Anzeige
5. November 2013, 10:39
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Gecam: US-Aufschwung mangelhaft

Die Neuverschuldung fällt in den USA seit Jahren höher als das Wirtschaftswachstum aus. Deswegen sind Investments in Schwellenländern attraktiver als in den Staaten, analysiert der Finanzdienstleister Gecam, Wangen im Allgäu.

Gecam

Die US-Notenbank Federal Reserve hat durch ihre Stützung auf den Anleihemärkte inzwischen China als nun größter Gläubiger der USA abgelöst.

“Versagen der Regierung”

“Kennzeichnend für das aktuell noch laufende Kalenderjahr war eine Abkehr der Investoren von den Emerging Markets hin zu den nun als ‘Konjunktur-Lokomotive’ bezeichneten USA. Die Aktienmärkte haben dies mit Gewinnen von über 20 Prozent für die Amerikaner goutiert, wogegen der breite Emerging-Markets-Index sich nach herben Verlusten im Sommer gerade wieder in Richtung einer schwarzen Null leicht erholt”, sagt Daniel Zindstein, verantwortlich für das Portfoliomanagement der vier Dachfonds des Finanzdienstleisters.

“Nach dem für eine Weltmacht unrühmlichen Gezerre um den Staatshaushalt und die Schuldenobergrenze kann man für 2013 noch von einem Bip-Wachstum von rund 1,5 Prozent ausgehen. Für eine Volkswirtschaft mit einem Potenzialwachstum von bis zu drei Prozent ist das wahrlich nicht beeindruckend. Mit einer Neuverschuldung von zehn Prozent im Jahre 2009, über acht Prozent 2010 und 2011 und vier Prozent des Bip in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von im Schnitt nicht einmal zwei Prozent zu erzielen, ist kein Erfolg, sondern als totales Versagen der Regierung zu bewerten”, so Zindstein und weist darauf hin, dass das Maastricht-Kriterium für eine Aufnahme in die Europäische Währungsunion in den letzten fünf Jahren nie erreicht worden wäre.

US-Aktien sind nach Einschätzung des Gecam-Experten mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 16 für 2013 eher teuer, wogegen deutsche und europäische Aktien mit einem KGV von rund 13 günstig bewertet erscheinen. Zindstein: “Ist man jedoch weiter von einem Weltwirtschaftswachstum überzeugt, dessen Dynamik zu drei Vierteln aus den Schwellenländern kommt, so sollte man sich die Bewertung der dortigen Aktienmärkte einmal objektiv betrachten (KGV 2013: Brasilien 12, China 10, Russland 5, Türkei 10).” Bei den Anleihenrenditen sei die Diskrepanz noch größer.

Gecam: China sorgt für Wachstum

Zindstein rechnet für 2014 mit einem globalen Wirtschaftswachstum zwischen drei und vier Prozent aus: “Die USA sind unter den Industrieländern sicher eine der dynamischeren Volkswirtschaften, wenn auch mit aus unserer Sicht ungesunder Verschuldung erkauft. Die wesentlichen Treiber des Wachstums sind jedoch nach wie vor die Schwellenländer, allen voran China. Investiert werden sollte deshalb in Unternehmen, die von diesen Wachstumsmärkten direkt oder indirekt profitieren und davon gibt es in Deutschland mehr als anderswo, sowohl große (DAX) wie kleinere Unternehmen (M-DAX).” Aber auch Anleihen aus bestimmten Emerging Markets seien unter Chancen-Risiko-Aspekten durchaus wieder interessant, wenn auch mit erheblichen Risiken vor allem seitens der Währung verbunden.

Seit Gründung vor rund fünfzehn Jahren hat sich German Capital Management, kurz Gecam, nach eigenen Angaben als unabhängiger Finanzdienstleister auf das Investmentgeschäft spezialisiert. Die Gesellschaft will Investmentdach, Vermögensverwaltung, Produkte, Partner-Portal und Dienstleistungskonzept aus einer Hand anbieten. (mr)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

BPK 2017: HanseMerkur legt deutlich zu

Die HanseMerkur Versicherungsgruppe hat auf ihrer diesjährigen Bilanzpressekonferenz die Unternehmenszahlen präsentiert. Vorstandsvorsitzender Eberhard Sautter zeigt sich angesichts eines schwierigen Jahres 2017 hochzufrieden mit den Ergebnissen.

mehr ...

Immobilien

Studie: Mehrgenerationenhäuser immer beliebter

Früher oder später muss sich jeder mit der Frage auseinandersetzen, wie er oder sie im Ruhestand wohnen möchte. Wie aus einer aktuellen Umfrage der BHW Bausparkasse hervorgeht, bewegt sich der Trend dabei weg von den traditionellen Wohnformen.

mehr ...

Investmentfonds

Ökoworld fordert Ablösung der VW-Führungsspitze

Auch nach der Ablösung von Matthias Müller als VW-Chef erneuert die Ökoworld AG den bereits Anfang Februar geforderten Rücktritt der gesamten VW-Chef-Etage. Denken und Empfinden der Vorstände und Aufsichtsräte der VW AG seien für die Menschen weltweit im 21. Jahrhundert nicht mehr tragbar.

mehr ...

Berater

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...