen verzeichnet höhere Preissteigerungen. Die Preisentwicklung bei den Häusern ist ähnlich. Zwar gibt es hier einen Marktzugang schon ab 600 €/qm – für Spitzenlagen reicht die Spanne aber bis 10.000 €/qm. Zum Vorjahresquartal ergibt sich eine Preissteigerung beim Indexwert von 10 Prozent. Durchschnittlich zahlen Immobilienkäufer 2.726 €/qm für das Haus am Rhein.

Köln: Leichter Preisrückgang bei Eigentumswohnungen

Der durchschnittlich gezahlte Preis für Wohnungen in Köln gibt zum zweiten Mal im Jahr 2019 leicht nach. Nachdem es im 2. Quartal bereits ein leichter Rückgang zu verzeichnen war, geht der Medianpreis im vierten Quartal um 63 Euro zurück. Mit rund 3.200 €/qm bleibt das Preisniveau aber auf Augenhöhe mit Düsseldorf. Auf Jahressicht verteuern sich die Indexpreise in der Rheinmetropole um stolze 11,7 Prozent.

Bei den Häusern ist die Lage vergleichbar: Die Preise steigen verglichen mit dem letzten Quartal um 3,6 Prozent – betrachtet man die Entwicklung der vergangenen 12 Monate, ergibt sich eine zweistellige Zuwachsrate von 10,3 Prozent. In Spitzenlagen bezahlen Käufer mehr als 10.000 €/qm. Der gemittelte tatsächlich gezahlte Quadratmeterpreis liegt bei 2.625 €/qm und damit nur 101 Euro unter dem Düsseldorfer Niveau.

Dortmund: Wohnungspreise mit Seitwärtsbewegung im 4. Quartal

Die Wohnungspreise in Dortmund stagnieren quasi. Die Preise für Wohnungen steigen zum Vorquartal um weniger als 1 Prozent. Im vierten Quartal stieg der durchschnittlich gezahlte Quadratmeterpreis um lediglich sechs Euro im Vergleich zum Vorquartal. Mit einem Medianpreis von 1.732 €/qm bleiben Wohnungen in Dortmund erschwinglich – in Köln und Düsseldorf liegen sie rund 1.500 Euro darüber. Schnäppchen gibt es aber auch an der Ruhr nicht mehr. So kostet die günstigste Eigentumswohnung im Stadtgebiet immerhin 810 €/qm und ist damit 135 Euro teurer als in Köln. Gerechnet auf das ganze Jahr klettern die Preise um 4,8 Prozent – immerhin 9 Prozent weniger als der Immobilienmarkt für Wohnungen in Düsseldorf.

Signifikant stärker steigen die Preise für Ein- oder Zweifamilienhäuser: Allein zum Vorquartal ergibt sich ein Anstieg von 4,2 Prozent. Ab 580 €/qm beginnen die Preise für das Eigenheim in Dortmund – in der Spitze bezahlen Käufer für eine Top-Ausstattung und -Lage bis zu 7.356 €/qm.

Foto: Shutterstock

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