BNP Paribas schluckt Fortis-Sparten

Nachdem bereits das Geschäft in den Niederlanden verstaatlicht wurde, übernimmt die französische Großbank BNP Paribas für 14,5 Milliarden Euro die Aktivitäten des schwer angeschlagenen Finanzkonzerns Fortis in Belgien- und Luxemburg. Das teilte das französische Geldhaus auf einer Pressekonferenz in Paris mit.

Auch Fortis Investment, die Fondsgesellschaft des maladen Finanz-Konzerns wechselt damit den Besitzer. Erst vor einer Woche hatte sie ihrerseits die im vergangenen Jahr erfolgte Übernahme des niederländischen Wettbewerbers ABN Amro Asset Management für abgeschlossen erklärt.

Neun Milliarden Euro zahlt BNP Paribas für das Fortis-Bankengeschäft in Belgien und Luxemburg, 5,5 Milliarden kommen für das Versicherungsgeschäft in Belgien dazu, so die Mitteilung der Bank. Um den Deal zu finanzieren, will BNP Paribas neue Aktien im Wert von 132,6 Millionen Euro ausgeben. Nach Einlagen wird das französische Institut laut eigenen Angaben im Zuge der Transaktion zur führenden Privatkundenbank in der Euro-Zone.

Die Details der Übernahme sehen vor, dass BNP Paribas dem belgischen Staat 75 Prozent der Fortis Bank NV und 100 Prozent der Fortis Insurance Belgium abkauft. Belgien übernimmt im Gegenzug 11,6 Prozent der Anteile an BNP Paribas.

Weiter übernimmt das französische Bankhaus von Luxemburg 16 Prozent der Fortis Banque Luxembourg und hält damit nun 67 Prozent an dem Institut. Auch Luxemburg wird im Gegenzug an der französischen Bank beteiligt, allerdings lediglich mit 1,1 Prozent.

BNP erhält durch die Transaktion die Kontrolle über ein Netz von 1.500 Fortis-Filialen in insgesamt sechs Ländern, darunter auch Deutschland. (hb)

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