Royce: Börsenrallye vor Etappenende

Dem Börsenaufschwung der vergangenen Monate wird nun eine Korrektur folgen. Das erwartet Royce & Associates, Small-Cap-Spezialist und Tochter der amerikanischen Investmentgesellschaft Legg Mason, Baltimore. Anschließend werden kleinere Aktiengesellschaften die Börsenschwergewichte im Performance-Ranking überholen, heißt es weiter.

Rallye US - 204_240 - shutterstock_8337955„Die Rallye an den Aktienmärkten war eine großartige Sache, aber ich gehe davon aus, dass dieser dynamische und stabile Aufschwung nicht mehr sehr viel länger anhalten wird“, prognostiziert Chuck Royce, Firmengründer, Chief Investment Officer und Portfoliomanager bei Royce & Associates.

Eine zehn- bis 15-prozentige Korrektur hält Royce für möglich, danach soll die Zeit der kleineren Gesellschaften kommen: „Die Erträge werden künftig wohl moderater ausfallen als in der aktuellen Rallye. Dabei werden immer mehr Small Caps die Führungsrolle von Large-Cap-Aktien übernehmen.“ Darüber hinaus sollten diejenigen Aktien wieder den Ton angeben, die im aktuellen Aufschwung hinter dem Markt zurückgeblieben sind, wie etwa Aktien mit Dividendenausschüttungen, so Royce. Und weiter: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Unternehmen, die keine Gewinne erzielen und keine Dividenden zahlen, auch in Zukunft die höchsten Kurssteigerungen verzeichnen werden.“

Bankaktien weiterhin labil

Bankaktien und darunter besonders die gering kapitalisierten Gesellschaften sind für Royce tabu: „Diese Unternehmen befinden sich immer noch mitten in einer langfristigen Umstrukturierung, die erst in einigen Jahren abgeschlossen sein wird. Da bisher noch immer nicht klar ist, welche Banken überleben, haben wir uns dieses Jahr mit Investitionen in diesem Sektor weitgehend zurückgehalten.“ Stattdessen setzt Royce auf Vermögensverwalter und Versicherungsmakler.

Die Frage, wann und wie sich die Wirtschaft erholt, bleibt seiner Einschätzung nach weiterhin offen. So hätten beispielsweise viele Unternehmen über den Erwartungen liegende Gewinne gemeldet, doch diese beruhten zum großen Teil auf Kosteneinsparungen und nicht auf einer Nachfrageerholung, welche tatsächlich ein klarer Hinweis auf eine wiederbelebte Konjunktur wäre, so Royce. (mr)

Foto: Shutterstock

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